Auch Umzug der Kundenschließfächer  

Neuer Standort in Kassel: Deutsche Bank zieht am Montag an den Friedrichsplatz um 

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Der neue Schriftzug ist dezenter: Statt des schwungvollen Leder-Meid-Emblems ist nun das wesentlich kleinere Logo der Deutschen Bank über dem Eingangsbereich montiert.

Am Freitag bleibt die Hauptfiliale der Deutschen Bank an der Kölnischen Straße in Kassel wegen Umzugs geschlossen, ab Montag, 17. Dezember, empfängt die Bank ihre Kunden im früheren Leder-Meid-Haus.

In gut einjähriger Bauzeit wurde der markante 1950er-Jahre-Bau für die Nutzung als Geldinstitut grundlegend umgestaltet. Während außen noch Zäune und Lieferfahrzeuge die Sicht verstellen und innen Techniker und Bauleute letzte Umzugsvorbereitungen erledigen, konnte die HNA einen ersten Einblick nehmen.

Wo früher geschwungene Treppen und offene Galerieebenen den Raum bestimmten, ist eine großzügige, durchweg ebenerdige Kundenhalle entstanden. Helle Farben, Hölztöne und Video-Displays bestimmen das Bild, auch im hinteren Bereich ist es dank eines Oberlichts in der abgehängten Decke natürlich hell.

Weil die Glaskästen der früheren Schaufensterfront weichen mussten, wurde zur Straße hin Platz gewonnen. Hinter der neuen Glasfront, die mit abgerundeten Ecken den Wirtschaftswunder-Baustil aufnimmt, gelangen Kunden zuerst in einen abgetrennten Automatenbereich, wo man Bankgeschäfte in Selbstbedienung erledigen kann.

Kundenhalle statt Treppen und Galerien: Unternehmenssprecher Heinrich Frömsdorf (links) und der Kasseler Filialdirektor Jürgen Grosch im Foyer des neuen Standorts der Deutschen Bank am Friedrichsplatz. Bis zur Eröffnung am Montag werden noch letzte Arbeiten in dem Gebäude erledigt.  

In den drei Etagen über der Kundenhalle sind Büros und Beratungsräume entstanden. Dorthin ziehen am Montag nicht nur die Mitarbeiter aus der Kölnischen Straße um, sondern auch aus Wilhelmshöhe, wo die Deutsche Bank bisher einen weiteren Standort für Baufinanzierungs- und Firmenkundenberatung unterhalten hat. Das alles werde nun mit insgesamt 34 Mitarbeitern am Friedrichsplatz zusammengeführt, sagte der Kasseler Filialdirektor Jürgen Grosch: „Wir sind wirklich froh, dass wir nach langer Suche so einen guten Standort in zentraler Lage gefunden haben.“

Nach Konzernangaben hat die Deutsche Bank in die neue Kasseler Filiale, die langfristig gemietet ist, einen siebenstelligen Betrag investiert. Das sei eine der größen Investitionen dieses Jahres im deutschen Filialnetz und damit zähle Kassel nun zu den bundesweit modernsten Standorten.

Tolle Aussicht auf den Friedrichsplatz mit Flic Flac: Private-Banking-Beraterin Nicole Siebert in einem der Büros in der oberen Etage des Gebäudes.

Vor allem auf die Informationstechnologie wurde ein starkes Augenmerk gelegt. Neben freiem WLAN und allerlei digitalen Info-Möglichkeiten können die Kunden auch Videoberatungen mit Spezialisten aus der Frankfurter Zentrale in Anspruch nehmen, falls dies bei besonderen Finanzthemen erforderlich ist. Insgesamt 13 000 Meter Kabel wurden beim Umbau in dem Gebäude verlegt, um leistungsfähige Datenverbindungen zu ermöglichen.

Doch manches im Geldgeschäft funktioniert noch wie früher zum Anfassen – so wie die Kundenschließfächer, die ebenfalls an den Friedrichsplatz umziehen und am Mittwoch unter Bewachung durch zahlreiche Sicherheitskräfte in den Tresorraum im Keller des neuen Domizils eingebaut wurden. Die Schließfach-Mieter waren zuvor über den Transport samt Inhalt informiert worden – damit nicht womöglich irgendeine zarte Preziose beim Umzug zerbricht.

Deutsche Bank Kassel an der Kölnischen Straße - Aufnahme aus der Zwischenkriegszeit.

Hintergrund: Deutsche Bank seit 1920 in Kassel

Seit 1920 ist die Deutsche Bank mit einer Filiale in Kassel ansässig. Zehn Jahre später, während der Weltwirtschaftskrise, ging das Kasseler Bankhaus L. Pfeiffer in der Deutschen Bank auf. Das 1848 von Louis Pfeiffer gegründete Kreditinstitut war lange Zeit führend in Kassel gewesen, bis die Geschäfte 1930 von der Deutschen Bank übernommen wurden. Karl Ludwig Pfeiffer leitete die Kasseler Filiale noch bis 1934. Das ursprüngliche Bankgebäude an der Kölnischen Straße wurde im 2. Weltkrieg zerstört, in dem Nachfolgebau an gleicher Stelle war die Deutsche Bank zuletzt nur noch Mieterin. Das Geldinstitut betreut von Kassel aus aktuell rund 35 000 Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden in der Region.

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