Betreuung bis in den Nachmittag: Kassel ist ganztags vorn

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Unter einem Dach: Der Hort vom Kinderhaus Landaustraße ist in die Räume der Friedrich-Wöhler-Schule gezogen. Das erleichtert die Möglichkeit eines ganztägigen Betreuungsangebots.

Kassel. Im Ausbau von Grundschulen zu Standorten mit Ganztagsangeboten ist Kassel hessenweit die Nummer eins. Dreiviertel aller Grundschulen arbeitet bereits ganztägig oder hat sich auf den Weg gemacht.

Zum Vergleich: Im Landkreis Kassel sind zwei von 50 Grundschulen Ganztagsschulen. Dagegen hat das Programm „Ganztag an Grundschulstandorten“ in Kassel in den vergangenen Jahren eine große Dynamik entwickelt. Zwölf von 27 Kasseler Grundschulen inklusive Reformschule verfügen bereits über ein Ganztagsangebot, weitere zehn sind kurz davor, erklärte Stadträtin Anne Janz (Grüne). Das Erfolgsrezept fasst Projektleiter Bernd Heger vom städtischen Schulverwaltungsamt mit einem Satz zusammen: Es geht um Verzahnung. Nicht nur Schule und Hort arbeiten Hand in Hand zusammen, sondern Voraussetzung für den Erfolg ist das kooperative Miteinander der verschiedenen Professionen. „Da kann es durchaus sinnvoll sein, dass eine Hortkraft mal am Vormittag arbeitet und eine Lehrerin am Nachmittag im Einsatz ist“, sagt Heger.

„Es geht darum, dass die Systeme miteinander verknüpft werden, damit sie nicht nebeneinander her arbeiten. Das muss passgenau geschehen, denn: „Jeder Standort hat individuelle Bedingungen und Anforderungen“, sagt seine Kollegin in der Projektleitung, Doris König vom Jugendamt. Voraussetzung für eine ganztägig arbeitende Schule ist eine Mensa, beziehungsweise die Möglichkeit für die Kinder mittags essen zu können.

Sozialarbeit wichtig

Eine wichtige Rolle spielt die Schulbezogene Sozialarbeit (kurz: Schubs) unter Federführung von Dr. Elke Reuting. Sie koordiniert und berät vor Ort an allen elf Schulen Eltern, Lehrer und Erzieher. Großes Lob für dieses Zusammenwirken kommt von Dr. Ernst Purmann vom Staatlichen Schulamt: „Das ist eine sinnvolle Prozessbegleitung.“ Die Betreuung durch Schubs finanziert die Schuldezernentin mit 750 000 Euro pro Jahr aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes.

Das Konzept im Internet

Die Arbeitsgruppe arbeitet seit 2010 unter Regie des Jugend- und des Schulverwaltungsamts an einem Rahmenkonzept „Ganztag an Grundschulstandorten“. Es bildet die Basis für die Zusammenarbeit der Stadt als Schul- und Jugendhilfeträger mit den Schulen sowie anderen Partnern. Es werden Möglichkeiten der Begleitung aufgezeigt und Standards festgelegt. Heger: „Gleichbleibende Qualität ist uns wichtig.“ Der Magistrat hat das Konzept kürzlich bewilligt.

Neben der Verbesserung der Bildungschancen für alle Kinder durch bessere Fördermöglichkeiten werde eine hochwertige Versorgung für mehr Grundschulkindern erreicht, erklärte Janz. So könne dem steigenden Bedarf nach individuellen Lösungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachgekommen werden.

Von Christina Hein

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