Tat wurde am 9. Februar 2018 begangen 

Elf Jahre Haft für Kopfschuss: 38-Jähriger wegen versuchten Mordes verurteilt

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Der Tatort in Bettenhausen: Hier wurde der Schmuckhändler angeschossen.

Wegen versuchten Mordes, besonders schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung unter Verwendung einer Waffe ist ein 38-jähriger Asylbewerber aus Armenien zu elf Jahren Haft verurteilt worden.

Eine 42-jährige Mitangeklagte aus Kassel wurde wegen Begünstigung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Für die sechsten Strafkammer des Kasseler Landgerichts habe es keinen Zweifel gegeben, dass der Angeklagte am 9. Februar 2018 einem Goldhändler vor dessen Wohnhaus in der Leipziger Straße in Kassel mit einer Pistole Kaliber 22 in den Kopf geschossen hat, um an dessen Tasche mit Schmuck, Uhren und Geld zu kommen. Der Goldhändler überlebte den aufgesetzten Kopfschuss, der keine lebensbedrohlichen Verletzungen zur Folge hatte.

Zum Glück für Opfer und Täter, so der Vorsitzende Richter Volker Mütze bei der Urteilsbegründung. Zwar habe der 38-Jährige eine Tötungsabsicht verfolgt. Da durch den Schuss aber keine unmittelbare Lebensgefahr entstand, sei die Kammer zu dem Ergebnis gekommen, den Mordversuch mit einer milderen Strafe als lebenslänglich zu bestrafen. Für den Angeklagten habe gesprochen, dass er nicht einschlägig vorbestraft sei.

Angeklagter legte kein Geständnis ab 

Dass er kein Geständnis abgelegt hat, damit holte er sich vor Gericht keine Pluspunkte. Mütze zählte mehrere Indizien auf, die in der Gesamtschau dafür sprächen, dass der 38-Jährige auch der Täter war. Teile der Beute wurden in seiner Asylbewerberunterkunft bei Hamburg gefunden, ebenso wie Schmauchspuren an seiner Kleidung. Zudem befand er sich zur Tatzeit in Kassel. Telefongespräche zwischen ihm und seiner Komplizin wurden überwacht.

Bei der Observierung erfuhr die Polizei auch davon, dass die Frau Schmuck aus der Beute nach Norddeutschland bringen soll. Bei der Fahrt wurde sie verhaftet. „Sie waren möglicherweise blind vor Liebe, aber nicht blind vor dem Geschehen“, so Mütze.

Was bedeutet "versuchter Mord"?  

Da Mord mit seiner Strafandrohung ein Verbrechen darstellt, ist auch sein Versuch strafbar. Für einen Mordversuch ist erforderlich, dass der Täter mindestens Tatentschluss bezüglich des Todes eines Menschen hat, zur Tötung dieses Menschen ansetzt und dabei ein Mordmerkmal verwirklicht. Grundsätzlich wird auch ein Mordversuch mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. Das Gericht kann die Strafe jedoch mildern. In diesem Fall beträgt die Strafe 3 bis 15 Jahre.

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