Blick in Kasseler Innenstadt

Einkauf vor dem Lockdown: Menschen stehen Schlange vor Geschäften in Kassel

Schlange vor dem City-Point: Wer am Samstag in der Innenstadt etwas kaufen wollte, musste auch ein wenig Zeit mitbringen.
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Schlange vor dem City-Point in Kassel: Wer am Samstag in der Innenstadt etwas kaufen wollte, musste auch ein wenig Zeit mitbringen.

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Zudem kommt der harte Lockdown. Was hat das für Auswirkungen auf den Einkauf? Ein Blick in die Innenstadt von Kassel.

Kassel – Mit einem entspannten Bummel hat das nichts zu tun. Trotz Corona schieben sich die Menschen über die Königsstraße. Kopf runter, Kragen hoch, Masken im Gesicht, Tüten in der Hand. Es ist Samstagnachmittag, ein Tag vor dem dritten Advent. Ob Douglas, Thalia oder Zara – vor den Geschäften bilden sich lange Schlangen. Einkäufe kurz vor Weihnachten gehen meistens mit Stress einher, und in Pandemiezeiten erst recht.

Lockdown in Kassel: Lange Schlangen vor dem City-Point

Vor dem City Point warten die Menschen ebenfalls geduldig. Ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Protex, der den Eingang überwacht, hebt auf Nachfrage kurz den Daumen: alles im Griff. Schubweise lässt er die Leute das Einkaufszentrum betreten. Weiter hinten in der Schlange geht das einer Gruppe Teenager aber spürbar zu langsam. Glücklicherweise stößt eine Freundin dazu und erklärt, dass es beim Eingang um der Ecke wesentlich schneller ginge. Guter Tipp.

Weil nur eine bestimmte Anzahl in den City Point darf, herrscht im Inneren auf den Rolltreppen und Gängen eine fast unaufgeregte Atmosphäre. Bei Saturn muss es im Laufe des Tages andere Szenen gegeben haben. Zumindest geht das aus einem Gespräch zwischen zwei Kolleginnen hervor. Es sei voll gewesen. Die Schlange an der Kasse habe sich bis zur Handy-Abteilung gezogen. „Keiner weiß, wie es weitergeht. Deswegen wollen heute wohl noch mal alle zuschlagen“, sagt eine Verkäuferin.

Corona in Kassel: Einkaufen für Weihnachten vor dem Lockdown

Aus solchen Gründen hat es auch Stefanie Bachmann in die Innenstadt gezogen. Sie bräuchte noch zwei, drei Geschenke, würde die eigentlich lieber bestellen, sei sich aber unsicher, ob sie dann rechtzeitig ankämen. Nun will die 41-Jährige noch eben einen Gutschein für die Schwiegermutter besorgen. Bei Douglas. Vier Kassen sind geöffnet. „Gucken Sie doch mal, was hier los ist“, sagt Bachmann: „Die Leute wirken regelrecht panisch.“ Als sie wieder auf die Königsstraße ins Freie tritt, atmet sie erst mal tief durch.

Hinter ihrem Mund- und Nasenschutz lässt sich nicht erkennen, ob Melanie und Selin Baluch ebenfalls tief durchatmen und ob sie freudig strahlen. Zufrieden sind sie allemal. Jede trägt pickepackevolle Tüten. Damit sei das Thema Geschenke so gut wie erledigt, sagt Melanie Baluch. Normalerweise würden sie jetzt auf dem Weihnachtsmarkt mit einem Glühwein auf ihren Shopping-Erfolg anstoßen. Die Atmosphäre fehle komplett. So käme überhaupt keine Weihnachtsstimmung auf. Für die beiden läuft der Einkauf unter dem Motto: muss halt sein. Melanie Baluch sagt: „Wir wollen hier nur schnell durch und dann wieder nach Hause.“

Corona in Kassel: Läden vor dem Lockdown unterstützen

Mit mehreren Tüten in der Hand schlendert Andreas Walther über den Königsplatz. In dem gehetzten Treiben wirkt er wie ein Ruhepol. „Ich habe alles bekommen“, sagt der 38-Jährige. Geschenke für die Familie. Spiele. Klamotten. Er bestelle nicht so gern und möchte die Kasseler Läden unterstützen. Und da er davon ausgehe, dass ab Mitte der Woche die Geschäfte wegen des Lockdowns geschlossen sein werden, „habe ich mich eben heute schnell losgemacht“.

Angst, sich mit Corona anzustecken, hat er nicht. Er findet die Regelungen okay. Er habe den Eindruck, dass die Menschen sich vernünftig verhalten. „Man braucht nun mal Geschenke.“ Umso glücklicher ist er jetzt, dass er seinen Weihnachtseinkauf erledigt hat. (Robin Lipke)

Alle aktuellen Informationen zu Corona in der Region Kassel finden Sie in unserem News-Ticker.

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