Kurdische Verbände rufen auf

Kassel: Demo gegen Rüstungsindustrie und Kriegsverbrechen

Am Samstag (04.07.2020) demonstrieren prokurdische Aktivisten in Kassel unter anderem bei dem Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann in Kassel. 
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Am Samstag (04.07.2020) demonstrieren prokurdische Aktivisten in Kassel unter anderem bei dem Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann in Kassel. 

In Kassel wurde eine Groß-Demo angekündigt. Kurdische Verbände wollen am Samstag ein Zeichen gegen aktuelle Kriegsverbrechen setzen.

  • Demo in Kassel: Kurdische Verbände rufen zur Großdemo auf
  • Thema soll auch die Rüstungsindustrie in Kassel sein
  • Die Demo beginnt am Samstag (04.07.2020) um 17.30 Uhr am Halitplatz in Kassel

Kassel - In Kassel wurde eine Groß-Demo unter dem Motto „Stoppt den Krieg in Kurdistan" angekündigt. In einer Pressemitteilung der Aktivisten heißt es das sie gegen aktuelle Kriegsverbrechen der Türkei und ihrer Verbündeten auf die Straße gehen wollen. Zudem soll die Waffenindustrie in Kassel Thema bei der Demo sein.

Demo in Kassel: Das ist der Anlass

Die Aktivisten aus Kassel werfen der Türkei in einer Pressemitteilung schwere Kriegsverbrechen vor, diese wollen sie mit ihrer Demo anprangern. Das kurdische Medienhaus ANF berichtet, ebenso wie andere Medien, von den Kriegsverbrechen. Demnach wurden von der türkischen Luftwaffe, Krankenhäuser und Flüchtlingscamps bombardiert. Das stellt nach der Genfer-Konvention Kriegsverbrechen dar.

Das Flüchtlingslager Maxmur im Nord-Irak, soll am 15. Juni von über 50 Kampfjets der türkischen Armee angegriffen worden sein. In ihrer Pressemitteilung schrieben die Aktivisten zu den Angriffen: “Sie trafen damit die Menschen, die bereits verletzt und verwundet waren. Es waren gezielte Akte gegen die Menschlichkeit.“

Kassel: Demo richtet sich auch gegen Waffenproduktion

Die Demo in Kassel soll sich auch direkt gegen die lokale Waffen-Industrie richten. Die Demo wird hierfür eine Zwischenkundgebung vor dem Kassler Waffenbauer KMW abhalten. In der Pressemitteilung heißt es hierzu „Die Rüstungsindustrie in Kassel ist durch die Lieferung von Waffen, gerade an die Türkei, mit für die Angriffe auf die kurdischen Gebiete verantwortlich.“

In der Veröffentlichung der Aktivisten nannten sie als Beispiel, für die Tragweite der Rüstungsindustrie in Kassel, das hier die Endmontage der Leopard II Kampfpanzer stattfindet. In Kassel bekommt dieser demnach seinen Waffenturm verbaut, bevor er dann exportiert wird. Die Türkei ist eines der Hauptabnehmer Länder dieses Panzertyps. Aber auch das nachfolge Modell, der Puma, hat eine enge Verbindung nach Kassel, dieser wurde in der documenta Stadt konzipiert. Die Rüstungsindustrie in Kassel ist oft Ziel von Protestaktionen, wie der heutigen Demo.

Angekündigt wurde die Demo in Kassel für 17.30 Uhr. Startpunkt soll der Halitplatz in der Kassler Nordstadt sein. Laut Polizei Kassel ist die Demo ordnungsgemäß angemeldet worden. Sie wird bis zum Opernplatz führen und dort mit einer Endkundgebung beendet werden. Die Polizei wird die Demo, nach eigenen Angaben, begleiten.

Die Aktivisten aus Kassel erwarten, nach eigenen Angaben, bis zu 1000 Personen auf der Demo. In ihrer Pressemitteilung merkten sie an, dass es in der Vergangenheit am Rande von kurdischen Demos bereits des Öfteren zu Auseinandersetzungen mit Anhängern der türkischen Rechten gab.

Demo in Kassel: Stoppt den Krieg in Kurdistan

Kassel: Demo von Kurden keine Seltenheit

Im Oktober 2019 ab es in Kassel eine Demo* mit über 500 Personen, die friedlich gegen Faschismus demonstrierten. Ein weiteres Anliegen der damaligen Demo war die Solidarität mit den befreiten kurdischen Gebiten in Nord-Ost Syrien (Rojava).

Aber nicht jede Demo in Kassel* läuft so friedlich ab wie die Ende 2019. Bei einer Demo gegen den Aufmarsch der Rechtsextremen Kleinstpartei „Die Rechte“, kam zur gewaltsamen Auflösung einer Sitzblockadde. (Lucas Maier) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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