Oberbürgermeister von 1991 bis 1993

Wolfram Bremeier: Kassels Ex-Stadtoberhaupt wird 80

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Wolfram Bremeier bei der Amtseinführung 1991 . 

Wolfram Bremeier feiert am Sonntag seinen 80. Geburtstag. Der SPD-Politiker war ab 1991 zwei Jahre lang Oberbürgermeister und verlor dann die erste Direktwahl.

Mit seinem Namen verbinden viele auch so viele Jahre später noch die umstrittenen rot-weißen Lollies zur Verkehrsberuhigung in Kassel und die nicht minder polarisierende Treppenkonstruktion auf dem Königsplatz. Am Sonntag feiert der ehemalige Kasseler Oberbürgermeister Wolfram Bremeier (SPD) seinen 80. Geburtstag.

Im politischen und beruflichen Leben des Diplom-Volkswirts und auch für die SPD bedeuteten die zwei Jahre als Stadtoberhaupt von 1991 bis 1993 eine Zäsur. Wolfram Bremeier war das letzte Stadtoberhaupt, das nicht direkt von den Bürgern gewählt wurde.

Die SPD hob Wolfram Bremeier damals als Nachfolger von Hans Eichel auf den Schild

Nur zur Erinnerung, denn das kann man sich heute kaum noch vorstellen: Die Genossen verfügten damals nach der Kommunalwahl von 1989 mit 50,5 Prozent der Stimmen über die absolute Mehrheit im Stadtparlament. Der bisherige Kämmerer Bremeier sollte zum Kronprinzen von Hans Eichel werden. Und wurde es – aus SPD-Sicht selbstverständlich – auch.

1993: SPD wird abgestraft - Wolfram Bremeier verliert die Direktwahl

Was zwei Jahre später geschah, war nicht weniger als ein politisches Erdbeben. Die SPD wurde bei der Kommunalwahl im März 1993 abgestraft und holte nur noch 29,8 Prozent. Wenige Monate später verlor Wolfram Bremeier die Direktwahl zum Oberbürgermeister gegen Georg Lewandowski von der CDU. Zum ersten Mal seit Kriegsende stellte die SPD nicht das Stadtoberhaupt.

Bei einer Ausstellungseröffnung: Wolfram Bremeier heute. 

26 Jahre ist das jetzt her. Mittlerweile gibt es – insbesondere bei den Grünen – Stimmen, die Bremeier für seinen Kurs zugunsten von Bahn und Bus durchaus loben. Bei der SPD sitzt das Trauma von damals immer noch tief.

Wolfram Bremeier suchte nach den beiden Wahl-Debakeln erst einmal etwas Abstand zu Kassel

Seine Erfahrungen als Chef der Städtischen Werke und der KVG nutzte er in Leipzig und Hannover. Bis 2002 war er Geschäftsführer der Deutschen Nahverkehrsgesellschaft. Zehn Jahre nach seinem Abschied kehrte er in die Fuldastadt zurück.

Wer in den vergangenen Jahren mit Wolfram Bremeier zu tun hatte, erlebte ihn als einen Menschen, der sich intensiv für die Förderung des kulturellen Lebens einsetzte. Vom Kulturnetz Kassel bis zu Moderationen im Staatstheater engagiert er sich.

Wolfram Bremeier ist verheiratet und hat einen Sohn aus erster Ehe. Er wurde 1939 in Jena geboren und lebte ab 1952 mit seiner Familie in Göttingen.

1982 wurde er zum Stadtkämmerer in Kassel gewählt. In seine Zeit als Oberbürgermeister fielen die Planungen für die Umwandlung des ehemaligen Kasernengeländes auf der heutigen Marbachshöhe sowie für die Wiedergründung der Unterneustadt.

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