Aktion von Psychologin und Studenten der Uni Kassel

Corona-Krisentelefon auch an den Feiertagen erreichbar

Fiona Dewender, Corona-Hotline Psychologiestudenten Uni Kassel

Seit Kurzem gibt es das Krisentelefon der Uni Kassel für Menschen, die in der Coronakrise unter psychischen Belastungen leiden. Auch über die Osterfeiertage sind Psychologie-Studenten, die kurz dem Eintritt ins Berufsleben stehen, bei Sorgen und Nöten erreichbar. 

Die Hotline hat die Rufnummer 0561/804-2882. Seit dem Start  der Hotline Ende März habe  man einen wachsenden Bedarf für das Angebot bemerkt, berichtet Psychologie-Professorin Dr. Heidi Möller, die die Idee für das Projekt hatte. "Da wir vermuten, dass die kommenden Feiertage für Viele noch schwieriger werden, da sie  etwa ihre Angehörigen nicht treffen können, haben wir uns entschlossen, unsere Zeiten auch über das Osterwochenende auszuweiten", sagt sie. Das Krisentelefon ist also auch über die Feiertage zu erreichen: täglich von 10 bis18 Uhr unter der Nummer 0561- 804 2882. Die Beratung ist kostenfrei. 

Prof. Dr. Heidi Möller

Hilfe für Menschen, die durch die Coronakrise in Angst und Sorge sind, und praktische Erfahrung für angehende Psychologen: Das ist die Idee hinter einer Telefon-Hotline, die die Kasseler Uni-Professorin Heidi Möller kurzfristig ins Leben gerufen hat. Psychologie-Studenten, die kurz vor dem Eintritt ins Berufsleben stehen, sind dabei als Ansprechpartner für Sorgen und Nöte rund um die Corona-Krise erreichbar. Viele fortgeschrittene Studenten stünden derzeit vor dem Problem, dass aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung von Corona ihre berufliche Praktika nicht stattfinden können, schildert Möller. 

Auf der anderen Seite seien die Info-Telefone der Stadt und des Gesundheitsamts überlastet. „Wir alle erleben derzeit ungewohnte Gefühle als Antwort auf diese außergewöhnliche, nie da gewesene Situation“, sagt die Psychologie-Professorin. Einsamkeit, Ansteckungsängste, Frustration oder auch Langeweile griffen um sich. Schuldgefühle, nicht für Angehörige da sein zu können, belasteten viele Menschen. Ebenso litten viele unter Existenz- und Zukunftsängsten oder familiären Spannungen in der herausfordernden Situation, so Möller. Die insgesamt 16 Masterstudenten, die von der Professorin bei ihrer neuen Aufgabe begleitet werden, stehen an dem neuen Krisentelefon als Zuhörer und Ratgeber bereit. 

Sie können Tipps geben, wie man die Isolation von Freunden und Familie übersteht, wie man quälenden Grübeleien entgegenwirken und zu mehr Gelassenheit kommen kann, aber auch, wie man den Ängsten der Kinder begegnen kann. Ebenso können die Studenten zu in praktischen Fragen beraten, etwa wie man das Homeoffice mit Kindern organisiert. Kassels Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote unterstützt das neue Angebot und will mit der Hotline des Instituts für Psychologie kooperieren: „Damit können wir eine Lücke schließen.“ Neben den enormen medizinischen und  organisatorischen Herausforderungen der Coronakrise gelte es, auch die psychosozialen Auswirkungen nicht zu vernachlässigen.

Lesen Sie alle News zum Coronavirus in Kassel in unserem Ticker.

Eine erste Bilanz des digitalen Semesters an der Uni Kassel. Es fällt positiv aus. 

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