Kassel

Bombardier in Kassel - So geht es mit dem Standort weiter

Hoffnung für Bombardier in Kassel: Der Standort steht bei den Übernahmeplänen durch Konkurrenten Alstom bislang nicht zur Debatte.
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Hoffnung für Bombardier in Kassel: Der Standort steht bei den Übernahmeplänen durch Konkurrenten Alstom bislang nicht zur Debatte.

Für den Bombardier-Standort in Kassel wurde nun die erste Entscheidung getroffen. So geht es mit dem Werk weiter.

  • Erste Entscheidung zu Bombardier-Standort in Kassel
  • Übernahme durch Alstom derzeit von EU-Wettbewerbskommission geprüft
  • Weiterhin Verunsicherung im Standort in Kassel

Kassel – Gute Nachrichten für den Bombardier-Standort in Kassel: Unter Vorbehalt der Zustimmung der EU-Wettbewerbskommission zu den Übernahmeplänen durch den Zugbauer Alstom sind zum jetzigen Zeitpunkt für das Kasseler Werk keine Veränderungen geplant. Das bestätigte ein Alstom-Sprecher auf Anfrage der HNA. Im Bombardier-Werk in Kassel werden Elektro-, Diesel- und Zweikraftlokomotiven montiert.

Bombardier in Kassel: Übernahme von Alstom derzeit von EU-Wettbewerbskommission geprüft

Die Übernahme der angeschlagenen Bahnsparte von Bombardier durch den Konkurrenten Alstom wird derzeit von der EU-Wettbewerbskommission geprüft. Die geplante Transaktion hatte das französische Unternehmen bei der Kommission im Juni zur Genehmigung angemeldet. Nach ersten Gesprächen legte Alstom jetzt Verpflichtungszusagen vor, „um die potenziellen wettbewerblichen Bedenken der Kommission zu adressieren“, wie es in einer entsprechenden Pressemitteilung heißt.

Diese Vorschläge sehen demnach vor, den Alstom-Produktionsstandort Reichshoffen in Frankreich zu verkaufen. Ebenfalls verkauft werden soll die im Bombardier-Werk Hennigsdorf (Landkreis Oberhavel in Brandenburg) angesiedelte Produktion von „Talent 3“-Nahverkehrszügen. Das älteste deutsche Bombardier-Werk befindet sich in Kassel.

Bombardier in Kassel: Übernahme aller Mitarbeiter in Kassel?

„Unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kommission wird Alstom alle weiteren deutschen Bombardier-Standorte sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen“, teilt das Unternehmen ferner mit. Der Standort in Kassel mit seinen aktuell rund 620 Mitarbeitern ist demnach nach jetzigem Stand also nicht gefährdet.

Die Vorschläge stehen nun unter Vorbehalt der Freigabe durch die EU-Wettbewerbshüter. „Am 31. Juli soll die Entscheidung spätestens fallen“, so der Alstom-Sprecher. Das Unternehmen sei optimistisch, dass mögliche Bedenken der Kommission mit diesen Verpflichtungszusagen ausgeräumt werden können.

Bombardier in Kassel: Weiterhin Verunsicherung bei Betriebsrat

Auch der Sprecher der Geschäftsführung der Alstom Transport Deutschland GmbH, Dr. Jörg Nikutta, hat angekündigt, dass der Standort Kassel und seine Mitarbeiter im Falle der Übernahme nach jetzigem Stand übernommen werden sollen. Das teilte der Kasseler Bundestagsabgeordnete Matthias Nölke mit. Das sei ein wichtiges Signal für die Angestellten und den Wirtschaftsstandort Kassel, so der FDP-Politiker.

Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende des Bombardier-Standortes in Kassel, Bernhard Bloeß, reagierte auf die Ankündigungen zunächst noch verhalten. Dass Kassel vorerst übernommen wird, hält auch er für sehr wahrscheinlich, denn dort werden Elektro-, Diesel- und Zweikraftlokomotiven montiert. Dennoch gebe es weiterhin Verunsicherung.

Bombardier in Kassel: Ein Produkt, was Alstom fehlt

„Wir sind für Alstom ein sehr willkommener Standort, denn das Unternehmen hat selbst keine eigene Montageplattform für Lokomotiven in Deutschland“, sagt Bloeß. „Grundsätzlich fühlen wir uns relativ sicher, weil wir ein Produkt haben, das Alstom fehlt.“ Zudem habe das Werk in Kassel schon einige Besitzerwechsel er- und überlebt. Dennoch warnt Bloeß vor Blauäugigkeit. „Zum jetzigen Zeitpunkt steht der Kasseler Standort nicht zur Diskussion. Das heißt aber nicht, dass nach den direkten Verhandlungen zwischen Bombardier und Alstom im Sommer nicht doch noch Teilbereiche unseres Werkes betroffen sein können.“

Gemeinsam mit seinen Betriebsratskollegen und der IG Metall fordert Bloeß daher weiterhin von Unternehmensführung und Politik Standort- und Arbeitsplatzgarantien. Für den morgigen Donnerstag (16.07.2020) kündigte er eine weitere Flugblattaktion für die Belegschaft in Kassel an.

Bombardier in Kassel: Übernahme der Werke durch Alstom

Der französische Zugbauer Alstom will die Zugsparte des kanadischen Konkurrenten Bombardier übernehmen. Dieser lässt in Kassel Lokomotiven bauen. Der mögliche Verkauf an Alstom kann sowohl Gefahr als auch Chance gewertet werden. Der Bombardier-Standort in Kassel hat eine ungewisse Zukunft. (Von Nicole Schippers)

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