Bewohner der Maybachstraße berichten, dass sie Vermieter und Pflegedienst auf Brandgefahr aufmerksam gemacht haben

Nach Feuer mit Todesopfer: Bewohner hatten zuvor auf Brandgefahr hingewiesen

Kassel. Bei einem Wohnungsbrand im Kasseler Stadtteil Rothenditmold ist am Donnerstag ein Mann getötet worden. Die Bewohner des betroffenen Hauses berichten, sie hätten zuvor Vermieter und Pflegedienst auf die Brandgefahr hingewiesen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Ralf Krawinkel, Einsatzleiter bei der Kasseler Berufsfeuerwehr, kann sich noch sehr gut an das erste Feuer erinnern, zu dem er in die Maybachstraße 9 gerufen wurde. Das war im Januar 2008. Damals mussten elf der 14 Bewohner mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Kasseler Krankenhäuser gebracht werden. Ernsthaft verletzt war aber niemand worden.

Lesen Sie auch

Wohnhausbrand in Rothenditmold gelöscht - Feuerwehr findet Toten

Das war am Donnerstag anders. Als die Feuerwehr am Nachmittag an dem Haus eintraf, hätten die 40 Einsatzkräfte zunächst nur von außen löschen können, sagt Krawinkel. Die vielen Flammen und die starke Rauchentwicklung verhinderten zunächst, dass die Feuerwehrleute ins Innere des Hauses gelangen konnten. Später fanden sie dort in einer Wohnung im ersten Stock die Leiche des 65-jährigen Bewohners. Der Mann, der vermutlich an einer Rauchgasvergiftung gestorben ist, lag in seiner Küche. Kurt-Jürgen Ehrenbott, Jörg Frank und Otto Bartsch stehen gestern Nachmittag hundert Meter entfernt von dem fast gelöschten Haus. Die drei Männer leben dort.

„Das ist eine schlimme Sache“, sagt einer. Sie schauen fassungslos, sind aber nicht wirklich überrascht. „Das musste mal passieren“, sagt Jörg Frank, der im Obergeschoss des Hauses wohnt. Auch von seiner Wohnung scheint nicht mehr viel übrig geblieben zu sein. Frank berichtet, dass sein Nachbar, in dessen Schlafzimmer das Feuer offenbar ausgebrochen ist, immer flüssigen Sauerstoff bekommen und gleichzeitig geraucht habe.

Er habe mehrmals den Vermieter und den Pflegedienst angesprochen, dass das so nicht weitergehe, sagt Nachbar Ehrenbott. Manchmal seien auch brennende Zigaretten in der Wohnung des 65-Jährigen auf den Teppich gefallen. „Wir hatten alle Angst, dass es mal brennt“, sagt Frank. Er habe schon mal darüber nachgedacht, sich eine Strickleiter zu kaufen, um sich im Brandfall vom Balkon abseilen zu können.

Am Donnerstag, als das Feuer um 15.15 Uhr ausbrach, war Frank nicht zu Hause. Eine 87-jährige pflegebedürftige Frau, die im Dachgeschoss des Hauses wohnt, sei vor dem Eintreffen der Feuerwehr vom Pflegedienst aus dem Haus gebracht worden, sagt Krawinkel. Bei dem Brand im Januar 2008 war die Dame von der Feuerwehr mit einer Drehleiter gerettet worden und in ein Altenheim gebracht worden. Am Donnerstag kam sie vorsorglich in ein Krankenhaus.

Rubriklistenbild: © Herzog

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.