Kassel

Essen auf dem Weihnachtsmarkt: So schmeckt der Winter

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Mit leckerem Raclette und einer schönen Atmosphäre am Stand bekam die Käsehütte die höchste Punktzahl von den Testern. Darüber freuten sich Katharina Gärtner (links) und Miriam Nitsche. 

Deftiges Essen ist beim Publikum des Weihnachtsmarkts gefragt. Eine Tester-Jury nimmt das Essen in Kassel unter die Lupe. 

Wenn es frostig kalt ist auf dem Weihnachtsmarkt, sorgt nicht nur der Glühwein für inneres Wohlgefühl. Auch deftige Essensspezialitäten sind beim Publikum gefragt – vor allem besondere winterliche Köstlichkeiten, die sich vom üblichen Volksfest-Angebot aus Bratwurst & Co. unterscheiden. 

Was der Kasseler Märchen-Weihnachtsmarkt in dieser Hinsicht zu bieten hat, nahm eine fachkundige Tester-Jury im Auftrag der Veranstalter von Kassel Marketing unter die Lupe.

Kassel: So schmeckt der Winter 

An 19 Essensständen probierten sich die Gastronomen René Müller (Weißenstein); Joachim Meister (Landhaus Meister) sowie Carina Hofmann-Schubert vom Kasseler Bio-Caterer Biond durch eine Vielfalt von Weihnachtsmarkt-Speisen. 

Sie bewerteten nicht nur den Geschmack und wie das Essen angerichtet ist. Auch für die Atmosphäre am Stand und für die gewisse winterliche oder regionale Note gab es Punkte auf den Bewertungsbögen.

Juroren bei der Arbeit: René Müller (von links), Carina Hofmann-Schubert und Joachim Meister nehmen hier den Feuerlachs am Finnenstand unter die Lupe.

Bei dem Probier-Marathon zeigte sich: Regionale Lieblingsgerichte wie Speckkuchen und Weckewerk sind keine Selbstläufer, wenn das Gesamterlebnis am Stand nicht stimmt. 

Auch Publikumsrenner wie Kartoffelpuffer, Pizza oder Grünkohl konnten nicht recht punkten, sofern sie lieblos angerichtet sind oder wortkarg herübergereicht werden. Am Ende hatten drei Spezialitäten die Nase vorn, die man eher weniger mit Nordhessen verbindet, die aber mit Originalität und besonderer Appetitlichkeit punkteten:

1. Platz: Käsehütte

Am Raclette-Stand von Emil Oswald aus Witzenhausen auf dem Königsplatz kommt geschmolzener Schweizer Käse über Kartoffeln oder uriges Sauerteigbrot. 

Diesen Imbiss können sich Hungrige nach Wunsch mit Lauch, Gürkchen, Speck und etlichen weiteren Zutaten belegen – und bekommen, während sie warten, ein Schälchen mit Oliven und eingelegten Tomaten als kleinen „Gruß aus der Küche“. Fast alles am Stand ist bio und regional, vom Geschmack zeigten sich die Tester ebenso angetan wie von der Präsentation.

2. Platz: Feuerlachs

Der Finnen-Stand von Annika Salonen am Königsplatz ist ein Kasseler Weihnachtsmarkt-Klassiker. Geschmacklich punktete bei den Testern der rauchig-zarte Feuerlachs, der nach skandinavischer Art auf Holzbretter gespannt neben dem Ofenfeuer gegart wird. 

Dazu gibt es einen würzigen, aber leichten Kartoffelsalat sowie knackiges Grünzeug. Auch dass man sich zum Lachs-Genuss eine wärmende Decke gratis leihen kann, fiel positiv auf.

3. Platz: Schwaben-Brot

Warm und duftend kommen die „Dinnete“ am Stand „Sieben Schwaben“ aus dem Holzbackofen. Das Team von Betreiber Alfons Boos bietet die oberschwäbische Spezialität am Königsplatz an. 

Die würzig-knusprigen Fladen aus Sauerteig wurden früher schnell gebacken, wenn der Ofen noch nicht heiß genug für die Brotlaibe war. Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es sie klassisch mit Zwiebeln und Speck belegt sowie in allerlei weiteren Varianten.

Fladen aus Schwaben: Sara Jacob holt am Stand „Sieben Schwaben“ die belegten Dinnete aus dem Holzofen.

Viele andere Speisenangebote haben beim Test aber auch gefallen. „So richtig schlecht“ habe man nirgendwo gegessen, waren sich die Juroren anschließend einig. 

Hier und da aber würden besondere Schmankerl neben Allerwelts-Imbissen wie Bratwurst und Pizza versteckt: „Manche stellen nicht genügend heraus, was sie Besonderes zu bieten haben“, fand Carina Hofmann-Schubert.

Der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt sollte in diesem Jahr weitestgehend plastikfrei werden. Wir haben uns umgesehen, wie gut die Umsetzung dieses Vorhabens geklappt hat.

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