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Energie-Krise: Versorgungssicherheit für Kassel - Kraftwerk wird für 30 Millionen Euro ausgebaut

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Von: Bastian Ludwig

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Hier wird kräftig investiert: 30 Millionen Euro sollen in die Modernisierung des mehr als 50 Jahre alten Müllheizkraftwerkes fließen. Archivfoto: Dieter Schachtschneider/Charterflug Knabe
Hier wird kräftig investiert: 30 Millionen Euro sollen in die Modernisierung des mehr als 50 Jahre alten Müllheizkraftwerkes fließen. Archivfoto: Dieter Schachtschneider/Charterflug Knabe © Archivfoto: Dieter Schachtschneider/Charterflug Knabe

Das Müllheizkraftwerk (MHKW) in Kassel wird modernisiert. Die Anlage werde in den nächsten Jahren mit 30 Millionen Euro so aufgerüstet, dass sie 20 Prozent mehr Fernwärme und Strom liefere.

Kassel - Vor dem Hintergrund der Energiekrise und der geopolitischen Lage sorge das Kraftwerk damit zugleich für einen Beitrag zur Versorgungssicherheit mit Strom und Fernwärme für Kassel, das teilt das städtische Unternehmen mit. 

„Retrofit“ heißt das millionenschwere Investitionsprogramm, mit dem das Kraftwerk im Bestand modernisiert werden soll. Technische Verbesserungen sollen für entsprechende Kapazitätserweiterungen sorgen. Aktuell werden in der 1968 auf den Lossewiesen gebauten Müllverbrennungsanlage 200 000 Tonnen Müll vor allem zu Fernwärme umgewandelt. Das MHKW steuert aktuell ein Drittel der in Kassel erzeugten Fernwärme bei – etwa 13.600 Haushalte können damit versorgt werden. Die ganzjährig betriebene Anlage sichert zudem die Grundlastversorgung. Hinzu kommen 80.000 Megawattstunden elektrische Energie im Jahr – das entspricht dem Bedarf von 20.000 Vier-Personen-Haushalten.

Energie für Kassel - Müll für das Kraftwerk kommt von über 600.000 Bürgern

Neben den Kasseler Stadtreinigern liefern auch weitere kommunale und private Entsorger aus Nord- und Mittelhessen ihren Abfall an die Lossewiesen. Der Müll stammt von 617.000 Bürgern und ihren Haushalten, von kommunalen Einrichtungen und Wirtschaftsbetrieben der Region.

„Die Themen Wärme und Strom werden in den kommenden Monaten noch bedeutsamer werden. Im Sinne der Daseinsvorsorge müssen wir die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern mindern. Der Ausbau lokal erzeugter Fernwärme ist dabei eine wichtige Säule“, sagt Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). Abfalldezernent und MHKW-Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Stochla stellt heraus, dass die Stadt mit dem MHKW „die Entsorgungsverantwortung für einen großen Teil der hier entstehenden Abfälle“ übernehme. Mit der Investition richte sich die Stadt auch in Zukunft im Sinne von Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung aus. Durch die Kooperation der lokalen Entsorger mit dem MHKW würden Emissionen eingespart.

Blick in die Leitwarte: Von hier aus wird das Müllheizkraftwerk gesteuert.
Blick in die Leitwarte: Von hier aus wird das Müllheizkraftwerk gesteuert. © MHKW

40 Prozent des verbrannten Mülls stammen nach Unternehmensangaben aus Kassel, 18 Prozent aus dem benachbarten Schwalm-Eder-Kreis und 15 Prozent aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf. Das restliche Viertel der Abfallmenge stammt aus dem übrigen Hessen.

Kraftwerk Kassel - 2007 wurde die jüngste Modernisierung abgeschlossen

Die jüngste Modernisierung des Kraftwerks war 2007 abgeschlossen worden. Es entstanden zwei neue Kesselanlagen und die Rauchgasreinigung wurde auf den neusten Stand gebracht.

Welche technischen Neuerungen im Zuge des 30-Millionen-Projektes wann umgesetzt werden sollen, will das MHKW in den kommenden Wochen bekannt geben. Das Kraftwerk hatte 2020 einen Umsatz von 31 Millionen Euro gemacht. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 4,9 Millionen Euro. (Bastian Ludwig)

Das Kraftwerk Kassel wird dank Klärschwamm zudem drei Jahre früher kohlefrei als ursprünglich geplant.

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