Clubsterben in Kassel

Club-Sterben geht weiter: Kasseler Kultkneipe Fiasko geschlossen

Kein "suff&#39n, schwatz&#39n und rock&#39n" mehr: Das Fiasko an der Schönfelder Straße in Kassel hat geschlossen.
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Kein „Suff’n. Schwatz’n. Rock’n“ mehr: Das Fiasko an der Schönfelder Straße in Kassel hat geschlossen.

In Kassel wurde am Sonntag das Aus für das Fiasko bekannt. Für viele kam es sehr unerwartet. 

  • Das Clubsterben in Kassel geht weiter
  • Am Sonntag wurde völlig unerwartet verkündet, dass das Fiasko schließt
  • Auch die Mitarbeiter des Clubs wurden von der Schließung völlig überrascht 

Update, 28.01.2020, 14.32 Uhr: Mittlerweile äußerte sich der Fiasko-Betreiber, Oliver Kurzweil, zu der kurzfristigen Schließung. Als Gründe sieht er eine generelle Änderung im Musikgeschmack. Rock und Heavy Metal, die im Fiasko dominierenden Genres, seien einfach nicht mehr so größer geworden. Kurzweil überlegt am kommenden Freitag noch einen "Abschlussabend" in der Kultkneipe zu veranstalten. Sollte dieser stattfinden, wird er es auf der Facebookseite des Fiaskos bekannt geben. Am 15. Februar endet dann der Pachtvertrag endgültig.

Erstmeldung, 27.01.2020, 18.00 Uhr: Im Fiasko an der Schönfelder Straße in Kassel sind die Lichter aus – der Live-Club mit Biergarten ist zu. Das wurde am Sonntag gegen 18 Uhr über das soziale Netzwerk Facebook bekannt gegeben. „Das Fiasko ist zu!!! Danke für all die Jahre. Tschüß!!! 1987 bis 2020“, hieß es auf dem Profil. 

Club-Sterben in Kassel: Fiasko - Betreiber ist insolvent 

Das bestätigte Betreiber Oliver Kurzweil auf Nachfrage: „Wir sind in Privatinsolvenz gegangen.“ Nun spricht er über die Gründe. 

Die Umsätze seien immer weiter eingebrochen, Kurzweil habe Zahlungsschwierigkeiten gehabt. „Zuletzt konnte ich dann keine Getränke mehr bestellen – ohne Getränke keine Kneipe“, so der 52-Jährige, der das von seinem Vater im Jahr 1987 eröffnete Fiasko in Kassel 1994 übernahm. 

Club-Sterben Kassel: Fiasko-Mitarbeiter konnten erst kurzfristig informiert werden  

„Mir tut es auch um meine Mitarbeiter leid“, sagte Kurzweil. Denen habe er nach HNA-Informationen erst am Sonntagnachmittag Bescheid gegeben. „Ich konnte es nicht früher sagen, ich musste den Betrieb aufrechterhalten“, begründete der Inhaber der Kultkneipe in Kassel.

Besucher standen am Sonntag verdutzt vor der verschlossenen Innentür. Im Flur brannte noch Licht, die Ständer mit den typischen Kneipenpostkarten und Veranstaltungsflyern sind noch gefüllt.

Club-Sterben Kassel: Am Samstagabend gab es noch ein Live-Konzert im Fiasko 

Am Samstagabend hatte im Fiasko noch eine Band gespielt. Besucher berichten, dass es zu dem Zeitpunkt keinerlei Anzeichen für eine Schließung gegeben habe. Christoph Degenhardt, der seit 2014 im Fiasko die Select Party in Kassel veranstaltete, schrieb auf der Select-Veranstaltungsseite: „Die Nachricht kam für mich genauso überraschend wie für jeden von euch.“ 

Kassel: Schließung des Fiasko - Bedauern wird über Facebook geäußert 

Er suche nun nach einem neuen Ort für die Veranstaltungsreihe in Kassel. Auf Facebook wird die Schließung von vielen bedauert. Einige glauben, dass es sich um einen Scherz handelt, weil noch Veranstaltungen und Konzerte angekündigt worden seien. Darauf hieß es: Die Schließung sei erst am Sonntag entschieden worden. Kurze Zeit später waren die angekündigten Veranstaltungen dann gelöscht. 

Nach dem Arm und dem Musiktheater schließt mit dem Fiasko in Kassel jetzt innerhalb weniger Monate ein weiterer Club seine Türen. „Suff’n. Schwatz’n. Rock’n“ – so das Motto des Wehlheider Clubs – muss man dann jetzt woanders.

Kassel: Seit Jahrzehnten gehört das Fiasko zu den Szenenkneipen der Stadt

Gehörte zu Nordhessens schönsten Biergärten: Der Biergarten im Fiasko Kassel - verteilt auf zwei Ebenen hat im Sommer zahlreiche Gäste angelockt.

Das Fiasko gehört seit Jahrzehnten zu den angesagtesten Szenekneipen in Kassel. 2012 hat Betreiber Oliver Kurzweil den 25. Geburtstag des Fiasko gefeiert. Größter Hingucker in der Kneipe: Ein Motorradmotor, den Kurzweil und sein Team 1994 zu einer Zapfanlage umgebaut hatten. 

Gegründet wurde das Fiasko 1987 von Kurzweils Vater Peter als Biker-Treff. Doch im Laufe der Jahre wandelte sich das Publikum und so ging vom Studenten über den Arbeiter bis zum Arzt jeder ins Fiasko der auf laute Rockmusik und Live-Konzerte stand. Damit ist es nun vorbei.

Kassel: Der berühmteste Interpret im Fiasko war der Ex-Gitarrist der Roling Stones - Mick Taylor

Von letzteren gab es, seit ebenfalls 1994 eine Bühne eingerichtet wurde, Hunderte im Fiasko in Kassel. Zu den bekanntesten Interpreten gehörte bislang Mick Taylor, Ex-Gitarrist der Rolling Stones.

Erst vor wenigen Wochen hatte eine weitere Institution der Kasseler Partyszene für immer geschlossen: Das Musiktheater. Hier soll künftig eine Lagerhalle eingerichtet werden.

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