Clubs - gestern und heute

Disko-Ära in Kassel: Liebe eines Ehepaars beginnt im Tanzlokal

+
Die Liebe begann in Disko in Kassel: Christa Appelhans (weißes Kleid) mit ihren Freunden auf der Silvesterparty im „Tanz im Ex“ zum Jahreswechsel 1968/69. Ihr späterer Mann, den sie auf der Party kennenlernte, ist nicht auf dem Bild.

In Kassel begann die Liebe eines Ehepaares vor über 50 Jahren in Tanzlokal. HNA-Leser erinnern sich an Diskotheken und die goldene Disko-Ära.

Kassel - Viele Clubs und Diskos sind in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Kasseler Nachtleben verschwunden, doch die Erinnerungen der Kasseler an diese sind hellwach. Unserem Aufruf, uns Anekdoten zu schicken, sind viele HNA-Leser gefolgt. Darunter war auch Christa Appelhans aus Kassel. Die 72-Jährige hat die Anfänge der Kasseler Clubkultur erlebt und in einem der Tanzlokale ihren Ehemann Alexander (75) kennengelernt, mit dem sie nächstes Jahr Goldene Hochzeit feiert.

Disko-Ära in Kassel: Ehepaar verliebt sich einst in Tanzlokal

Es war die Zeit, als der Stern noch ein beliebtes Ausgehviertel war. Rund um die Kasseler Kreuzung habe sich Ende der 60er-Jahre eine vielfältige Auswahl von „Tanzschuppen“ entwickelt, wie Appelhans erzählt. Einer ihrer Lieblingsclubs war das „Tanz im Ex“ in den Hansa-Häusern an der Kurt-Schumacher-Straße. Dort erlebte sie als junge Frau die Erfolgswelle der Beatmusik.

„Um 19 Uhr sind wir rein, um noch einen Platz zu ergattern. Es war immer rappelvoll. Für 2,50 DM für Eintritt und Garderobe haben wir uns fast den ganzen Abend an einer Cola erfreut“, erinnert sich Appelhans. Wenn das Personal um 22 Uhr wegen der Sperrstunde nach Minderjährigen Ausschau hielt, versteckte sich die Kasselerin auf der Toilette.

Kassel: Aus der Frage „Darf ich bitten?!“ wurden 50 Jahre Ehe und zwei Töchter

Wenn im „Ex“ in Kassel, wie es auch genannt wurde, ausnahmsweise mal nicht so viel los war, ging es ins „Scotch Inn“ oder ins „Old Ranch“, die alle nur wenige Schritte entfernt waren. „Club 21“, „Tenne“, „Jockey-Club“ und „Club Atlantik“ waren beliebte Alternativen bei Appelhans und ihren Freunden. Doch ihren schönsten und gleichzeitig traurigsten Disko-Abend erlebte Appelhans auf der Silvesterparty zum Jahreswechsel 1968/69 im „Tanz im Ex“.

Heute: Alexander und Christa Appelhans.

Es war der letzte Abend, bevor das Lokal in Kassel, das später „La Couleur“ hieß, geschlossen wurde. Doch an diesem Abend traute sich ihr heutiger Mann Alexander, sie zum Tanz aufzufordern. „Normalerweise saßen wir Männer gerne am Eingang, um zu sehen, welche Frauen heute da waren“, sagt er. Er stellte sich mit seinem Freund unauffällig vor Appelhans und ihre Freundinnen und knobelte mit diesem zunächst aus, wer mit welcher der jungen Frauen tanzen darf. Aus der Frage „Darf ich bitten?!“ wurden 50 Jahre Ehe und zwei Töchter. „Solche Clubs gibt es heute nicht mehr“, ist sich Appelhans sicher.

Thema „Club-Sterben“ in Kassel

In Kassel herrscht die Angst und Club-Sterben ist das heiße Thema. Kann man nur noch auf der Kreuzfahrt Party machen oder gibt es in Kassel noch gute Alternativen?

Das Club-Sterben in Kassel wird nach dem Aus des Musiktheaters diskutiert. Club-Betreiber Karl Börries sagt: „Das Club-Sterben gibt es nicht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.