Die Stadt hat Pläne mit Blick auf 2030

Kassel bewirbt sich nicht als Kulturhauptstadt: Wie die Kultur vorankommen soll

Ziel einer nachhaltigen Kulturpolitik: Auch die documenta soll gestärkt werden. Das Bild zeigt die Röhren von Hiwa K. und ist selbst Kunst. Es ist ein Foto des in Niestetal lebendenen Hobbyfotografen Klaus Stawinski. Foto: Stawinski

Kassel. Auch wenn Kassel auf eine Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt 2025 verzichtet, bedeutet dies nicht das Ende der Ambitionen, Kassel weiter als Kulturstadt zu entwickeln, im Gegenteil.

Das zu betonen war Oberbürgermeister Christian Geselle, Kulturdezernentin Susanne Völker und Stadtbaurat Christof Nolda bei der gestrigen Pressekonferenz besonders wichtig.

So soll die Arbeit an einer Kulturkonzeption, die Aufgaben und Ziele der Kasseler Kulturpolitik mit der Perspektive bis 2030 formulieren soll, weitergehen und bis zum Sommer abgeschlossen sein. Auch die Beteiligung von Kulturschaffenden und interessierten Künstlern, die mit drei großen Workshops begonnen hat, soll weitergehen.

Äußerten sich zur Zukunft der Kulturhauptstadtbewerbung: Susanne Völker (von links), Oberbürgermeister Christian Geselle und Stadtbaurat Christof Nolda. 

Am Donnerstag wurden sechs kulturpolitische Ziele genannt, die sich in der bisherigen Arbeit an der Kulturkonzeption herausgebildet haben und vorrangig umgesetzt werden sollen.

Freie Szene

Als besonders dringliches Problem wird der Mangel an adäquaten Räumlichkeiten – Ateliers, Probenräume, Auftrittsmöglichkeiten – für die freie Szene an erster Stelle genannt. Ebenso nötig: die Sicherung der Räumlichkeiten für die Präsentation der Technikgeschichte.

Vernetzung

Die Vernetzung und Förderung Kulturschaffender soll verbessert werden. Ein bei der Kunsthochschule angesiedeltes Zentrum für Kreativwirtschaft soll als Schnittstelle zwischen Kultur und Wirtschaft fungieren.

documenta

Die documenta als wichtigste kulturelle Institution Kassels soll reorganisiert und im Blick auf die d15 institutionell, finanziell und personell gestärkt werden.

Kulturförderung

Die Stadt will die Kulturszene besser dabei unterstützen, neben der städtischen Förderung auch Fördermittel von EU, Bund und Land Hessen zu nutzen.

documenta-institut

Gemeinsam mit der documenta gGmbH, dem Land Hessen und der Universität Kassel soll das geplante documenta-Institut als außeruniversitäres Forschungszentrum entstehen und auch als Ort fungieren, der die documenta zwischen den Ausstellungen erlebbar macht. Im Sommer soll die Bauplanung beginnen.

Stadtbibliothek

Mit einer neuen, multimedial ausgestatteten Stadtbibliothek sollen die Themenbereiche Leben und Sprache vor dem Hintergrund fortschreitender Digitalisierung gestärkt werden.

Geselle und Völker betonten, dass die Kulturkonzeption auch die Stärkung und Weiterentwicklung der Kulturinstitutionen wie das Staatstheater und die städtischen Museen, aber auch die gesamte Museumslandschaft beinhalte. Für Stadtbaurat Nolda gehört auch die Stadtentwicklung, etwa die Neugestaltung der Wilhelmshöher Allee, aber auch die Schaffung bezahlbaren Wohnraums zu den kulturpolitischen Zielen.

Die Mitglieder des hauptamtlichen Magistrats werden ihre Empfehlung zur Kulturhauptstadt auch während einer Bürgerversammlung äußern: am 27. April ab 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses.

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