Viele Tische bleiben leer

Angst vor Coronavirus? Viele Tische in Kassels China-Restaurants bleiben leer

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Angst vor Coronavirus in Kassel: Viele Tische bleiben leer: Yun Xu, Inhaber des Kaiser Garden in der Kurfürstengalerie, hat derzeit wegen der Verunsicherung vieler Menschen durch das Corona-Virus deutlich weniger Kundschaft. 

Inhaber von China-Restaurants in Kassel leiden seit Ausbruch des Coronavirus unter sinkenden Gästezahlen. Eine Sache ärgert einen Gastronom besonders. 

  • Deutlich weniger Kundschaft in China-Restaurants in Kassel
  • Angst vor Coronavirus: Rückgang der Gästezahlen
  • Ärger über Panikmache

Kassel – China ist derzeit im übertragenen Sinn in aller Munde: Täglich neue Meldungen zum Coronavirus und seiner Verbreitung beschäftigen die Menschen auch in der Region. Ganz konkret scheint das einigen den Appetit auf chinesisches Essen zu verderben. China-Restaurants in Kassel klagen über deutlich weniger Kundschaft seit dem Ausbruch der Epidemie in China.

Kassel: Seit Ausbruch des Coronavirus weniger Gäste in China-Restaurants

Seit Mitte Januar, als das Coronavirus auch in Deutschland in die Schlagzeilen kam, habe er deutlich weniger Kundschaft, klagt Yun Xu. Er betreibt den „Kaiser Garden“ in der Kurfürsten-Galerie und beziffert den Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren auf 50 bis 60 Prozent. In seinem Asia-Markt „Fu Xing“ am Martinsplatz hingegen laufe der Betrieb normal.

Kassel: Angst vor Coronavirus - Lebensmittel kommen aus Deutschland

Xu betont, dass der größte Teil der Lebensmittel, die im Restaurant verwendet würden, aus Deutschland stammt oder von einem Asia-Großhandel in Holland. Frischeprodukte wie Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch könne man allein aus logistischen Gründen nicht aus China beziehen. „Das meiste kaufen wir in der Metro.“ Nur die Soja-Soße komme direkt aus China – aber was heute auf den Tischen in seinem restuarant in Kassel stehe, sei natürlich schon längst vor Ausbruch des Coronavirus produziert worden, betont Xu.

Der Gastronom aus Kassel hofft, dass Aufklärung hilft, um die Kundschaft zurückzugewinnen. „Die Menschen müssen keine Angst haben, bei uns zu essen.“ Auch im Restaurant „Shan Dong“ am Lutherplatz bekommen Christian Bürger und Shaojie Han die Verunsicherung durch das Coronavirus zu spüren. „Es ist zwar immer noch viel los, aber mein Eindruck ist, dass vor allem weniger Chinesen kommen“, sagt Bürger.

Kassel: Coronavirus - Panikmache führt zu Vorurteilen

Viele Stammgäste, die die Treue halten, erkundigten sich nach der Familie seiner Frau in China. Dort gehe es aber allen gut. Eine chinesischstämmige Gastronomin aus Kassel, die ebenfalls unter einem Gästerückgang leidet, ärgert sich über einige deutsche Medienberichte über das Coronavirus, die zu Vorurteilen und Panikmache führten. Sie habe neulich sogar beim Optiker den Eindruck gehabt, dass die Mitarbeiterin auffällig auf Abstand zu ihr gegangen sei.

Die Chinesin hofft, dass die Vorsichtsmaßnahmen weltweit greifen und das Virus sich nicht weiter ausbreitet. „Sonst wird es auch in Deutschland bald die gesamte Gastronomie-Branche treffen.“

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Von Katja Rudolph

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