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Lollitests in Kitas: Stadt Kassel erstattet freien Trägern jetzt doch die Kosten

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Von: Katja Rudolph

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Mehrere Kinder sitzen nebeneinander mit kleinen Stäbchen in den Händen, die sie in den Mund führen.
An den Kosten scheitert es nicht mehr: Die Stadt Kassel übernimmt ab sofort für alle Kasseler Kitas den Eigenanteil der Kosten für Lollitests. Das Foto stammt aus einer Kita in Augsburg. © Peter Kneffel/dpa

Jetzt also doch: Die Stadt Kassel übernimmt den Kostenanteil der freien Kita-Träger an Corona-Lollitests. Oberbürgermeister Christian Geselle erklärt den Grund.

Kassel – Bei der Versorgung aller Kasseler Kitas mit Lollitests ist gestern eine entscheidende Hürde weggefallen: Alle Einrichtungen im Stadtgebiet haben ab sofort die Möglichkeit, sich die Testkosten in voller Höhe erstatten zu lassen.

Bislang waren die freien Träger auf der Hälfte der Testkosten sitzen geblieben. Denn das Land Hessen übernimmt lediglich die Hälfte der Kosten für Lollitests in Kitas. Die Stadt finanzierte für ihre eigenen Kitas zwar den Eigenanteil, nicht jedoch für die Einrichtungen freier Träger.

Kassel übernimmt Kita-Kostenanteil von Corona-Tests – wegen Omikron

Für die Recherche zum Thema hatte die HNA von der Stadt die Auskunft bekommen, man habe „weder haushaltsrechtlich noch finanziell die Möglichkeit, die freien Kita-Träger aus städtischen Haushaltsmitteln zu unterstützen“.

Am Freitagmittag dann die Kehrtwende in einer Pressemitteilung der Stadt: Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) habe entschieden, dass die Stadt Kassel künftig in allen Kindertagesstätten im Stadtgebiet den Eigenanteil für die Lollitests übernimmt. Die dafür nötigen finanziellen Mittel habe der OB bewilligt. „Eltern sind auf eine funktionierende Kinderbetreuung angewiesen“, erklärte Geselle.

Gerade angesichts des verschärften Infektionsgeschehens durch die Omikron-Variante seien die regelmäßigen Corona-Schnelltests „eine wichtige Säule, um größtmöglichen Schutz für die Kinder, deren Familien sowie die Erzieherinnen und Erzieher zu erreichen“, so der Oberbürgermeister.

Änderung bei Quarantäne-Regeln erhöht den Corona-Testbedarf

Weil Anfang der Woche auch das Quarantäne-Verfahren für Kitas geändert wurde, ergebe sich nunmehr kurzfristig für alle Träger ein höherer Bedarf an Testungen, ergänzte Antje Kühn, Leiterin des Amtes Kindertagesbetreuung Kassel.

Wie berichtet, dürfen nun auch bei einem Coronafall in der Gruppe die anderen Kinder weiterhin betreut werden – sofern sie symptomfrei sind und täglich ein aktueller Negativtest vorgelegt wird. „Es ist im Sinne der Kinder, ihnen die Betreuung in gewohnter Umgebung zu ermöglichen und weitere Einschränkungen zu vermeiden“, sagte Kühn.

Sie weist darauf hin, dass ergänzend zu den von den Kitas zur Verfügung gestellten Tests auch zwei Tests pro Woche bei zertifizierten Teststellen kostenfrei vorgenommen werden können (bei 24 Stunden Gültigkeit des Testergebnisses). Alternativ müsse der Schnelltest jeden Morgen vor dem Kitagebäude durch die Eltern vorgenommen werden.

Nach wie vor könne das Gesundheitsamt Region Kassel aber auch ganze Gruppen in Quarantäne versetzen, wenn eine erhöhte Infektionslage vorhanden ist, informiert die Stadt. Jedoch wolle man Eltern bei vereinzelten Corona-Fällen in der Gruppe die Möglichkeit bieten, eine Betreuung für ihre Kinder weiter in Anspruch nehmen. (Katja Rudolph)

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