Zwei Männer aus Litauen, die Russlanddeutsche betrügen wollten, wurden gefasst

Festnahmen nach Schockanruf

Fahrzeug der Tatverdächtigen: Mit diesem Golf mit litauischem Kennzeichen waren die beiden Männer unterwegs. Foto:  Polizei (nh)

Waldau. Erneut sind der Kasseler Polizei zwei Geldabholer von sogenannten russischen Schockanrufen ins Netz gegangen. Fahnder des Kommissariats ZK 43 der Kripo ist es mit Unterstützung einer Zivilstreife des Polizeireviers Ost am Mittwoch gelungen, zwei Litauer im Alter von 51 und 20 Jahren in Waldau vorläufig festzunehmen.

Nach Angaben von Polizeisprecherin Sabine Knöll alarmierte eine aus Russland stammende Frau, die an der Breslauer Straße über in Waldau lebt, am Vormittag über Notruf die Polizei. Die 48-Jährige teilte mit, dass sie unmittelbar zuvor einen so genannten Schockanruf erhalten habe. Der Anrufer habe ihr etwas von einem Unfall erzählt, in dem angeblich ein Verwandter verwickelt sein sollte. Dabei soll der Verwandte verletzt worden sein. Für seine ärztliche Behandlung sollte sie etwa 3000 bis 4000 Euro an einen angekündigten Geldabholer übergeben.

Die Frau, die über die Masche der Schockanrufer glücklicherweise informiert gewesen sei und sofort den Braten roch, ging zunächst zum Schein auf die Zahlung ein. „Nachdem sie auflegte, informierte die 48-Jährige dann aber in vorbildlicher Art und Weise die Kasseler Polizei“, sagt Knöll.

Eine Zivilstreife des Polizeireviers Ost entdeckte wenig später einen auffälligen blauen VW-Golf-Kombi mit Litauer Kennzeichen, in dem zwei Männer saßen. Fahnder des Kommissariats ZK 43 hefteten sich dann an die Fersen der beiden Insassen, die zunächst mit dem Golf an eine Tankstelle der Nürnberger Straße fuhren und sich dann zurück in das Waldauer Wohngebiet begaben. Die Beamten beobachteten, wie die zwei Männer aus dem Wagen stiegen und einer der beiden in einem Mehrfamilienwohnhaus verschwand. Dabei handelte es sich nicht um die Adresse der 48-jährigen Mitteilerin.

In Sackgasse gestoppt

Schon kurze Zeit später eilte der Mann wieder aus dem Haus. Beide Tatverdächtigen sprangen in den Golf und fuhren mit hoher Geschwindigkeit davon. In einer Sackgasse konnten die Zivilfahnder der Kripo den Pkw stoppen und die beiden Insassen festnehmen. Bei ihnen seien 2000 Euro gefunden worden. Das Geld hatten sie, wie sich herausstellte, bei einem älteren Ehepaar ergaunert, die auf den in gleicher Weise verübten Schockanruf herein gefallen waren.

Erst vor drei Wochen hatten Polizeibeamte in Kassel ein Mitglied einer Schockanrufer-Bande, einen 19-jährigen Litauer, gefasst.

Seit Frühjahr hat es die Kasseler Polizei mit einer umfangreichen Serie solcher Schock-anrufe zu tun. Täter wie Opfer stammen dabei aus dem Gebiet der früheren Sowjetunion. Ihre Anweisungen bekämen die Geldkuriere vermutlich per Handy aus dem Ausland, wohin sie die ergaunerten Summen dann wohl umgehend über internationale Bargeldtransfer-Dienste schicken würden, so die Polizei. (use)

Die Ermittler bitten Zeugen oder aber weitere mögliche Opfer, sich unter 0561-9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden.

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