Von italienischem Autobauer ausgezeichnet

Weltbester Ferrari-Händler kommt aus Kassel

Der etwas andere Pokal: Weil das Kasseler Autohaus Eberlein von Ferrari als weltbester Händler des Jahres ausgezeichnet wurde, steht in den Verkaufsräumen nun ein originaler Formel-1-Wagen von Rennfahrer Fernando Alonso.
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Der etwas andere Pokal: Weil das Kasseler Autohaus Eberlein von Ferrari als weltbester Händler des Jahres ausgezeichnet wurde, steht in den Verkaufsräumen nun ein originaler Formel-1-Wagen von Rennfahrer Fernando Alonso.

In Kassel wurde von der Ferrari-Zentrale eine ganz besondere Auszeichnung verliehen: Das Autohaus Eberlein ist der beste Ferrari-Händler weltweit.

Kassel – Fast 200 Ferrari-Händler gibt es weltweit - und der beste von ihnen kommt aus Kassel: Das Autohaus Ferrari Eberlein wurde von der Zentrale des Sportwagen-Bauers als Händler des Jahres ausgezeichnet.

Die Nordhessen stachen im Finale damit Händler aus den Metropolen Dubai und Suzhou (China) aus – und bekamen als Preis einen originalen Formel-1-Rennboliden von Fernando Alonso. „Das ist eine unfassbare Leistung des ganzen Teams“, sagt Geschäftsführer Peter Enders. „Jeder hier im Team lebt Ferrari. Ferrari sind nicht nur Autos, Ferrari sind Emotionen“, schwärmt der 39-Jährige, der insgesamt 17 Autohäuser in Hessen und der Rhein-Main-Region führt. Er stieß 2017 bei Eberlein hinzu. Der Betrieb aus Kassel, zu dem neben dem Fahrzeughandel eine große Werkstatt gehört, ist nach seinem Gründer Helmut Eberlein benannt, der weiterhin Teil des Teams ist.

Ferrari wurde 1947 vom ehemaligen Rennfahrer Enzo Ferrari gegründet. Das ursprüngliche Geschäftsmodell war es, Rennwagen auch an wohlhabende Privatleute zu verkaufen, um damit den Rennstall „Scuderia Ferrari“ zu finanzieren. Erst später kamen Straßenautos hinzu, die Pferdestärken im hohen dreistelligen Bereich blieben.

Ferrari-Käufer können jedes Details bestimmen: Stoffe, Lacke, Nähte

Beim Kasseler Händler fühlen sie sich nicht bedroht von Elektromobilität und Verkehrswende. „Wir sind eine einzigartige Marke, und die wird bestehen bleiben“, ist sich Enders sicher. „Ferrari ist Spitzentechnik im Hochleistungsbereich. Die Fahrzeuge stehen für Exklusivität und Individualität.“ In der Tat: Wer einen Ferrari kauft, kann so ziemlich jedes Details bestimmen: Stoffe, Lacke, Verkleidungen sogar die Nähte können nach Kundenwunsch angepasst werden – nur die Motorisierung ist fix.

Unverkäuflich: Peter Enders (von links), Helmut und Jarno Eberlein präsentieren den Ferrari „Enzo“.

So viel Individualität braucht Geduld. „Wer einen Neuwagen bestellt, muss mindestens zwölf Monate warten“, berichtet Enders. Nur wer gebraucht kauft, kann sofort zuschlagen. All das hat seinen Preis: Mehrere hunderttausend Euro werden locker fällig. Nach oben sind den Preisen quasi keine Grenzen gesetzt – auch weil es zahlreiche, hochlimitierte Sondermodelle gibt.

Ein Ferrari 250 GT Cabriolet aus dem Jahr 1960 kostet etwa 1,9 Millionen Euro. 176 Exemplare gibt es auf der ganzen Welt. Eine Besonderheit ist das Modell „Enzo“, benannt nach dem Firmengründer. Das Auto mit 660 PS wurde zwischen 2002 und 2005 gebaut. Das 400. und damit letzte Fabrikat wurde Papst Johannes Paul II. geschenkt, der es zugunsten der Caritas versteigern ließ. Ein anderes Modell steht bei Eberlein.

Kassel: Helmut Eberlein hat mit 5000 D-Mark Startkapital angefangen

Angefangen hatte Helmut Eberlein deutlich beschaulicher: Mit 5000 D-Mark Startkapital hatte er sich 1975 als Händler für Suzuki- und Ducati-Motorräder selbstständig gemacht. Vier Jahre später kamen Autos hinzu, erst Suzuki dann auch Alfa Romeo. Die Verbindung nach Italien stand. „Ferrari ist damals auf Empfehlung von Alfa Romeo auf mich zugekommen“, erzählt Helmut Eberlein bei einem Espresso an der Kaffeebar im Verkaufsraum. Anfang der 2000er-Jahre war er dann der erste Händler in Deutschland, der nur Ferraris verkaufte. „Helmut hat viele wegweisende und mutige Entscheidungen getroffen“, sagt sein Nachfolger Enders.

80 Prozent des Geschäfts macht der Betrieb heute mit Service. Dafür verfügt das Autohaus über drei eigene Lkw, mit denen Autos für Reparaturen aus ganz Deutschland abgeholt werden. Die Kasseler sind dafür zertifiziert, Oldtimer zu restaurieren und zu verkaufen. In der Werkstatt können sogar Motoren und Getriebe repariert werden. „Das ist ein einmaliger Erfahrungsschatz“, betont Eberlein. Wenn es gut läuft, wird jeden Tag ein Auto verkauft. „Vom Elektriker bis zum Profisportler kommen sie zu uns. Es geht nicht um Geltungsbewusstsein, sondern um die Erfüllung eines Lebenstraumes, wofür teilweise jahrzehntelang gespart wird“, sagt Enders. (Gregory Dauber)

Comedian Atze Schröder ist für FFH im Autohaus Eberlein aufgetreten.

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