Fragezeichen hinter Eishalle, fast alles sicher bei Salzmann

Kassel. Bei Salzmann sind alle planerischen Voraussetzungen erfüllt, um aus dem Industriedenkmal ein Technisches Rathaus zu machen. Bei der Eissporthalle gibt es noch Klärungsbedarf - das ist in Kurzform das Ergebnis der Pressekonferenz, die der Projektentwickler Dennis Rossing am Mittwoch gegeben hat.

Die vielen Fans der Kassel Huskies sind vor allem daran interessiert, was aus der Eissporthalle wird. Rossing sagte, er halte weiter an seinem Plan fest, das Gebäude zu kaufen und für 14 Millionen Euro zu einer Multifunktionsarena mit 7500 Plätzen umzubauen, in der auch andere Sportereignisse und Konzerte stattfinden können. Die Eishalle gehört noch Simon Kimm. Rossing hat bereits einen Kaufvertrag unterzeichnet. In diesem Vertrag gibt es zwei Fristen - und hier wird es kompliziert: Eine Frist ist am 30. Juni abgelaufen. Damit geht das Eigentum an der Eishalle auf Dennis Rossing über, das hat der Unternehmer aus Bad Hersfeld auch bestätigt. Er habe jedoch noch bis zum 31. August Zeit, um von dem Vertrag zurückzutreten, sagte er.

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"Ich kann die Halle nur übernehmen und umbauen, wenn ich sie wirtschaftlich betreiben kann", sagte Rossing. Was diese Einschränkung konkret bedeutet, ließ Rossing auch auf Nachfrage offen. Die Verhandlungen mit Kimm seien "sehr konstruktiv". An dem vertraglich vereinbarten Kaufpreis werde er auch nicht rütteln, sagte Rossing. Um welche Summe es geht, verraten beide Seiten nicht. Dem Vernehmen nach sind es fünf Millionen Euro. Nach Informationen unserer Zeitung geht es in den Verhandlungen mit Kimm vor allem um die Modalitäten der Zahlung - also nicht die Summe, sondern die Frage, wann welcher Betrag gezahlt werden muss. Zur wirtschaftlichen Betrachtung einer Veranstaltungshalle gehört auch der Verkauf von Namensrechten. Diese können dem Eigentümer der Halle mehrere Millionen Euro einbringen. Dem Vernehmen nach verhandelt Dennis Rossing gerade mit einem Unternehmen aus der Region darüber.

Bilder der Pressekonferenz und der Musterbüros

Rossing stellt Salzmann- und Eishallen-Pläne vor

Pressekonferenz zum Thema Salzmann und Eishalle: Manche Fragen bleiben offen.

Während der Pressekonferenz ging es auch um das Salzmann-Gebäude. Dieses gehört Rossing seit einigen Jahren. Sein Plan, der Stadt nach dem Umbau des Industriedenkmals 10.000 Quadratmeter Fläche für ein Technisches Rathaus zu vermieten, scheint aufzugehen. Die planerischen Voraussetzungen seien jedenfalls erfüllt, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). 350 städtische Mitarbeiter könnten ab 2015 in Bettenhausen arbeiten, die zur Baugenehmigung erforderlichen Unterlagen sollen nächste Woche eingereicht werden. Über die Details des Mietvertrages werde noch verhandelt, sagte Architekt Hans-Uwe Schultze. Rossing nannte neben der Stadt einen zweiten großen Mieter: Die Versicherung HUK-Coburg werde Flächen für 140 Mitarbeiter mieten. Insgesamt sollen ab 2015 etwa 600 Menschen in dem Gebäude arbeiten. Ein großer Gastronomiebereich soll gebaut werden, ein Hotel Garni oder Boarding House sei möglich. Außerdem ist laut Schultze ein "Themenkomplex Oldtimer" möglich, also wohl eine Ausstellung und Werkstatt - die Verhandlungen darüber laufen. (hai)

Mehr zu diesen Themen am Donnerstag in der geruckten Ausgabe der HNA Kassel.

Ticker zum Nachlesen

14.20 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

14 Uhr: Rossing: Das Eigentum an der Eishalle geht jetzt gerade auf mich über. Ich habe aber noch bis 31.8. die Möglichkeit, vom Kaufvertrag mit Kimm zurückzutreten. Wir sind in Gesprächen, die ich als konstruktiv empfinde.

13.50 Uhr: Die Eishalle wird, wenn gekauft oder an ihr gebaut werde, nicht vor 2015 fertig. Architekt Schultze zeigt detaillierte Pläne für ein Veranstaltungszentrum mit einem angebauten Bühnenhaus. Der Heuboden, die Tribüne der Huskies-Fans, bleibt in den Entwürfen. (zur Kaufsituation siehe auch unseren Artikel "Die Frist endet am Samstag: Kauft Dennis Rossing die Eishalle?")

13.40 Uhr: Rossing: "Das Thema Kassel Huskies ist für mich emotional geprägt, nicht wirtschaftlich. Die Menschen stehen hinter dem Team, egal, in welcher Liga. Ich werde die Huskies auch in Zukunft begleiten, um den Menschen in der Region gemeinsam mit den großen und kleinen Unterstützern etwas zurückzugeben. Die Eissporthalle, die zur Multifunktionshalle umgebaut werden soll, muss sich wirtschaftlich betreiben lassen. Daran arbeiten wir, ich bin zuversichtlich."

Schultze zeigt jetzt Pläne. Dass MT Melsungen Hauptmieter in der Eissporthalle werde, wie ein Anzeigenblatt schrieb, sei "eine Lüge".

13.15 Uhr: Stadtbaurat Christof Nolda: Mitarbeiter des Bauamtes waren am Montag im Gebäude und reagierten überwiegend positiv. Die Feinplanung, welcher Mitarbeiter wo sitzen werde, beginne jetzt. Der Bauantrag wird nächste Woche gestellt.

13 Uhr: Es ist auch ein Themenkomplex "Oldtimer" geplant, also eine Ausstellung mit Werkstatt - die Verhandlungen laufen, sagt Schultze.

12.55 Uhr: Architekt Hans-Uwe Schultze: 600 Menschen sollen im Salzmann-Gebäude arbeiten. Die Fertigstellung ist geplant für Ende 2014, das Bauamt soll Anfang 2015 einziehen. Eventuell soll auch ein Hotel Garni entstehen, auf jeden Fall soll es eine Gastronomie mit Außenterrasse geben (dort, wo jetzt die Factory ist).

12.50 Uhr: Die Pressekonferenz ist im Obergeschoss des Salzmann-Gebäudes. Zwei Musterbüros für das Technische Rathaus sind hier aufgebaut.

12.45 Uhr: Rossing bestätigt, dass die Stadt Kassel Hauptmieter bei Salzmann wird - die Versicherung HUK-Coburg geht mit 140 Mitarbeitern ins Salzmann-Gebäude.

12.25 Uhr: Vorabinfo: Ein Hauptmieter neben der Stadt soll die Versicherung HUK-Coburg sein - Näheres in Kürze, der Beginn der Pressekonferenz ist angesetzt für 12.30 Uhr.

Rubriklistenbild: © HNA/Herzog

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