Laster liefern Löwenanteil

Stadt Kassel beziffert Kohlendioxid-Ausstoß ihres Fuhrparks

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Machen im Fuhrpark der Stadt und ihrer Eigenbetriebe den Löwenanteil beim CO2-Ausstoß aus: die 95 in Dienst stehenden Lastwagen. Unser Foto zeigt ein Fahrzeug der Stadtreiniger bei Aufräumarbeiten auf der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel.

Kassel. Geschätzte 1457 Tonnen Kohlendioxid (CO2) blasen die insgesamt 240 Dienstfahrzeuge der Stadt Kassel und ihrer Eigenbetriebe pro Jahr aus den Auspuffen.

Mit 1209 Tonnen geht der Löwenanteil des CO2-Ausstoßes auf die Rechnung der 95 Lastwagen, unter anderem der Müllfahrzeuge der Stadtreiniger. Zu diesem Ergebnis kommt die erstmals von der Stadt Kassel vorgelegte Bilanz über den Kohlendioxid (CO2)-Ausstoß ihres Fuhrparks. Zum Vergleich: Der errechnete Gesamtausstoß von knapp 1500 Tonnen pro Jahr entspricht etwa der CO2-Menge, die ein größeres Braunkohle-Kraftwerk mit einer Leistung von einem Gigawatt in nur einer einzigen Stunde durch den Schornstein ablässt.

Bei der Berechnung ist die Stadt Kassel von einem Mittelwert von 8000 Kilometern Fahrstrecke pro Jahr und Fahrzeug ausgegangen. In die Bilanz, die Jörg Gerhold vom Umwelt- und Gartenamt jetzt auf Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Umweltausschuss vorstellte, floss der CO2-Ausstoß aller Dienstfahrzeuge ein – vom kleinen Smart über Polo, Mercedes und Pritschenwagen bis zum schweren Lastwagen (siehe Statistik). Nicht berücksichtigt wurden hingegen die 86 Traktoren und Kehrmaschinen, für die es laut Gerhold noch keine Angaben zum Kohlendioxid-Ausstoß gibt. Seit Januar 2012 setzt die Stadt auf den vermehrten Einsatz von Elektro- und Hybridautos sowie weniger Sprit verbrauchender Fahrzeuge. Um die CO2-Belastung durch den eigenen Fuhrpark weiter zu verringern, strebe man eine Reduzierung des Fahrzeugbestandes sowie eine schrittweise Erneuerung von Fahrzeugen an, erklärten Jörg Gerhold und Umwelt-Dezernent Christof Nolda im Ausschuss. Als mögliche Handlungsschritte wurden genannt:

• Aufbau eines zentralen Fuhrpark-Managements zur Beschaffung und Unterhaltung der Fahrzeuge

• Ersatz von Altfahrzeugen durch verbrauchsgünstigere und emissionsärmere Neufahrzeuge

• Einsatz von Dienstfahrrädern (werden etwa bereits vom Ordnungsamt genutzt)

• Prüfung einer besseren Auslastung der Fahrzeuge

• Optimierung der Routen bei wiederkehrenden, routinemäßigen Arbeiten

• Schulung der Fahrer zur energiesparenden Fahrweise. Noch nicht praxistauglich Ausdrücklich auf die Fahnen schreibt sich die Stadt Kassel auch die Verringerung der CO2-Emissionen bei den Hauptverursachern – also bei den Lastwagen sowie bei den leichten Nutz- und den Sonderfahrzeugen. Das Problem: Bei den Lastwagen, die den Löwenanteil der Kohlendioxid-Belastung ausmachen, gibt es laut Gerhold noch keine praxistauglichen Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf dem Markt. Gleiches gelte für leichte Nutzfahrzeuge (Transporter/Pritschenwagen) und Traktoren. Man recherchiere aber ständig die neuesten technischen Entwicklungen. Noch hätten die Ämter der Stadt eigene Fuhrparks, die Eigenbetriebe seien von der Stadtverwaltung deutlich getrennt, erklärte Umweltdezernent Christof Nolda. „Die Einrichtung eines Fahrzeug-Pools wäre sinnvoll.“

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