In Leipzig verhaftet

An der Schwelle zum Terrorismus: Linksextremisten planten Anschläge - Anführerin soll aus Kassel sein

Bei der Ankunft in Karlsruhe: Lina E. wurde in der vergangenen Woche festgenommen.
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Bei der Ankunft in Karlsruhe: Lina E. wurde in der vergangenen Woche festgenommen.

Die in der vergangenen Woche in Leipzig festgenommene Linksextremistin Lina E. soll aus Kassel stammen. Sie soll Kopf einer gewaltbereiten Vereinigung sein.

  • Lina E. wird Anfang November in Leipzig bei einer Razzia gegen linksextremistische Vereinigungen festgenommen.
  • Die 25 Jahre ist in Kassel gemeldet und hat an der Universität Kassel studiert.
  • Sie soll als Kopf einer zehnköpfigen Gruppe Anschläge geplant haben

Kassel/Leipzig –Die in der vergangenen Woche in Leipzig festgenommene Linksextremistin Lina E. soll aus Kassel stammen. Die 25-Jährige hat nach Informationen unserer Zeitung 2013 in Kassel Abitur gemacht und ist danach zum Studium nach Leipzig gezogen.

E. wird laut Bundesanwaltschaft verdächtigt, Mitglied einer kriminellen Vereinigung zu sein. Die Mitglieder der linksextremen Gruppe lehnen demnach den bestehenden demokratischen Rechtsstaat, das Recht auf freie Meinungsäußerung und das staatliche Gewaltmonopol ab.

Extremismus in Kassel: Verhaftete war wohl Kopf der Vereinigung

E. aus Kassel soll in der Gruppe schnell zur Anführerin aufgestiegen sein, Angriffe geplant und geleitet sowie ihr Auto für die anschließende Flucht bereitgestellt haben. Sie soll an mehreren Angriffen gegen Anhänger der radikalen Rechten beteiligt gewesen sein, bei denen Personen teils schwer verletzt wurden.

Die junge Frau wurde am Donnerstag vergangener Woche festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Der Fall ist insofern ungewöhnlich, da seit dem Ende der Roten Armee Fraktion (RAF) nur sehr selten Linksextremisten von der Bundesanwaltschaft festgenommen worden sind.

Lina E. ist laut Ermittlern über die anderen Mitbeschuldigten überregional mit der gewaltbereiten linksextremistischen Szene, vor allem in Berlin, sehr gut vernetzt. Insgesamt umfasse die Vereinigung mindestens zehn Menschen, berichtete die „Welt“. Auch gegen die zehn anderen werde ermittelt. Nach dem Bericht soll die Gruppierung an der Schwelle zum Terrorismus stehen.

Extremismus in Kassel: Extremistin besitzt Waffenschein

E. aus Kassel solle auch an Ausspähungen von Zielpersonen beteiligt gewesen sein. Dabei sei sie konspirativ vorgegangen und habe mitunter Perücke und Brille getragen. Zudem habe sie einen als gestohlen gemeldeten Ausweis einer anderen Frau besessen.

Extremismus-Ermittler fanden bei ihr dem Bericht zufolge zudem Mobiltelefone und ungebrauchte Sim-Karten. Ihr gesamtes Verhalten sei auf die Verschleierung ihrer Identität und ihrer Handlungen angelegt. Gemeldet gewesen sein soll E. nicht in Leipzig, sondern in ihrer Geburtsstadt Kassel. E. besitzt dem Bericht zufolge einen kleinen Waffenschein. Dieser berechtigt zum Führen von Schreckschuss- oder Reizstoffwaffen. Die linksradikale Szene solidarisierte sich im Internet und bei einer Demo mit der Festgenommenen und forderte ihre Freilassung. (AFP/ kme)

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