Karlsplatz

4000 Unterschriften gegen documenta-Institut 

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Kommt es oder kommt es nicht? Der Karlsplatz als Standort für das documenta-Institut ist umstritten.

Noch immer wird nach einem Platz für das documenta-Institut gesucht. Der Karlsplatz als möglicher Standort ist jedoch heftig umstritten. 

Kassel – Bei der lockeren Publikumsumfrage zu Beginn der städtischen Info-Veranstaltung zum documenta-Institut erhob sich unter den etwa 150 Gästen nur eine einzige Gegnerin – das war allerdings bei der Frage, wer das Institut generell ablehnt. Weniger Einigkeit herrschte bei der Frage nach dem Standort Karlsplatz für den geplanten Neubau. Da zeigte sich das Publikum gespalten.

Neben Vertretern der Kultur und Stadtpolitik waren am Freitagabend auch viele Geschäftsanlieger und einige Anwohner des Karlsplatzes zu der Veranstaltung in die Musikakademie gekommen. Der Magistrat will, dass der Neubau auf der Parkfläche am Karlsplatz entsteht. Neben stadtgestalterischen Einwänden entzündete sich der Protest der Gegner vor allem am Wegfall der Stellflächen für Autos.

documenta-Institut: Kritik an Bau auf Karlsplatz 

Heinz Jacob, Sprecher der Aktionsgemeinschaft Karlsplatz, überreicht Stadtbaurat Christof Nolda 3000 Unterschriften gegen die Bebauungspläne. Weitere 1000 Unterschriften seien eingegangen und würden nachgereicht, kündigte Jacob an.

Die auf eineinhalb Stunden angesetzte Veranstaltung bestand zum Großteil aus Vorträgen, sodass es nach über eine Stunde den Zwischenruf gab: „Kommen wir noch zur Diskussion?“ Zunächst hatte Kulturdezernentin Susanne Völker den organisatorischen, finanziellen und inhaltlichen Rahmen des geplanten Instituts skizziert. 

Im Anschluss erläuterte Stadtbaurat Nolda die Kriterien der Standortsuche, angefangen von den Eigentumsverhältnissen über die Erreichbarkeit bis zur gestalterischen Aufwertung des Umfelds. All das sei beim Karlsplatz geben, sagte Nolda: „Wir halten es für einen echten Gewinn für die Stadt.“

Kassel: Standort für documenta-Institut? 

Bevor die Mikrofone wirklich für das Publikum geöffnet wurden, hatte die Stadt stellvertretend für das Meinungsspektrum weitere vier Redner auf das Podium gebeten. Darunter Babara Ettinger-Brinckmann (Bundesarchitektenkammer) und Jörg Sperling (documenta-Forum) als Befürworter des geplanten Standorts. 

Der Parkplatz degradiere den wichtigen innenstädtischen Ort zu einem „Hinterhof“, sagte die Architektin. Sperling indes betonte, dass niemand einen „monolithischen Block“ errichten wolle.

Hans Helmut Horn vom evangelischen Kirchenvorstand Mitte legte Wert darauf, dass bei der Bebauung die Karlskirche nicht unsichtbar gemacht werden dürfe.

Jacob als Vertreter der Geschäftsleute am Karlsplatz warnte davor, dass die meisten Unternehmen den Wegfall der Parkplätze nicht überleben würden. „Es würden ein neues Institut geschaffen und an anderer Stelle Arbeitsplätze vernichtet.“

Am Schluss blieb nur Zeit für acht Stimmen aus dem Publikum. Gleich mehrere Redner sprachen sich dabei für die Baulücke am Anfang der Wilhelmshöher Allee neben der Torwache aus.

documenta-Institut auf dem Karlsplatz? Geld für den Neubau steht bereit - die wichtigsten Zahlen:

  • 2,5 Jahre Bauzeit sind für den Neubau veranschlagt. Ziel ist, dass die Arbeiten noch 2021 beginnen.
  • 4 Partner stehen hinter dem documenta-Institut: Stadt Kassel, Land Hessen, Universität Kassel und die documenta und Museum Fridericanum gGmbh.
  • 17 Standorte in fünf Stadtteilen hat die Stadt untersucht. Vier sind in die engere Wahl gekommen. Neben dem Karlsplatz waren das der Parkplatz am Holländischen Platz/Henschelstraße, der Busparkplatz vor dem Ottoneum und der Parkplatz am Schauspielhaus.
  • 24 Millionen Euro sind für den Neubau bereitgestellt. Das Geld kommt zur Hälfte vom Bund, je sechs Millionen steuern Stadt Kassel und Land Hessen bei. Die jährlichen Betriebskosten für das Institut werden sich dann Stadt und Land teilen.
  • 65 Arbeitsplätze sollen im documenta-Institut entstehen, in dem auch das bisherige documenta-Archiv aufgeht. Auch vier Professuren der Uni werden am Institut angesiedelt sein.
  • 85 Stellplätze für Autos gibt es auf dem Parkplatz am Karlsplatz.
  • 6500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche soll das Gebäude haben. Damit ist die Summe aller Grundflächen in sämtlichen Geschossen gemeint. Die Nutz- und Technikfläche wird mit 4900 Quadratmetern beziffert.

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