Finanzielle Folgen

Dramatischer Einbruch wegen Corona - so viele Millionen verliert Kassel

Folgen von Corona: Städte und Gemeinden im Kreis Kassel müssen sich auf hohe finanzielle Einbußen einstellen.

  • Die Coronakrise wird heftige finanzielle Folgen für Städte und Gemeinden im Kreis Kassel haben 
  • Wie schlimm die Folgen von Corona für Kommunen sein werden, wird erst im September konkreter abschätzbar sein 
  • Die Stadt Kassel* könnte einen Einnahmeausfall von 80 Millionen Euro allein durch die Gewerbesteuer haben

Kassel – Die Befürchtungen sind bereits groß, die Folgen von Corona aber lassen sich derzeit kaum erahnen: Was die Coronakrise sie kosten wird, werden Städte und Gemeinden im Kreis Kassel wohl erst im Laufe des Jahres erfahren.

Milliarden von Euro machen Bund und Land Hessen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise locker. Die Konjunkturpakete sehen jeweils auch Hilfen für die Städte und Gemeinden vor, denn die zu erwartenden Einnahme- und Steuerausfälle werden nicht zuletzt die Kommunen treffen - auch im Kreis Kassel

Folgen von Corona für Städte und Gemeinden im Kreis Kassel

Wie teuer sie die Coronakrise kommen wird, wissen die meisten Rathaus- und Kämmereichefs in Stadt und Landkreis Kassel noch nicht annähernd zu sagen. Nur wenige wagen bereits erste Prognosen, so das Ergebnis einer Anfrage unserer Zeitung.

Dass sich die finanziellen Folgen von Corona im Kreis Kassel nur schwer in Zahlen ausdrücken lassen, liegt nicht nur daran, dass die Krise noch nicht vorbei ist. Vor allem hat das damit zu tun, dass sich das Ausmaß der Ausfälle – unter anderem bei der Gewerbe- und Einkommensteuer – erst im September erahnen lassen wird, betont der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle. Erst dann nämlich, wenn den Kommunen die Steuerschätzungen des Landes Hessen vorliegen.

Corona in Kassel: Konkrete Folgen erst im September absehbar

Schon jetzt ist klar, dass Corona die ursprüngliche Finanzplanung der Städte und Gemeinden durcheinanderwirbeln wird, teils sogar über den Haufen wirft. In Kassel zum Beispiel hat Oberbürgermeister Christian Geselle bereits zur Finanzierung des städtischen Soforthilfeprogramms (Volumen: bis zu 18 Millionen Euro) einen Nachtragshaushalt im Herbst angekündigt. Was sonst noch durch Einnahme- und Steuerausfälle auf die Stadtkasse zukommt, soll mit in diesen Nachtragsetat gepackt werden, kündigt Geselle an.

Abzuwarten bleibt, wann und in welchem Umfang die von Bund und Land angekündigten Hilfen bei den Kommunen ankommen. Bis zum Herbst könne er deshalb zu den finanziellen Folgen von Corona für die Stadt Kassel keine Angaben machen, betont Kassels OB und Kämmerer. „Das wäre reine Nebelstocherei.“ 

Folgen von Corona in Kassel: Hohe Einnahmeausfälle erwartet

Ganz ähnlich fällt die Einschätzung von Michael Steisel, dem Sprecher der Bürgermeisterkreisversammlung, für die Kommunen im Landkreis Kassel aus. Einig sind sich die Rathauschefs lediglich darin, dass die Folgen von Corona sehr vielfältig und erheblich sein werden. Auch die Stadt Eschwege im Werra-Meißner-Kreis rechnet damit, dass die Coronakrise, die kommunalen Haushalte „mit voller Wucht“ treffen wird*. 

Die Rückerstattung der Gebühren für Kitas und Grundschulbetreuung wird unter anderem die Haushalte der Kommunen im Kreis Kassel belasten. Mit Einbußen durch fehlende Eintrittsgelder und einem höheren Defizit beim öffentlichen Personennahverkehr durch gesunkene Fahrgastzahlen wegen der Corona-Pandemie ist zu rechnen. 

Nach einer Anfrage des Steuerzahlerbundes Hessen befürchten rund 13 Prozent der antwortenden Städte und Gemeinden einen Ausfall bei der Gewerbesteuer von 50 Prozent und mehr. Für die Stadt Kassel würde das allein einen Einnahmeausfall von 80 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr bedeuten.

Als Teil des Konjunkturpakets hat die Bundesregierung eine Senkung der Mehrwertsteuer ab 1. Juli beschlossen. Damit soll die Wirtschaft nach der Coronakrise wieder angekurbelt werden

Von Lara Thiele und Andreas Hermann

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Rubriklistenbild: © Uwe Zucchi/dpa

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