Stadt: Kosten zu hoch – Suche nach neuem Standort

Vorerst gibt es keine Dirt-Bike-Strecke

Vorerst gibt es keine Dirt-Bike-Strecke

Kassel. Die seit anderthalb Jahren währende Suche nach einer Radpiste für Kassels Dirt-Biker geht wieder von vorn los.

Nachdem mit einem Hartplatz der TSG Wilhelmshöhe an den Stockwiesen im Februar ein idealer Standort gefunden schien, zieht die Stadt jetzt die Bremse. Die Kosten, um den Platz für die Dirt-Biker herzurichten, seien zu hoch, sagte Jugendamts-Leiterin Judith Osterbrink auf Anfrage der HNA. Eine Kostenschätzung des Umwelt- und Gartenamtes habe ergeben, dass ein niedriger sechsstelliger Betrag nötig wäre, um den 70 mal 45 Meter großen Hartplatz zur Dirt-Bike-Strecke umzubauen. Dafür müsste der alte Belag des Hartplatzes abgetragen und ersetzt werden.

Ebenfalls im Gespräch gewesen war zuletzt eine Fläche in Nachbarschaft des Harleshäuser Friedhofs. Das Vorhaben, dort eine Radpiste für die meist jugendlichen Freizeitsportler anzusiedeln, war allerdings auf massive Bedenken von Anwohnern gestoßen. Weil die Kostenprüfung einen ähnlich hohen Betrag ergeben hatte, ist auch diese Strecke nun vom Tisch. Der hauptamtliche Magistrat hatte Mitte November beschlossen, dass aus Haushaltsgründen keine der beiden möglichen Dirt-Bike-Strecken realisiert wird.

Jetzt sei man auf der Suche nach einer kostengünstigen Alternative, sagt Judith Osterbrink. Hessen Forst, das städtische Liegenschaftsamt und die Jugendlichen seien aufgefordert, Vorschläge für mögliche Flächen zu machen. Es sei bedauerlich, dass die Dirt-Bike-Piste auf dem Platz der TSG Wilhelmshöhe wegen der hohen Kosten nicht umzusetzen sei, sagte Osterbrink. Die Voraussetzungen waren eigentlich optimal: gute Erreichbarkeit mit Bus und Bahn, Beleuchtung, Sanitäranlagen, keine direkten Anwohner.

Der Sportverein TSG, der den Platz selbst ins Spiel brachte, hätte sich auf die Radsportler gefreut - und wollte extra eine neue Sparte gründen. Auch die Dirt-Biker sind enttäuscht. „Die Stockwiesen wären wirklich eine gute Fläche gewesen“, sagt deren Sprecher Jan Appenrodt. Wie das Umwelt- und Gartenamt bei der Kostenermittlung auf eine so hohe Summe komme, sei schwer nachzuvollziehen.

Berechnet worden sei der gesamte Rückbau des alten roten Teerbelags, „dabei würde uns die Hälfte des Platzes reichen“, sagt der 25-Jährige. Ebenfalls nicht berücksichtigt worden sei, dass viele Arbeiten in Eigeninitiative geleistet werden könnten, was die Kosten senke. „Die Jugendlichen sind bereit, selbst Hand anzulegen.“

Von Katja Rudolph

Hintergrund

Sprünge über Erdhügel und Rampen

Dirt-Biker fahren mit speziellen Fahrrädern (besonders stabile Mountainbikes mit kleinem Rahmen und Federgabel) über unwegsames Gelände. Um mit dem Rad zu springen und in der Luft kleine Tricks zu vollführen, bauen sie sich Hügel und Rampen. In Kassel gibt es etwa 200 Dirt-Biker, überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene.

Bis vor anderthalb Jahren übten sie ihre Sportart auf einer Buckelpiste an der Hessenschanze aus, die dann aus Naturschutzgründen gesperrt und zurückgebaut wurde. Seitdem haben die Dirt-Biker in Kassel keine Trainingsmöglichkeit. Die nächste Dirt-Bike-Strecke befindet sich in Treysa (Schwalm-Eder-Kreis).

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