Flüsterasphalt erst ab 2020

A7, A44, A49: Lärmschutz dringend nötig

+
Schon fertig: Eine neue Schutzwand östlich der Autobahn 7 bewahrt seit Herbst vergangenen Jahres die Bewohner von Lohfelden vor dem Lärm von täglich 80 000 Autos. Auch auf der Kasseler Seite soll eine derartige Lärmschutzwand entstehen.

Kassel. In Niederzwehren, Oberzwehren, Nordshausen und am Brasselsberg leiden die Menschen unter dem ständigen Krach der A 44 und teilweise auch A 49. Im Kasseler Osten, im Forstfeld, in Waldau und Bettenhausen nervt die A 7.

Der Lärm durch den Autoverkehr rund um Kassel nimmt immer mehr zu, bei ungünstigen Windverhältnissen sei es in einigen Quartieren nahezu unerträglich.

Das wurde bei vielen Wortmeldungen einer von der SPD organisierten Veranstaltung zum Thema Lärm deutlich. Mit 80 Teilnehmern war der Saal im Hessischen Hof (Waldau) gut gefüllt.

Die staunten nicht schlecht, als ihnen Reinhold Rehbein von Hessen Mobil erläuterte, dass mit einem neuen und leiseren Belag auf der A7 zwischen Kassel Mitte und dem Bereich zwischen Kassel Ost und Kassel Nord erst ab dem Jahr 2020 zu rechnen sei.

Die Begründung: Erst wenn die Erweiterung auf acht Spuren und die Sanierung aller Brücken abgeschlossen seien, lohnt sich der Flüsterasphalt.

So lange sollen die Anwohner allerdings nicht auf eine Linderung des Lärms warten müssen. Spätestens ab Anfang 2015 sollen die Lärmschutzwände auch auf Kasseler Seite gebaut werden. Dafür werde sich die SPD einsetzen, versprachen die Landtagsabgeordneten Wolfgang Decker, Uwe Frankenberger und Timon Gremmels.

Letzterer machte deutlich, dass die Lärmprobleme nicht an der Stadtgrenze aufhören. Die B7 bei Kaufungen müsse als Ausweichstrecke für die neue Autobahn erhalten bleiben, auch die Anschlussstelle Kassel Ost werde gebraucht.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck leitete die Diskussion, in der eine Vielzahl von Problemen angesprochen wurde. Was passiert, wenn die A 49 Richtung Marburg und Gießen einmal durchgängig befahrbar ist?

„Ich befürchte, dass wir dann den ganzen Lkw-Verkehr von der A7 vor der Haustür haben“, sagte Eberhard Fedon, der Ortsvorsteher von Oberzwehren. Der Schwerverkehr werde die Kasseler Berge umfahren.

Noch gibt es für diesen Fall keine konkreten Planungen. Das sagte Peter Wöbbeking von Hessen Mobil. Sollte es einen sechsspurigen Ausbau der A 49 geben, müsse dann auch der Lärmschutz erweitert werden.

Von dem Sanierungsfall Bergshäuser Brücke über die Belastung durch Güterzüge der Bahn bis zu Fragen zum Fluglärm wurden viele Themen angeschnitten. „Wir werden die Gespräche auf jeden Fall fortsetzen“, sagt Wolfgang Decker.

Durch die Baustellen auf der A 7 gebe es dort derzeit eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Dafür werde sich die SPD auch nach dem Abschluss der Arbeiten einsetzen. Ob dann Tempo 100 oder 120 sinnvoller sei, werde man sehen. Klar sei aber, dass höhere Geschwindigkeiten mehr Lärm verursachten.

Von Thomas Siemon

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.