Weiter hohe Zahl an Bauanträgen

Bauaufsicht der Stadt Kassel ist ausgelastet: Neues Personal soll Bearbeitungszeiten verkürzen

+
Kasseler Großprojekt: Am Hauptbahnhof entstehen derzeit die Neubauten für das Fraunhofer-Insitut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik.

Dank guter Konjunktur: Die Mitarbeiter der Bauaufsicht der Stadt Kassel sind ausgelastet - um die Bearbeitungszeiten zu verkürzen, sollen neue Stellen geschaffen werden.

Kassel - Die Zahl der Bauanträge ist vergangenes Jahr gesunken. Waren es in den Vorjahren deutlich über 1000, sank die Zahl 2019 auf 900. Von einer nachlassenden Bautätigkeit könne aber keine Rede sein, versichert Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne).

Die 20 Mitarbeiter der Bauaufsicht seien wegen der guten Baukonjunktur voll ausgelastet. Um die Bearbeitungszeiten zu verkürzen, würden dieses Jahr neue Stellen geschaffen. Dafür müsse aber zunächst der Haushalt beschlossen werden.

„Die Zahl der Bauanträge allein sagt wenig über unseren Arbeitsaufwand aus“, erläutert Nolda. Denn dahinter würden sich sowohl Anträge für den Neubau einer Garage oder die Aufstockung eines Hauses wie auch solche für große Büro- und Wohngebäude verbergen. „Der Bearbeitungsaufwand ist da natürlich völlig unterschiedlich“, so der Stadtbaurat.

Kassel: Trotz Auslastung der Bauaufsicht - Projekte werden  innerhalb der gesetzlichen Frist genehmigt

Trotz der hohen Arbeitsbelastung der Bauaufsicht würden normale Bauprojekte im Zuge des „vereinfachten Verfahrens“ in der Regel innerhalb der gesetzlichen Frist von drei Monaten geprüft und genehmigt. Dies gelte aber nur, wenn die Unterlagen zum Bauantrag vollständig seien.

„Gerade bei vielen kleineren Bauvorhaben müssen wir häufig Unterlagen nachfordern“, sagt Volker Mohr, Leiter des Amtes für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz. Dadurch verzögerten sich Verfahren zum Teil um Monate. Sind alle Unterlagen vollständig und schafft es die Stadt dennoch nicht, innerhalb von drei Monaten eine Entscheidung herbeizuführen, gilt das Bauprojekt als genehmigt.

Für Sonderbauten, worunter meist große Bauprojekte wie die Evangelische Bank fallen, und für Abriss- und Teilungsgenehmigungen gelten derartige Fristen nicht.

Kasssel: Bauaufsicht ausgelastet - Grund ist auch Zunahme an Beratungen

Neben der Bearbeitung der Anträge und der Bauüberwachung nehme vor allem die Bauberatung immer mehr Zeit und Personal in Anspruch, sagt Mohr. Weil das Baurecht kompliziert sei, werde die Stadt diese Dienstleistung aber auch künftig anbieten.

Für eine Erleichterung soll die elektronische Bauakte sorgen, die die Stadt Kassel in drei Jahren einführen will. Dadurch werde das Antragsverfahren nicht nur papierlos, sondern die Antragsteller könnten auch permanent verfolgen, wie weit die Bearbeitung ihres Antrages ist.

Kassel: Bauaufsicht genehmigt über 90 Prozent der Anträge

„Über 90 Prozent aller Anträge werden am Ende genehmigt“, sagt Nolda. Häufig finde vorher ein „intensiver Abstimmungsprozess“ statt. Die Tendenz sei, dass Bauherren aus wirtschaftlichen Gründen darum bemüht seien, das mögliche Bauvolumen auf einem Grundstück maximal auszunutzen. „Eine dichte Bebauung ist mir aber lieber, als der Neubau auf der grünen Wiese“, so der Stadtbaurat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.