Minutengenaue Parkgebühren

Flexibles Parkticket in Kassel: Nie mehr zu viel fürs Parken zahlen - mit der Handy-App

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Parkschein per App als Alternative zum Ticket-Automaten: Nicht nur auf dem Karlsplatz, auch auf allen anderen städtischen Parkflächen ist neuerdings die minutengenaue Abrechnung der Parkgebühr möglich. 

Viele Autofahrer zahlen beim Parken in Kassel mehr als notwendig - das kann mit dem neuen flexiblen Parkticket geändert werden. Handy-App verspricht minutengenau Abrechnung.

  • Neues flexibles Ticket fürs Parken in Kassel
  • Zahlen mit der Handy App "PayByPhone"
  • Abrechnung minutengenau

Viele Autofahrer in Kassel haben noch nicht bemerkt, dass sie fürs Parken häufig mehr zahlen als nötig. Das gilt zumindest für die städtischen Parkplätze und Stellflächen im Straßenraum, für die man einen Parkschein ziehen oder alternativ mit dem Handy bezahlen muss.

Parken in Kassel: Handy-App verspricht minutengenau Abrechnung

Wer dafür die Bezahl-App „PayByPhone“ nutzt, kann seine kostenpflichtige Parkdauer nun jederzeit vorzeitig abbrechen, falls er früher als geplant mit seinen Erledigungen fertig ist. Berechnet wird dann nur die tatsächlich in Anspruch genommene Zeit.

Die etwas versteckte Start-Stopp-Funktion in der App ist nach Auskunft der Stadt Kassel zwar schon seit einiger Zeit aktiv. Doch erst jetzt hat der App-Hersteller seine Nutzer per Info-Mail auf die Möglichkeit des zeitflexiblen Parkens aufmerksam gemacht und das Verfahren erklärt.

Parken in Kassel: Start-Stopp-Funktion der App hilft Kosten sparen

Standardmäßig zeigt die Park-App eine virtuelle Drehscheibe, auf der man die gewünschte Parkzeit einstellen kann – in denselben Intervallen wie auch beim Ticketkauf am Automaten. So kostet eine Stunde Parken am Karlsplatz beispielsweise 2 Euro.

Neuerdings kann man sich in der App alternativ auch einen Start-Stopp-Knopf anzeigen lassen und durch Drücken darauf das Parken beginnen. Wer das zum Beispiel am Karlsplatz in Kassel macht, weil er etwas im Rathaus erledigen will, könnte kurz darauf feststellen, dass bei der betreffenden städtischen Dienststelle gerade niemand erreichbar ist. Kehrt er dann binnen fünf Minuten zu seinem Auto zurück und drückt auf „Stopp“, so hat ihn das Parken statt zwei Euro bloß 16 Cent gekostet, wie eine Stichprobe der HNA ergab.

Die Möglichkeit des flexiblen Parkens mit minutengenauer Abrechnung war von der Stadt Kassel bereits zur jüngsten Anpassung der Parkgebühren Ende 2018 angekündigt worden, hatte sich aus technischen Gründen aber noch verzögert. Im Sommer 2019 wurde die bis dahin für Kassel geltende Park-App „Travipay“ auf die neue Marke „PayByPhone“ umgestellt.

Parken in Kassel: Parkgebühren können seit 2015 mit dem Handy bezahlt werden - Nutzung steigt

Die Möglichkeit, Parkgebühren per Handy zu bezahlen, wurde in Kassel Mitte 2015 eingeführt. Neben der Nutzung der Park-App ist die Bezahlung auch per SMS möglich. Nach Angaben des Abrechnungs-Dienstleisters Sunhill Technologies gibt es ein stetiges Wachstum bei der Nutzung des Handy-Parkens: 2015 seien pro Monat 13.000 Parktickets auf diesen Wegen gekauft worden, Ende 2018 seien es 36.000 gewesen. Aktuellere Zahlen konnte die Stadt Kassel auf HNA-Anfrage nicht liefern. 

Parken in Kassel: Fragen und Antworten zum flexiblen Parkticket-Kauf

Kein Kramen nach passendem Kleingeld mehr am Parkschein-Automaten: Die Möglichkeit, Parkgebühren per Handy zu bezahlen, wird von vielen Autofahrern in Kassel gern genutzt. Seit 2015 ist das möglich, inzwischen sind neue Funktionen hinzugekommen. Fragen und Antworten zu der digitalen Parkticket-Technik:

Welche Möglichkeiten haben Autofahrer in Kassel, ihr Ticket fürs Parken zu bezahlen?

Es gibt dafür drei Möglichkeiten: entweder per Münzeinwurf an den Ticket-Automaten, per SMS mit der gewünschten Parkdauer oder per Smartphone-App. Wer hingegen ein Elektroauto fährt, muss in Kassel nur eine Parkscheibe auslegen.

Wie funktioniert der Parkscheinkauf per SMS?

