Unternehmen spüren Auswirkungen der Coronakrise

Baubranche fürchtet Auftragsloch in Stadt und Kreis Kassel - Appell an Auftraggeber

Kassel: Baubranche fürchtet Auftragsloch durch Corona
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Noch wird auf den Baustellen in der Region, wie hier am Kasseler Rathaus, rege gearbeitet. Doch die Baubranche erwartet in diesem Jahr in Folge der Coronakrise einen Umsatzrückgang von mindestens drei Prozent.

Nach einem jahrelangen Aufschwung rechnet die Baubranche in Folge der Corona-Krise mit einem Einbruch.

  • Durch Corona sind viele Branchen in der Krise
  • So auch die Baubranche in der Region Kassel 
  • Verbände in Hessen fordern nun ein Rettungsschirm

Kassel – Nach einem jahrelangen Aufschwung rechnet die Baubranche in Folge der Corona-Krise mit einem Einbruch. Der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen und der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen warnen vor einem Auftragsloch und appellieren an die öffentlichen und privaten Auftraggeber, Bauprojekte, wo immer möglich, fortzuführen.

Corona in Kassel: Einbruch in der Baubranche zu befürchten 

„Wir haben Angst, dass Bund und Länder Mittel und Aufträge streichen“, sagt Anne Fenge, Bezirksgruppenvorsitzende des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen für Nordhessen und Geschäftsführerin des Bauunternehmens Hermanns AG in Kassel. Es werde zwangsläufig Einsparungen geben, um die Hilfsprogramme für die Wirtschaft zu finanzieren. 

„Wir sind in großer Sorge, dass dann die Baukonjunktur abgewürgt und es einen starken Einbruch geben wird“, sagt Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Besonders komme es auf die Kommunen an.„Die Kommunen sind sicherlich massiv von Corona betroffen. Die Gewerbesteuereinnahmen werden spürbar sinken“, sagt Siebert. 

Fenge und Siebert appellieren an sie, laufende Bauprojekte fortzuführen und trotz der Krise Nachfolgeprojekte auf den Weg zu bringen.  „Gerade die kommunalen Bauaufträge sichern das wirtschaftliche Überleben tausender vorwiegend mittelständischer Bauunternehmen und damit viele Arbeitsplätze“, so Siebert.

Corona in Kassel: Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen warnt vor Krise

Ins gleiche Horn stoßen Andreas Lieberknecht, Geschäftsführer der Kasseler Geschäftsstelle des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen, und Thilko Gerke, Vorsitzender des Verbands und Geschäftsführer der Kasseler Bauunternehmung Rennert GmbH. „Schon jetzt spüren viele Unternehmen die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich“, so Gerke.

„Dabei wäre gerade jetzt, wo das öffentliche Leben in vielen Bereichen noch zurückgefahren ist, eine besonders gute Zeit, um Baumaßnahmen schneller abzuschließen“, so Lieberknecht.

Corona in Kassel: Verband fordert Schutzschirm vom Land Hessen

Private Auftraggeber verschöben ihren Baustart, weil sie unsicher hinsichtlich der weiteren Entwicklungen seien. In sensiblen öffentlichen Bereichen, etwa bei Krankenhäusern, dürfe nicht überall gearbeitet werden. Zudem würden Bauanträge langsamer oder nicht bearbeitet und Genehmigungen entsprechend verzögert oder gar nicht ausgestellt. „Das ist schwer zu stemmen für die Unternehmen“, sagt Lieberknecht. 

Auch Gerke und er fordern Unterstützung, zum Beispiel in Form eines Konjunkturpaketes oder eines Schutzschirms. Als Vorbild führt Gerke das Schulbau- und Schulsanierungsprogramm des Landes Hessen an, das im Jahr 2008 in Folge der Finanzkrise abgeschlossen wurde. „Das ist kein Schrei nach dem Staat. Wir wollen intelligente Lösungen, wie der Bau wieder angeschoben werden kann, denn es wird schwierig“, betont Andreas Lieberknecht.

Von Nicole Schippers

Weitere Neuigkeiten zu Corona in der Region Kassel sind im News-Ticker zu finden. 

Zuletzt wurde in der Corona-Krise auf der Baustellen in der Region Kassel weitergearbeitet.

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