Einschränkungen am Bahnhof Wilhelmshöhe

Fußballfans: Bahn prüft Alkoholverbot

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Kassel. Die Deutsche Bahn (DB) will prüfen, ob ein zeitlich begrenztes Alkoholverbot im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe sinnvoll ist, zum Beispiel beim Aufenthalt von vielen Fußballfans.

Das hat Dr. Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter für Hessen, der Kasseler Bundestagsabgeordneten Ulrike Gottschalck in einem Brief mitgeteilt. Nachdem Fußballfans vor Wochen in dem Bahnhof randalierten und es zu mehreren Straftaten gekommen war, hatte die Sozialdemokratin ein Alkoholverbot nach Nürnberger Vorbild gefordert. Von einem Wochenend-Alkoholverbot, so wie es im Nürnberger Bahnhof in Kraft getreten sei, könnten auch die friedlichen Fans profitieren, argumentiert Gottschalck. Das Verbot gilt dort freitags, samstags sowie direkt vor Feiertagen von 20 Uhr bis zum Folgetag um 6 Uhr.

Ein Alkoholverbot wäre nach der Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte nur örtlich und zeitlich begrenzt möglich, schreibt Vornhusen. Dies setze aber voraus, dass es eine Notwendigkeit zur Abwehr von Gefahren in dem Bahnhof gebe, weil ein Alkoholverbot gleichzeitig ein Eingriff in die Freiheitsrechte zahlreicher Menschen bedeute. Eine solche Gefahr sieht der DB-Konzernbevollmächtige für Kassel nicht. Die Bahn werde allerdings prüfen, ob es sinnvoll sei, ein Alkoholverbot auszusprechen, wenn sich zahlreiche Fußballfans im Bahnhof aufhalten. Das passiert an den Wochenenden. Fußballfans aus ganz Deutschland steigen auf dem Weg zu den Auswärtsspielen in Wilhelmshöhe um. Die Bundespolizei sei immer darauf bedacht, rivalisierende Fangruppen zu trennen, sagt Sprecher Klaus Arend.

Entsprechend viele Polizisten seien in Kassel im Einsatz. Nichtsdestotrotz spricht sich die Bundespolizei gegen ein Alkoholverbot aus. Dann müssten alle Reisenden in Wilhelmshöhe kontrolliert werden, sagt Arend. Das sei nicht zumutbar und nicht durchsetzbar. (use)

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