Weltweite Aktionen zum Orange Day

Herkules leuchtet heute in Orange - Viele weitere Aktionen in Kassel

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Der Herkules wacht über Kassel. Heute wird er Orange leuchten. (Symbolbild)

Am heutigen „Orange day“ gibt es weltweit Aktionen und Veranstaltungen zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Auch in und um Kassel ist einiges geplant.

Kassel – Heute leuchtet er in Orange: Um auf das Thema „Gewalt gegen Mädchen und Frauen“ aufmerksam zu machen, strahlt der Herkules von 18 bis 23 Uhr in hellem Licht. Hintergrund ist der „Orange day“, der internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, der seit 1981 am 25. November begangen wird. Für den Herkules ist es eine Premiere: Das Stadtsymbol ist erstmals legal als Werbeträger für eine Kampagne beleuchtet – nach der Guerilla-Aktion eines Möbelhauses im Oktober.

Am heutigen Tag sorgen Soroptimist-Clubs auf der ganzen Welt für die Beleuchtung von Monumenten, um männliche Gewalt in den Blickpunkt zu rücken. Eine spektakulärere Projektionsfläche als den Riesen auf der Wilhelmshöhe wird es kaum geben: In der antiken Mythologie hat Herkules seine Frau und Kinder umgebracht.

Für Kassel haben die drei Soroptimist-Clubs Elisabeth Selbert, Bad Wilhelmshöhe und Kurhessen-Waldeck zusammen mit dem Kasseler Frauenbündnis und der Stadt Kassel die Signal-Beleuchtung organisiert. Mit im Boot: die Museumslandschaft Hessen Kassel, die Städtischen Werke sorgen für Strom und haben gespendet, und Peter Zypries ist mit der Firma Kunstlicht für die Illuminierung verantwortlich.

Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen: Herkules in Kassel strahlt Orange

Frauendezernentin Ulrike Gote sagt: „Um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, sind wir als Stadtgesellschaft aufgerufen, hinzuschauen, anzusprechen, zu unterstützen. Der leuchtende Herkules ist ein eindrucksvolles Symbol, aber als Gesellschaft müssen wir konkret handeln, damit Frauen ermutigt werden, Übergriffe zur Anzeige zu bringen, damit Gewaltstrukturen nicht hingenommen werden, weder Zuhause, noch im Beruf, nicht in der Freizeit.“

Zum Tag gegen Gewalt an Frauen: Ulrike Gote, Dezernentin für Jugend, Frauen, Gesundheit und Bildung, und Andreas Siebert, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Kassel, hissen am Kasseler Rathaus zwei Fahnen zu dem Motto „Frei leben – ohne Gewalt“.

Neben der Beleuchtungsaktion werden heute ab 16 Uhr in einer von den Kasseler Frauenhaus-Frauen organisierten Mahnwache auf dem Königsplatz Kerzen für die Opfer von männlicher Gewalt angezündet. Dazu gibt es Diaprojektionen der Opfer der vergangenen Monate.

Heute ist Auftakt für die „Orange Days“, 16 Aktionstage zum Thema Gewalt gegen Frauen, die weltweit bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, begangen werden. „Steh für Frauen auf“, lautet das von der UN vorgegebene Motto.

Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen: 16.000 Postkarten werden in Kassel verteilt

„Wegen Corona müssen viele geplante Veranstaltungen ausfallen“, sagt Steffi Burmester, die Leiterin des Kasseler Mädchenhauses und Vize-Präsidentin der Soroptimistinnen Elisabeth Selbert. „Deshalb hoffen wir, dass wir mit unserer Postkartenaktion viele Menschen erreichen.“ Stadtweit werden 16 000 Postkarten ausgelegt zu 16 verschiedenen Themen, die jeweils einen Aspekt von Gewalt gegen Frauen sowie Hilfen zum Inhalt haben, etwa Zwangsheirat oder Femizid, also der Mord an Frauen, Prostitution oder ritualisierte Gewalt. Wer sich Postkarten – auch zum Verteilen – holen möchte, kann sie sich bei der „Kaffeerösterin“ in der Wilhelmsstraße abholen.

Burmester: „Wir wollen diejenigen erreichen, die Hilfe brauchen.“ Dazu sagt Sozialdezernentin Ilona Friedrich: „Ich habe Sorge, dass die Gewalt gegen Frauen in Zeiten der Pandemie zunimmt, weil in vielen Familien Unsicherheit, Existenzängste und Überforderung vorhanden sind. Das müssen wir im Blick haben, immer wieder auf das Thema aufmerksam machen und Frauen über Unterstützungsangebote informieren.“

Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen: Corona-Pandemie beeinflusst Aktionen

Der Verein Frauen informieren Frauen (Fif) startet ebenfalls zum Orange day mit einer Postkartenaktion. „In diesem Jahr fällt die Verteilung über die City-Displays in der Gastronomie aus, trotzdem wird unsere Postkarte tausendfach an Arztpraxen, Kindergärten und Behörden verschickt“, sagt Nina Wetekam von Fif. Mit dem Aufruf „Mut, meine Liebe, Mut!“ passe sie gut in die Zeit, „in der wir alle Mut gebrauchen können“. Die Postkarte soll vor allem betroffenen Frauen Mut machen, sich anderen anzuvertrauen.

Auch das Sara-Nussbaum-Zentrum für Jüdisches Leben in der Ludwig-Mond-Straße wird angeleuchtet und bleibt während des gesamten Kampagnen-Zeitraums beleuchtet. (Christina Hein)

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