Alle Anlagen bis Ende 2014 weg

Feierabend im Steinbruch Drusel: Basaltabbau lohnt nicht mehr

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Abbaugebiet im Habichtswald: Der Basaltabbau im Druseltal wird nach über 100 Jahren eingestellt. Für den Betreiber lohnt sich der Betrieb nicht mehr.

Bad Wilhelmshöhe. Im Steinbruch „Neue Drusel“ wird kein Basalt mehr gefördert. Das hat der Betreiber jetzt bestätigt. „Die Prüfung der Wirtschaftlichkeit hat ergeben, dass sich ein weiterer Betrieb für uns nicht lohnt“, sagt Stefan Rüppel von der Basalt AG mit Sitz in Erfurt.

Der Betrieb des Steinbruchs im Druseltal ruht schon seit Monaten, die zuletzt fünf Mitarbeiter sind auf andere Standorte verteilt. Jetzt ist klar, dass der Standort aufgegeben wird. Bis Ende 2014 hat der Betreiber nach einer Vorgabe des Bergamtes beim Regierungspräsidium Zeit, alle Gerätschaften und Gebäude von dem Gelände zu entfernen. Danach beginnt in Absprache mit dem Bergamt, Hessen Forst und der Stadt Kassel die Rekultivierung. In dem Zusammenhang kann auch über eine mögliche weitere Nutzung von Teilflächen geredet werden.

Hier hat der Ortsbeirat Bad Wilhelmshöhe bereits einen Vorschlag gemacht. Der Steinbruch eigne sich möglicherweise als Piste für Dirt-Biker. Die meisten jugendlichen Geländeradfahrer seien auf der Suche nach einem geeigneten Parcours.

Gegen eine sportliche Nutzung spricht sich die Bürgerinitiative Pro Habichtswald aus. Die Unruhe durch die Dirt-Biker könne schädlich für eine mögliche Uhubrut sein, sagt Ingrid Pee für die Initiative. Auch die Bewohner des benachbarten Seniorenstifts Augustinum würden durch die Dirt-Biker und den Freizeitverkehr zum Steinbruch belästigt.

Der Basaltabbau im Druseltal hat immer wieder zu Protesten und zur Gründung der Bürgerinitiative Pro Habichtswald geführt. Die Erweiterung des Abbaugebiets in den Habichtswald hinein war äußerst umstritten. Der Steinbruch beschäftigte Gerichte, es gab Petitionen. Bis vor einem Jahr gab es zudem Beschwerden, weil eine mobile Brecheranlage am Hang sehr viel Lärm verursachte.

Aufforstung als Ausgleich

Als Ausgleich für den Abbau im Druseltal wurden nach Angaben von Hessen Forst 7,5 Hektar Gelände in der Nähe des Fernsehturms auf dem Essigberg aufgeforstet.

Kunden aus Kassel und Umgebung verweist die Basalt AG auf den Basaltsteinbruch am Ölberg in Wattenbach. Bereits als es um die Entscheidung für den Bau einer neuen Asphaltmischanlage im Sommer ging, hat sich das Unternehmen für diesen Standort entschieden. Der ist deutlich weiter von der Wohnbebauung entfernt. Die Genehmigung für den Abbau im Druseltal, die noch für mehrere Jahre gilt, wird die Basalt AG nicht in Anspruch nehmen. Die Qualität des Basalts habe sich als schlechter erwiesen als erwartet

Von Thomas Siemon

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