Zahl der Fahrzeuge ging innerhalb eines Jahres von 97 auf 83 zurück

Kassel: Car-Sharing gerät ins Stocken

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Im Vorderen Westen vertreten: eine Station und ein Fahrzeug des Anbieters Stattauto in der Goethestraße.

Kassel. Bei Bedarf mieten statt weitgehend ungenutzt besitzen: Das Prinzip des Car-Sharing werde immer beliebter, die Tendenz gehe stetig und bundesweit bei den angebotenen Fahrzeugen und Kunden nach oben, berichtete Torsten Ruhm (Auto, Mobilität, Systeme / Preetz) am Mittwoch im Kasseler Ausschuss für Verkehr und Mobilität.

Für die Stadt Kassel trifft die Aussage nicht zu, hier fahren Car-Sharer gegen den Trend. Denn nach Ruhms Angaben gibt es derzeit zwei Car-Sharing-Anbieter mit insgesamt 83 Fahrzeugen. Ende 2014 waren noch 97 Fahrzeuge – also 14 mehr – im Angebot (wir berichteten). Anbieter sind Stattauto und Einfach mobil, eine Kooperation von der Deutschen Bahn und Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG).

Moderate Entwicklung

Torsten Ruhm, der im Ausschuss auf Anfrage der FDP-Fraktion berichtete, bezeichnete die Entwicklung in Kassel als konstant, moderat und eher langsam. Dennoch habe die Stadt Potenzial. Bis 2020 könne die Zahl der Fahrzeuge ohne großen Aufwand auf 100 steigen. Würde man die Bemühungen forcieren, etwa durch Zusammenarbeit mit Wohnungsgesellschaften und Betrieben, könne die Zahl deutlich höher ausfallen. Ruhm hält bis zu 400 Car-Sharing-Autos in Kassel für möglich.

Um das zu erreichen, müsse es in der Stadt einen „Kümmerer“ geben. Der Experte schlägt die Einrichtung einer Netzwerkrunde vor, die ab Frühjahr 2016 alle Beteiligten im Abstand von etwa vier bis sechs Monaten an einem Tisch versammeln soll.

Kassel verzeichnet laut Ruhm 0,5 Car-Sharing-Autos pro 1000 Einwohner. Zum Vergleich: Der bundesweite Spitzenreiter Karlsruhe bringt es auf 1,7 Fahrzeuge. Für das System besonders geeignet seien der Vordere Westen, das Wesertor und Wehlheiden. Leider herrschten aber gerade dort Parkplatzprobleme, es gebe noch immer keine Stellplätze eigens für Car-Sharing-Autos.

„Das ist unser Auftrag“

Angesichts dieser Zahlen meinte Grünen-Fraktionsvorsitzender Dieter Beig: „Ich bin etwas ratlos, was wir daraus machen sollen.“ Als „relativ positiv“ schätzte indes Verkehrsdezernent Christof Nolda (Grüne) das Ergebnis ein. In Kassel wären mehr Menschen dazu bereit, auf das eigene Auto zu verzichten, gäbe es für Car-Sharing-Autos ausreichend Parkplätze. Nolda: „Das ist unser Auftrag.“

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