Zahl der Einsätze in vergangenen Jahren drastisch gestiegen

Kassel braucht Sanitäter und Krankenwagen

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Kassel. Weil seit Jahren die Zahl der Rettungseinsätze in Stadt und Landkreis Kassel deutlich zunimmt, hat die Feuerwehr im Auftrag der Stadt einen neuen Bedarfsplan erstellt:

Laut Bürgermeister Jürgen Kaiser werden bis Ende des Jahres zehn weitere Rettungsfahrzeuge angeschafft und 50 000 weitere Autostunden vorgehalten. Die Kosten von über fünf Millionen Euro tragen die Krankenkassen.

Für den Rettungsdienst in Stadt und Landkreis ist als Träger die Stadt Kassel zuständig, die Leistungserbringer sind das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter sowie die Kasseler Feuerwehr. Zusammen werden die Organisationen über 60 Rettungsassistenten beziehungsweise -sanitäter dieses Jahr einstellen.

Im vergangenen Jahr habe es in Stadt und Kreis über 83 000 Rettungseinsätze gegeben, sagt Norbert Schmitz, Chef der Kasseler Feuerwehr. Das sind 5000 mehr als im Jahr 2010 und über 23 000 mehr als 2005. Für den Anstieg gebe es mehrere Ursachen, sagt Schmitz: An erster Stelle stehe der demografische Wandel.

„Die Menschen werden immer älter, damit steigt automatisch die Zahl der Notfalleinsätze.“

Schmitz mutmaßt, dass die Menschen heute zudem eher bereit sind, im Notfall die 112 anzurufen. Bürgermeister Kaiser weist darauf hin, dass die ärztliche Versorgung im Landkreis nicht mehr so stark ausgeprägt ist wie früher. Eine Folge davon sei, dass die Menschen eher einen Rettungswagen anfordern.

Dass der Wegfall des kassenärztlichen Vertretungsdienstes im Landkreis ab dem Jahr 2009 Auswirkungen auf den Rettungsdienst hat, bestätigt Holger Gerhold-Toepsch, Kreisgeschäftsführer des DRK. Durch die große Nachfrage an Rettungspersonal könnte es zu einem Mangel von Fachkräften kommen, sagt er. Das DRK habe aber keine Probleme, weil es an der eigenen Rettungsdienstschule ausbilde.

Lebensretter gefragter denn je

Sechs neue Rettungsfahrzeuge werden in der Stadt und vier neue im Landkreis angesiedelt

Kassel. In der Kasseler Leitstelle der Feuerwehr, die für 440 000 Menschen in 30 Städten und Gemeinden in Stadt und Landkreis zuständig ist, gingen im vergangenen Jahr 500 000 Anrufe ein. 93 000 Einsätze wurden aufgrund der Anrufe eingeleitet, davon waren 83 000 für den Rettungsdienst.

Die Tendenz ist seit Jahren steigend. Um auf die Entwicklung zu reagieren, werden für Stadt und Landkreis in diesem Jahr zehn weitere Rettungswagen angeschafft sowie 50 000 weitere Autostunden vorgehalten, sagt Norbert Schmitz, Chef der Kasseler Berufsfeuerwehr. Die Organisationen werden deshalb zusätzliches Personal, Rettungssanitäter beziehungsweise -assistenten, einstellen.

die Organisationen folgende Auswirkungen: Bei der Kasseler Berufsfeuerwehr würden neun zusätzliche Stellen eingerichtet, sagt Schmitz. Zudem würden zwei weitere Rettungsfahrzeuge (bislang gibt es zwei und ein Notarztfahrzeug) angeschafft. Beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Regionalverband Kassel-Nordhessen werden zu den vorhandenen 27 Fahrzeugen vier weitere Rettungswagen angeschafft, sagt Geschäftsführer Michael Görner.

Zwei Fahrzeuge würden beim ASB in Bettenhausen, eins in der Erzbergerstraße und eins in Lohfelden angesiedelt. Der ASB stelle aufgrund des neuen Bedarfsplan 30 neue Mitarbeiter (Rettungsassistenten und -sanitäter) ein und werde dann über 200 Mitarbeiter haben.

Die Stellen seien bundesweit ausgeschrieben worden, sagt Görner. Die Johanniter Kassel bekommen am 1. Juli zu den bereits vorhandenen drei Rettungswagen ein weiteres Fahrzeug, sagt Rettungsdienstleiter Joachim Nörz. Man werde drei bis vier neue Rettungssanitäter beziehungsweise -assistenten einstellen. Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kassel werden zu den vorhandenen 14 Rettungswagen zwei weitere angeschafft, sagt Geschäftsführer Holger Gerhold-Toepsch. Diese kämen in die Rettungswache nach Vellmar.

Darüber hinaus stelle das DRK stufenweise 20 neue Rettungsassistenten bis Ende dieses Jahres ein. Den zehnten neuen Rettungswagen bekommt das DRK Hofgeismar, sagt Feuerwehrchef Schmitz. Dieses Fahrzeug werde in der Gemeinde Oberweser stationiert. (use)

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