Wie das SMS-Verfahren geht, steht auf Schildern nahe den Parkautomaten. Man schickt eine Kurznachricht mit dem Autokennzeichen und der gewünschten Parkdauer an eine auf dem Schild genannte Nummer. So eine SMS lautet etwa „KSXY987.30“, wobei die 30 hinter dem Punkt für 30 Minuten steht. Eine Eins hinter dem Punkt hieße stattdessen: Es wurde eine Stunde Parkzeit gelöst. Allerdings sind SMS-Nachrichten bei vielen Handynutzern ein Auslaufmodell – und im WhatsApp-Zeitalter immer häufiger auch gebührenpflichtig.

Und das Parken per Smartphone-App? Hat dieses Verfahren Vorteile?

Die App „PayByPhone“, die für Kassel gilt, ist zunächst einmal komfortabler und zudem frei von Sendegebühren. Beim ersten Start wird die eigene Handynummer registriert und bestätigt. Dann wählt man den Parkplatz auf einer Karte aus (oder erlaubt eine automatische Standortbestimmung) und gibt sein Autokennzeichen ein. Auf einer digitalen Drehscheibe kann man dann entweder eine feste Parkzeit auswählen – es sind die gleichen Intervalle wie am Automaten möglich – oder die neue Start-Stopp-Funktion nutzen. In diesem Fall wird anschließend nur berechnet, wie lange man tatsächlich geparkt hat. Das geht beim SMS-Parken nicht.

Was haben die beiden Handy-Bezahlmethoden gemeinsam, und was sind die Unterschiede?

In beiden Fällen können Kontrolleure durch Eingabe des Kennzeichens in ein Prüfgerät feststellen, wer sein Ticket ordnungsgemäß gezahlt hat. Eine Gemeinsamkeit ist auch, dass man die gelöste Parkzeit von überall aus verlängern kann – eine SMS sowie auch die App warnen, kurz bevor die Parkzeit abläuft. Die zentralen Unterschiede: Minutengenaues Parken ist nur mit der App möglich, und dabei hat man auch die Wahl zwischen verschiedenen Bezahlmethoden. Beim SMS-Parken wird hingegen immer über die Handyrechnung bezahlt beziehungsweise das Prepaid-Guthaben belastet. PayByPhone ist in Kassel übrigens auch der Dienstleister für das SMS-Verfahren.

Spricht es nicht gegen die App, dass man dabei Kontodaten angeben muss?

Das muss man nicht zwingend. Auch mit der App „PayByPhone“ kann man spontan und ohne Bankdaten-Registrierung das Parken bezahlen. In diesem Fall wird auch hier über die Handyrechnung abgerechnet. Wer will, kann auf der Website von PayByPhone aber auch ein Kundenkonto eröffnen und hinterlegen, dass er seine Parkgebühren per Bankeinzug oder Kreditkarte bezahlen will. Oder über den Zahlungsdienstleister PayPal, der solche Daten nicht direkt übermittelt.

Wie wirkt sich das jeweils auf die Kosten beim Parken aus?

Wer mit dem Handy einen Parkschein kauft, zahlt die Parkgebühr und extra 14 Cent pro Buchung. Wer das SMS-Verfahren nutzt, zahlt zudem den SMS-Tarif seines Telefonanbieters. Diese Kosten entfallen bei der App. Wer beim App-Verfahren Daten für eine direkte Abrechnung angibt, für den ermäßigt sich zudem der Aufschlag auf 7 Cent pro Parkvorgang. Diese Servicegebühren behält der Dienstleister ein, die reinen Parkgebühren gehen an die Stadt Kassel.

Was kann die Park-App sonst noch außer minutengenauer Abrechnung beim Parken?

Sie wird in Zukunft immer exakter vorhersagen können, wo in der Innenstadt noch freie Parkplätze zu finden sind und wo es eng wird. Für Kassel enthält die App bereits eine Beta-Version dieser Funktion, die von der Herstellerfirma Sunhill Technologies gemeinsam mit der Universität Hildesheim entwickelt wird. Das Verfahren stellt auf der Stadtkarte einzelne Parkbereiche im Ampelsystem Grün, Gelb, Rot dar, um die jeweilige Auslastung anzuzeigen. Das bietet Sunhill bisher erst in wenigen deutschen Städten an, neben Kassel unter anderem in Düsseldorf und Magdeburg.

Was hat eigentlich VW damit zu tun? Auf den Parkgeld-Abbuchungen taucht der Name „Volkswagen Financial Services“ auf.

Die Finanzierungs-AG von Volkswagen mit Sitz in Braunschweig gehört zu den weltweit größten Anbietern der digitalen Abwicklung fürs Parken und bündelt dies unter der Marke „PayByPhone“. Der Name kommt von einer Tochtergesellschaft im kanadischen Vancouver. Auch die App-Entwicklerfirma Sunhill Technologies in Erlangen ist eine Tochter von Volkswagen Financial Services. Die in Kassel seit 2015 geläufige Park-App „Travipay“ wurde im vergangenen Jahr in PayByPhone umbenannt.

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