Abschied von Kamm und Schere

Friseurmeisterin trennt sich von Christa-Gruber-Salons

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Hier fing alles an: Christa Scheloske in ihrem ehemaligen Friseursalon im Einkaufszentrum Dez.

Kassel. Langes, blondes Haar, perfekt gestylt, strahlendes Lächeln: Dass sie 63 Jahre alt ist, sieht man Christa Scheloske nicht an. Unter ihrem Mädchennamen Christa Gruber hatte sie vor über 30 Jahren im Dez ihren ersten Friseursalon in Kassel eröffnet.

Nach der Hochzeit hatte sie den Salon gemeinsam mit ihrem Mann zu einem erfolgreichen Unternehmen ausgebaut - einer kleinen Kette mit zuletzt fünf Geschäften und 80 Mitarbeitern.

Nun hat sich das Ehepaar davon getrennt. „Wenn es am schönsten ist, muss man gehen“, sagt die Friseurmeisterin, die zweimal den begehrten Friseur-Oscar des deutschen Friseurhandwerks nach Kassel holte. „Unser Beruf ist ein Modeberuf mit immer neuen Trends.“ Die vielen Reisen ins Ausland, die langen Flüge - dies stecke sie nicht mehr so leicht weg.

„Es wird schwerer“, sagt auch Ehemann und Geschäftspartner Heinz Scheloske (68), der stets dabei war. Schanghai, Hongkong, Mexiko, Las Vegas, New York, Südafrika, London - mit ihren Mitarbeitern sind sie in viele Metropolen und Erdteile gereist. Zeitweise unterhielten sie zudem vier weitere Geschäfte in Hamburg-Blankenese und eine Friseurschule für Mitarbeiter in London.

Dass dies möglich war, sei den Mitarbeitern zu verdanken gewesen, sagt die gebürtige Baden-Württembergerin. „Die haben das immer gut gemacht. Man konnte sich auf sie verlassen.“ Das Team mache es auch dem neuen Inhaber leicht.

Als Marketingfachmann stand Heinz Scheloske in Kontakt mit dem Partner des Frankfurter Agenturbetreibers Emil Bergfeld, der die Christa Gruber GmbH übernommen hat. Bergfelds Geschäftspartner stammt aus einem Friseur-Traditionsbetrieb, was den Scheloskes die Trennung erleichterte. „Das passte ideal“, sagt Bergfeld.

Der neue Inhaber will die Salons in kleinen Schritten modernisieren, Qualität und Service weiter ausbauen. Ein Jahr lang haben die Scheloskes den Übergang begleitet. Zeit genug für beide Seiten, sich zu lösen. „Deshalb war es nicht ganz so hart, als ich die Schlüssel abgeben musste“, sagt die Friseurmeisterin. „Das Wichtigste für uns war, dass die Mitarbeiter bleiben.“ Und dass der Name Christa Gruber weiterlebt.

Die vielen Jahre in dem schnelllebigen Geschäft haben Kraft gekostet. Heinz Scheloske hat seiner Frau aus gesundheitlichen Gründen drei Monate Ruhe verordnet. Vor Kurzem hat das kinderlose Paar zum ersten Mal drei Wochen Urlaub am Stück gemacht - im Schwarzwald, wo sie seit Jahren zum Erholen hinfahren und immer in demselben Hotel übernachten.

Die Hände in den Schoß zu legen, fällt ihr nicht leicht. „Wir sind viel zu aktiv dafür“, sagt sie. Noch kann sie sich mit Lesen beschäftigen, auch gebacken habe sie wieder. Die Arbeit im Garten seines Hauses in Zierenberg überlässt das Paar lieber Profis. Bald werden die beiden wohl auch wieder die Koffer packen: Heinz Scheloske hegt Pläne für eine neue Firma: Den Style-me-Butler, ein Gerät mit Föhn, Lockenstab und Glätteisen für Discos und Hotel, will er gemeinsam mit Partnern vermarkten. „Die ersten Kontakte nach Mexiko gibt’s schon.“

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