Bandenmäßiger Drogenhandel in Kassel

Zentnerweise Drogen in Kassel verkauft: Fünf Männern wird der Prozess gemacht

Kokain und Cannabis: Damit sollen vier Männer unter anderem gehandelt haben. Jetzt stehen sie vor Gericht.
+
Kokain und Cannabis: Damit sollen vier Männer unter anderem gehandelt haben. Jetzt stehen sie vor Gericht.

Im Landgericht Kassel wird fünf Männern der Prozess gemacht. Sie verkauften seit 2015 Drogen im Wert von mindestens 2,11 Millionen Euro.

  • Fünf Männer wegen bandenmäßigem Drogenhandel angeklagt
  • Kauf und Verkauf der Drogen seit 2015
  • Drogen haben einen Verkaufswert von mindestens 2,11 Millionen Euro

Sie sollen seit 2015 zentnerweise illegale Drogen wie Kokain, Haschisch, Marihuana und Amphetamine mit einem Verkaufswert von mindestens 2,11 Millionen Euro vor allem in den Niederlanden erworben und hauptsächlich in Kassel weiterverkauft haben: Vier Männer marokkanischer Herkunft und ein Deutscher müssen sich deshalb seit gestern vor der 11. Strafkammer des Kasseler Landgerichts verantworten.

In der Anklage wirft Staatsanwältin Heike Grothey-Mönch den fünf Männern vor, sich zum gemeinsamen Erwerb und Handel der Betäubungsmittel „bandenmäßig“ verabredet zu haben. Insgesamt sprach sie von 21 Fällen, zwei Angeklagten hätten zudem in zwei Fällen eine Schusswaffe mitgeführt.

Zwei der fünf Angeklagten sind nach den Erkenntnissen der Ermittler erst Ende 2018 beziehungsweise Anfang 2019 zu der Gruppe hinzugestoßen und vermutlich nur an den letzten der 21 Fälle beteiligt gewesen.

Staatsanwältin bescheinigt „professionelles arbeitsteiliges Vorgehen“ im Landgericht Kassel

Die Männer verfuhren laut Anklage immer nach dem gleichen Schema: Ein 47-jähriger Marokkaner, der inzwischen in der JVA Weiterstadt einsitzt, bestellte die Drogen in den Niederlanden, ein 57-Jähriger fungierte als Unterhändler und Verteiler, die anderen lagerten Kokain, Haschisch und andere Drogen in einer Wohnung und verkauften die Betäubungsmittel, teils auch an andere Weiterverkäufer, gegen die weitere Verfahren laufen.

„Alle acht Wochen mindestens gab es eine Lieferung aus Holland“, sagte die Staatsanwältin, die den Angeklagten ein „professionelles arbeitsteiliges Vorgehen“ bescheinigte.

Dem 44-Jährigen aus Kassel, der einen festen Wohnsitz hat und als einziger nicht in Haft beziehungsweise Untersuchungshaft sitzt, wird vorgeworfen, seit Ende 2018 mehrere Male als Kurierfahrer im Einsatz gewesen zu sein. „Ich bin da so reingerutscht“, sagte er in einer Verhandlungspause.

Landgericht Kassel: Langwierige Verhandlung, da der Dolmetscher fehlt

Einer der beiden vermutlichen Haupttäter, der 47-jährige El Hachmi E., der sehr gut deutsch spricht, machte am Rande des ersten Verhandlungstages lautstark deutlich, dass er sich insgesamt schuldig bekenne, das auch schon mehrfach so ausgesagt habe. Die anderen aber seien unschuldig.

Insgesamt sollen die fünf Männer – zwei als Haupttäter und drei der Beihilfe angeklagt – seit 2015 etwa zehn Kilo Kokain, 200 Kilo Haschisch, 192 Kilo Marihuana und zehn Kilo Amphetamine erworben und weiterverkauft haben. Mehrmals wurde in der Anklage als Übergabeort der Drogen die Gemeinde Schauenburg-Hoof erwähnt, dort hatte offenbar einer der Männer eine Wohnung, die auch als Lager diente.

Der erste Verhandlungstag gestaltete sich etwas schwierig, da für einige der Angeklagten, die einen nordafrikanischen Arabisch-Dialekt sprechen, ein Dolmetscher besorgt werden musste.

Die Verhandlung wird am 22. und 24. Januar, jeweils 9 Uhr, im Landgericht fortgesetzt. 

Von Ulrike Lange-Michael

Drogendelikte sorgen immer wieder für Aufsehen

Polizei bemerkt auffälligen Geruch - Dann gibt der Fahrer Gas: Am frühen Dienstagmorgen ist es zu einer Verfolgungsjagd durch die Gießener Innenstadt gekommen. Der Fahrer eines schwarzen Audis will einer Kontrolle entgehen und gibt plötzlich Gas.

Zufallsfund? 921 Kilo Kokain in Bananen-Container* entdeckt: Der niederländische Zoll hat beim Durchleuchten eines Bananen-Containers 921 Kilo Kokain entdeckt. Der Verkaufswert dürfte Dutzende Millionen Euro betragen.

Mit Ecstasy in den Hosentaschen in die Disko: 71-Jähriger bietet Minderjährigen Drogen an - Weil er Handel mit Betäubungsmitteln getrieben hat, ist ein 71-Jähriger vor dem Amtsgericht Eschwege verurteilt worden.

Eine weitere große Menge an Drogen beschlagnahmt die Polizei in Kassel 2020.

Im vergangenen Jahr führte ein Streit in Kassel zum Tod eines Mannes. Jetzt muss sich der vermeintliche Messer-Stecher* vor Gericht verantworten.

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.