Kassel: Bau einer Raststätte der Superlative

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Kassel: Bau einer Raststätte der Superlative

Kassel. Die Tank- und Rastanlage Kassel-Ost an der A 7 soll zu einer der größten in Europa ausgebaut werden. Bis Ende des Jahres soll der Planfeststellungsbeschluss ergehen, teilt das hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium mit.

Im Zusammenhang mit dem 22 Millionen Euro teuren Umbau wird die in südlicher Fahrtrichtung gelegene Tank- und Rastanlage Kassel-West bereits zum Jahresende stillgelegt. Im Frühjahr werden die Gebäude abgerissen. Bauherren sind der Bund, der für die Anbindung und die Parkplätze zuständig ist, und die Tank & Rast GmbH, die für die sonstige Infrastruktur wie Rast- und Tankstelle sorgt.

Das Verkehrsministerium teilt mit, dass die Arbeiten des Bundes, die nach derzeitigem Plan Ende 2012 starten, bis 2014 abgeschlossen sein sollen. Tank & Rast will 2015 mit dem Bau und der Erweiterung seiner Einrichtungen beginnen. Bei dem Projekt habe die Schaffung von Lkw-Parkplätzen hohe Priorität, sagte Reinhold Rehbein vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen Kassel. Auf einer Gesamtfläche von 88 000 Quadratmetern, etwa zwölf Fußballfelder, sollen unter anderem 176 Stellplätze für Lastwagen entstehen.

Sobald mit einer neuen Großtankstelle Ersatz geschaffen worden ist, wird auch die Tankstelle in nördlicher Fahrtrichtung wegfallen. Neben einem erweiterten Rasthaus sollen zukünftig 250 Pkw-Parkplätze zur Verfügung stehen. Der Verkehr in Richtung Süden, der die Raststätte Kassel-Ost samt Motel bislang nur über eine Behelfsauffahrt erreicht, erhält eine eigene Auffahrt auf die Anlage. Die Abfahrt auf die A 7 läuft in beide Fahrtrichtungen zukünftig über den Lohfeldener Rüssel. Der Umbau der Rastanlage findet im Zuge des 8-spurigen Ausbaus der A7 im Kasseler Becken statt.

Von Bastian Ludwig

Wettkampf um Lkw-Parkplätze

Es gibt zu wenig Stellflächen an den Autobahnen – 635 neue Plätze entstehen derzeit in Nordhessen

Kassel. Allabendlich beginnt der Ansturm auf die Lkw-Parkplätze an den Autobahnen. Rund um Kassel sei das Problem vor allem an der A 7 und der A 44 zu beobachten, sagt Helmut Stieglitz, Leiter der Autobahnpolizei Baunatal. 574 Stellflächen gibt es nach Angaben der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung derzeit in Nordhessen. Eindeutig zu wenig, finden die Lkw-Fahrer.

Derzeit, so teilt die Verkehrsverwaltung mit, seien deshalb 635 neue Parkplätze in Nordhessen in Planung oder im Bau. Der hessische Verkehrsminister Dieter Posch hatte kürzlich vom Bund weiteres Geld gefordert, um noch einmal 1000 Lkw-Parkplätze in Hessen bauen zu können. Die Verhandlungen mit dem Bundesverkehrsministerium liefen in dieser Sache noch, teilt sein Ministeriumssprecher Wolfgang Harms mit

Grund für das gestiegene Verkehrsaufkommen ist die EU-Osterweiterung. Seit dem freien Warenverkehr nach Osten hat der Güterkraftverkehr stark zugenommen. Bei der aktuellsten Verkehrsmessung im Jahr 2005 wurden täglich 13 700 Lkw gezählt, die auf der A 7 an Kassel vorbeifuhren. An der A 44 waren es 8800 gewesen. „Seitdem hat das Aufkommen aber nochmal zugenommen“, sagt Polizist Stieglitz. Unterdessen sorgt der Parkplatzmangel immer wieder für Konflikte. Zum einen, weil die Lkw-Fahrer für die Nacht auf autobahnnahe Mischgebiete mit Wohn- und Gewerbebebauung ausweichen.

Dort fühlen sich Anwohner oft durch den Lärm gestört. Ein weiteres Problem ergibt sich direkt auf den Raststätten. Fahrer, die keinen regulären Parkplatz finden, stellen sich teilweise in die Auf- und Abfahrten oder blockieren Rettungswege. „Weil wir das Parkplatzproblem kennen, haben wir schon eine gewisse Toleranzschwelle, aber solche Verstöße können wir nicht dulden“, sagt Stieglitz. Während sich auf den Raststätten abends die Lkw ballen, gibt es auf dem SVG-Autohof am Lohfeldener Rüssel noch freie Kapazitäten.

„Unter der Woche sind wir zu 75 bis 80 Prozent ausgelastet“, sagt dessen Betreiber Gurdev Rai. Zudem lasse sich das Parkplatzangebot auf 170 Plätze aufstocken. Warum einige Lkw-Fahrer den Autohof nicht ansteuern und stattdessen eine lange Suche in Kauf nehmen, kann Rai nicht verstehen: „Wir nehmen sieben Euro für den Stellplatz, diese werden zu 100 Prozent auf den Verzehr in unserem Autohof angerechnet.“ Möglicherweise sei auch die uneindeutige Ausschilderung des Autohofes ein Problem. Stieglitz macht sich Sorgen um die Zeit nach der Stilllegung der Raststätte Kassel-West zum Jahresende. „Dann fehlen bis zum Ausbau der Rastanlage Kassel-Ost noch einmal etwa 35 Parkplätze.“

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