Günstigere Preise, Online-Buchung und Internet im Bus

Bus gegen Bahn: Studenten als Zielgruppe

Günstige Alternative: Durch den Fall des Bahnmonopols bei der Personenbeförderung wird es in Kassel und deutschlandweit viele neue Fernbuslinien geben. Unser Foto zeigt einen Fernbus in Magdeburg. Foto: dpa

Kassel. Bisher hatte der Busverkehr wegen des Bahn-Monopols für weite Strecken in Deutschland nur eine geringe Bedeutung: Nur 2,3 Prozent der gesamten Personenbeförderung in Deutschland erfolgte über Fernbusse.

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In Kassel gab es bisher zehn Anbieter, erklärte Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidiums (RP). Diese hätten Ausnahmegenehmigungen oder würden nur in Kassel halten, aber nicht von hier aus direkt starten. Genau das haben jetzt drei Unternehmen vor und die Lizenz dafür beantragt. Dahinter steckte ein Gesetz aus dem Jahr 1934. Das Personenbeförderungsgesetz war damals zum Schutz der jungen Deutschen Reichsbahn entworfen worden und sicherte der Bahn bis heute eine Alleinstellung. Fernbuslinien konnten bis zur Aufhebung zu Beginn des Jahres nur genehmigt werden, wenn damit eine Verbesserung des Verkehrsnetzes einherging.

Keine Angst vorm Scheitern

„Natürlich ist der Einstieg in diesen Markt nicht ohne Risiko“, sagt Bernd Frölich. Er gehört zu den drei Unternehmern, die von Kassel aus ab dem Bahnhofsvorplatz in Bad Wilhelmshöhe Personen befördern wollen. Anfang 2012 musste beispielsweise der private Fernbusbetreiber Autobahnexpress, der Fahrten zwischen Kassel und Leipzig angeboten hatte, Insolvenz anmelden.

Solche Szenarien schrecken Frölich nicht ab. „Autobahnexpress hat nicht funktioniert, weil das Marketing nicht stimmte und der Gründer es ganz allein versucht hat.“ Er rechnet sich gute Chancen auf Erfolg aus. Dafür hat er extra drei neue Fahrer eingestellt. Als große Konkurrenz für die Bahn sieht der Chef von 170 Mitarbeitern sich aber nicht. „Wir werden die Menschen ansprechen, die sonst mit der Mitfahrzentrale unterwegs sind.“ 95 Prozent der Buchungen sollen dabei über das Internet erfolgen. Den Ticketverkauf und das Marketing übernimmt die Firma Flixbus aus München.

Kassel sei ein wichtiger Knotenpunkt für das Flixbus-Netz, erklärte Geschäftsführer André Schwämmlein. Kassel und Göttingen seien interessant, weil sie über viele Studenten verfügten. Neben günstigen Preisen locken die Unternehmen auch mit Internetverbindungen im Bus.

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