Für einen guten Zweck

Fußballerinnen laufen von Kassel bis nach Südafrika - und das virtuell

Kassel bis Uitenhage in Südafrika
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13 857 Kilometer müssen zurückgelegt werden: So lang ist die Strecke des Crowdlaufs, den die Fußballerinnen von Dynamo Windrad veranstalten. Screenshot: Google Maps

Von den Waldauer Wiesen bis nach Südafrika - und das zu Fuß. Eine besondere Idee haben sich die Fußballerinnen von Dynamo Windrad ausgedacht.

Kassel - Heutzutage kann man mit den skurrilsten Spendenläufen Geld sammeln. In Großbritannien schlug Königin Elizabeth II. gerade den 100-jährigen Weltkriegsveteranen Tom Moore zum Ritter, weil der mit seinem Rollator im Garten Runde für Runde absolviert und so 36 Millionen Euro für den unterfinanzierten staatlichen Gesundheitsdienst NHS gesammelt hat.

Ganz so viel Geld werden die Fußballerinnen von Dynamo Windrad aller Voraussicht nach nicht zusammenbekommen, aber auch ihre Idee ist etwas Besonderes. Normalerweise wären diesen Sommer wieder Kickerinnen aus der ganzen Republik und dem Ausland zum Frauenbolz-Masters auf die Waldauer Wiesen gekommen. Weil das Turnier wegen Corona ausfällt, überlegten sich die Dynamitas, wie die Sparte des alternativen Sportvereins heißt, was sie stattdessen auf die Beine stellen können.

Alle zurückgelegten Schritte werden zusammengerechnet

Ergebnis: Sie laufen nun von den Waldauer Wiesen bis nach Uitenhage in Südafrika – allerdings nicht wirklich, sondern nur virtuell. Crowdlauf nennt sich die neue Disziplin. Jeder Teilnehmer zeichnet alle im Geh- oder Laufschritt zurückgelegten Kilometer auf. Über die Seite Crowdlauf.de werden sie addiert. Dort sieht man auch immer, wie viele der 13 857 Kilometer bereits zurückgelegt wurden. Das Kasseler Projekt wurde „Togethere“ getauft.

Veronica King von den Dynamitas findet das eine tolle Idee: „Das kann jeder für sich machen und trotzdem machen wir es gemeinsam.“ Vor allem haben auch noch andere etwas davon. Jeder Teilnehmer sucht sich einen Sponsor, der ihm Geld überweist. Das Geld kommt drei karitativen Projekten zugute, auf die die Kasselerinnen durch ihre internationalen Kontakte aufmerksam geworden sind.

Knapp 5000 Kilometer wurden bisher zurückgelegt

Eine Leipziger Fußballerin sammelt Spenden für Nichtregierungsorganisationen und andere Projekte, die sich für Flüchtlinge auf Lesbos engagieren. Girls Unlimited ist eine gemeinnützige Organisation, die Kinder und Jugendliche in den armen Vierteln Nairobis unterstützt. Und Swiftresponse organisiert Bildungs- und Sportangebote im südafrikanischen Uitenhage.

Derzeit wurden bei „Togethere“ mit 300 Sporteinheiten knapp 5000 Kilometer zurückgelegt. Es ist also noch ein weiter Weg bis zum Ziel, das bis zum 15. August erreicht werden soll. Nach wie vor kann jeder mitmachen – übrigens auch im Rollstuhl und sogar mit dem Rollator. (Matthias Lohr)

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