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Kassel dreht das Licht ab - Ziel: Strom- und Gasverbrauch senken

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Von: Thomas Siemon

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Auch ohne Beleuchtung eine Attraktion: der Herkules im Bergpark. Archi
Auch ohne Beleuchtung eine Attraktion: der Herkules im Bergpark Kassel. © Swen Pförtner/dpa

Die Stadt Kassel will einen Beitrag zum Energiesparen leisten und schaltet die Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden ab. Doch es gibt eine Ausnahme.

Kassel – Seit Montag verzichtet die Stadt Kassel auf die sonst übliche Beleuchtung des Rathauses. Mit diesem eher symbolischen Akt und einer Reihe weiterer Maßnahmen wie der Schließung der Saunalandschaft im Auebad soll ein Beitrag zur Energieeinsparung geleistet werden. Damit folge man einer Empfehlung des Deutschen Städtetages, sagt Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). Ziel sei es, den Strom- und Gasverbrauch zu senken. Herkules und Fridericianum sowie die Spitzhacke gehören demnach zu den Objekten, die ebenfalls nicht mehr angestrahlt werden. Auch der Laser bleibt nach Angaben der Stadt vorläufig dunkel.

Weitere Beispiele für die Abschaltung von Fassadenbeleuchtung sind das Rote Palais und der Zwehrenturm, die Lichtfliesen in der Neuen Fahrt, das Naturkundemuseum und die Brüderkirche.

Kassel: Straßenbeleuchtungen bleiben, Effektbeleuchtung verschwindet

Es wird aber nicht einfach nur abgeschaltet. Das zeige die Herangehensweise bei der Drahtbrücke. Hier gehe abends wie gewohnt die Wegbeleuchtung aus Sicherheitsgründen an. Die Effektbeleuchtung für die Optik bleibe aus. Ähnlich sei es auf der Königsstraße. Hier werde die Straßenbeleuchtung angeschaltet, der äußere Ring als ästhetische Licht-Ergänzung bleibe dagegen dunkel. Man werde genau hinschauen und darauf achten, dass durch die Sparmaßnahmen keine Angsträume entstehen, so ein Stadtsprecher.

Strahlend: So hell ist Schloss Wilhelmshöhe nur zu besonderen Anlässen wie den beleuchteten Wasserspielen illuminiert. Aus Sicherheitsgründen bleibt hier nachts aber immer das Licht an. Archi
Strahlend: So hell ist Schloss Wilhelmshöhe nur zu besonderen Anlässen wie den beleuchteten Wasserspielen illuminiert. Aus Sicherheitsgründen bleibt hier nachts aber immer das Licht an. (Archiv) © Pia Malmus/nh

Eine Ausnahme bei den öffentlichen Gebäuden ist Schloss Wilhelmshöhe. Das werde nachts nicht in erster Linie deshalb beleuchtet, weil es schöner aussehe. „Wir machen das aus Sicherheitsgründen“, sagt Sprecherin Natascha Callebaut. Immerhin hängen zum Beispiel in der Gemäldegalerie Alte Meister Werke mit einem geschätzten Millionenwert. Das bekannteste dieser Bilder dürfte Rembrandts Saskia sein, aber auch Frans Hals, Rubens, Tizian, Dürer, Tischbein und andere berühmte Maler sind hier vertreten.

Ausnahme Schloss Wilhelmshöhe in Kassel: Licht bleibt aus Sicherheitsgründen

Bei Schloss Wilhelmshöhe handelt es sich also nicht um eine reine Effektbeleuchtung. Das Licht soll in Kombination mit der Alarmanlage und einem Wachdienst potenzielle Kunstdiebe abschrecken. Deshalb geht es auch weiterhin abends an.

Und wie sieht es mit der für Ende September Lichtschau Bergparkleuchten aus? Noch habe es dazu keine Gespräche gegeben, sagt Birgit Kuchenreiter vom Veranstalter Kassel Marketing. Dort wird man sich ähnlich wie bei den Städtischen Werken an Vorgaben aus dem Rathaus halten. (Thomas Siemon)

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