Sanierung bis 2022/2023

Frischekur für Pferdemarkt: Wohnstadt will mit Millionenaufwand Quartier aufwerten

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Wohnstadt will Millionen in die Sanierung von 400 Wohnungen am Entenanger und dem Pferdemarkt in Kassel investieren.

Über 400 Mietwohnungen am Pferdemarkt und Entenanger in Kassel sollen etappenweise saniert werden - die Wohnstadt will Millionen investieren.

Kassel – Die Wohnstadt Stadtentwicklungs- und Wohnungsbaugesellschaft Hessen will etappenweise mit einem zweistelligen Millionenbetrag ihren Bestand von über 400 Mietwohnungen am Pferdemarkt und am Entenanger sanieren, neue Wohnungen schaffen und das Quartier insgesamt aufwerten. 

Das teilte Jürgen Bluhm, Leiter des Regionalcenters Kassel, am Rande der erstmaligen Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Paul-Bode-Preises an Studierende der Universität Kassel mit.

Das Unternehmen hat den Preis ausgelobt, um Ideen für die künftige Entwicklung seiner Wohnquartiere zu sammeln. Die Sanierung soll ab 2022/2023 erfolgen.

Kassel: Energetische Wohnungssanierungen am Entenanger und Pferdemarkt 

Die Wohnstadt hat nach Angaben Bluhms am Pferdemarkt 274 sowie am Entenanger 170 Wohnungen im Bestand. Geplant seien nicht nur eine energetische Sanierung der Häuser, sondern auch Um- und Neubauten, möglicherweise auch durch Dachaufstockungen. 

Außerdem wolle man das Quartier und sein Umfeld aufwerten. „Wir wollen größere Wohnungen für junge Familien mit Kindern anbieten und wegen der Nähe zur Universität auch Studentenwohnungen“, sagte Bluhm. Ziel sei eine gute Durchmischung des Quartiers, das momentan vor allem durch ältere Mieter geprägt sei. Daneben wolle man auch ein Mobilitätskonzept entwickeln.

Kassel: Sanierungen am Entenanger und Pferdemarkt - Viele Innenhöfe bieten Potenzial

Die Wohnstruktur des Pferdemarkts und des Entenangers ist geprägt durch viele große Innenhöfe. „Das ist ein großes, ungenutztes Potenzial“, sagt Florian Ridder, angehender Landschaftsarchitekt im dritten Master-Semester. Zusammen mit Johanna Thiele, die im siebten Semester Stadtplanung studiert, hat er den mit 3000 Euro dotierten ersten Preis des Wohnstadt-Wettbewerbs gewonnen.

Johanna Thiele und Florian Ridder haben den ersten Preis beim Wohnstadt-Wettbewerb gewonnen.

Die beiden Studenten haben modellhaft ein Baukastensystem für die Innenhöfe entwickelt. Es könnten dort Dachgeschosse ausgebaut und neue Gebäude errichtet werden. Ein Mietshäuser-Karree an der Obersten Gasse könnte mithilfe eines Durchgangs für Passanten geöffnet werden. Kleinteiliger Einzelhandel, Kunsthandwerk und Möglichkeiten zum Verweilen würden dann den Innenhof beleben. „Wir wollen den ursprünglichen Charakter der Innenhöfe erhalten“, sagt Ridder. Dazu zähle auch das vielfältige Grün.

Die Bachelor-Studentinnen Julia Dächert und Maria Winkler haben den mit 2500 Euro dotierten zweiten Platz belegt. Sie beschäftigten sich vor allem mit der Bebauung und mit der Situation von Fußgängern und Radfahrern am Rand des Pferdemarkt-Quartiers an der viel befahrenen Kurt-Schumacher-Straße „Dort fühlt man sich nicht wohl“, sagt Dächert. Die beiden Frauen wollen diese Straße auf eine Fahrspur verengen, um Passanten und Radlern mehr Raum zu geben.

Der dritte Preis (1500 Euro) ging an die Masterstudenten Niclas Garotti und Jeroen Erhardt. Sie zeigen beispielhaft an einem Wohnblock, wie man durch den Anbau von Treppenhäusern und Aufzügen Möglichkeiten schafft, die Grundrisse vorhandener Wohnungen zu erweitern.

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