Uni-Labor prüfte die Wasserqualität

Die Fulda hat heute noch Badequalität

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Baden in der Fulda: Was vor Jahrzehnten Alltag war - unser Foto entstand 1957 -, wäre anhand der aktuellen Wasserqualität auch heute noch möglich.

Kassel. Wie gut ist die Qualität von Kassels Gewässern? Wir waren mit Experten der Kasseler Universität unterwegs und haben aus Fulda, Losse, Ahna, Buga und Bühl Wasserproben entnommen und sie auf ihre Belastung hin untersuchen lassen. Das Ergebnis lesen Sie hier:

Die gute Nachricht zuerst: Auf Basis der Stichprobenuntersuchung, die die Uni im Auftrag der HNA vorgenommen hat, schnitten alle Gewässer so gut ab, dass theoretisch das Baden darin erlaubt wäre.

Da es sich aber nur um Stichproben handelt, lassen die Ergebnisse nur eine zeitlich begrenzte Aussage zu. Dennoch ließ sich eine Rangfolge erstellen, die einen Eindruck vermittelt, wie es um die Qualität der Flüsse, Bäche und Badeseen bestellt ist:

Der Bühl

1. Platz: Der Bühl in Ahnatal-Weimar, neben der Buga der einzige Badesee in der Nähe der Stadt, schnitt bei der Wasseruntersuchung am besten ab.

Die mikrobiologische Untersuchung ergab, dass auf 100 ml Wasser ein E. coli-Bakterium (für Magen-Darm-Erkrankungen verantwortlich) kommt. Damit erfüllte der Bühl fast die Vorgaben für Trinkwasser, dessen Grenzwert bei null Bakterien auf 100 ml liegt. Der Grenzwert für „ausgezeichnete Badequalität“ (500 E. coli/100 ml) wird weit unterschritten.

Die Leitfähigkeit des Wassers ist mit 267 Mikro-Siemens pro Zentimeter (µS/cm) niedrig. Das heißt, der See ist kaum salzig. Erst ein Wert von über 750 µS/cm deutet auf einen durch Menschen verursachten Einfluss hin.

Mit 9,15 liegt der pH-Wert noch in dem Spektrum, das als optimal (6,5 bis 9) für viele Fischarten gilt. Die Sauerstoffsättigung ist mit 11,96 mg pro Liter gut. Erst ab 5 mg/Liter wird der Sauerstoffgehalt kritisch.

Die Losse

2. Platz: Die Losse schneidet relativ gut ab, und ein Bad wäre zum Zeitpunkt der Messung möglich gewesen. Die Keimbelastung liegt mit unter 200 E. coli/100ml klar unter den Vorgaben für Badegewässer.

Mit 333 Mikro-Siemens pro Zentimeter ist der Salzgehalt gering. Mit einem pH-Wert von 9,72 ist die Losse alkalisch, das heißt, leicht mit Laugen belastet.

Der Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 9,5. Ein pH-Wert oberhalb von 9 kann ein Hinweis für zu starkes Pflanzenwachstum (Algen) oder auf Verschmutzung durch Waschlaugen sein. Mit 12,99 mg/Liter ist es das sauerstoffreichste Gewässer im Test.

Die Ahna

3. Platz: Die Ahna war zum Zeitpunkt der Messung ebenfalls nur gering mit Keimen belastet (weniger als 200 E. coli/100 ml). Allerdings hängt die Keimbelastung der Ahna maßgeblich vom Wetter ab.

Bei starkem Regenwetter wird Wasser aus der Kanalisation in den Zufluss der Fulda abgeleitet. In dieser Zeit ist der Bach stärker verunreinigt.

Mit 821 Mikro-Siemens pro Zentimeter ist die Ahna das am stärksten salzbelastete Gewässer im Test. Der pH-Wert liegt mit 9,2 am oberen Ende dessen, was als normale Laugenbelastung gilt. Mit 12,4 mg / Liter ist der Sauerstoffgehalt gut.

Die Buga

4. Platz: Die Buga ist im Test am zweitstärksten mit E. coli belastet, der Wert liegt mit unter 200 E. coli / 100 ml aber noch deutlich unter den Grenzwerten für „ausgezeichnete Badequalität“. Mit 760 Mikro-Siemens pro Zentimeter ist der Salzgehalt erhöht. Dafür ist der pH-Wert mit 8,63 der neutralste von allen gemessenen Werten. Der Sauerstoffgehalt ist mit 10,76 mg / Liter ebenfalls in Ordnung.

Die Fulda

5. Platz: Die Fulda ist am stärksten mit E. coli belastet, aber am Messpunkt oberhalb der Kläranlage ebenfalls zum Baden geeignet. Dafür ist die Salzbelastung mit 388 Mikro-Siemens pro Zentimeter gering.

Der pH-Wert ist mit 8,81 nur leicht alkalisch. Der Sauerstoffgehalt ist mit 10,33 mg/ Liter zwar der geringste im Test, aber immer noch völlig unbedenklich.

Von Bastian Ludwig

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