Justizministerin hat Musterhaftraum vorgestellt

Die Zellenfenster werden größer: So soll es künftig in der JVA Kassel I aussehen

So soll es werden: Justizministerin Eva Kühne-Hörmann präsentierte gestern die Musterhaftzelle.
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So soll es werden: Justizministerin Eva Kühne-Hörmann präsentierte gestern die Musterhaftzelle.

Die JVA Kassel I wird aktuell saniert - nun gab es einen ersten Einblick, wie künftig die Zellen gestaltet werden.

Kassel – Der größte Unterschied sind die Fenster. Diese werden nach der Sanierung der Justizvollzugsanstalt Kassel I in Wehlheiden nämlich deutlich größer werden. „Sie werden angepasst an die gesetzlichen Vorgaben“, sagte gestern Jörg-Uwe Meister, Leiter der Haftanstalt.

Zusammen mit Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und dem Architekten Michael Müller (DHBT Architekten, Kiel) präsentierte Meister einen Musterhaftraum. So wie dieser gestaltet worden ist, sollen künftig die rund 400 Einzelzellen in dem im Jahr 1882 erbauten Gefängnis, das derzeit grundsaniert wird, ausgestattet werden. Baustart für die auf etwa zehn Jahre angelegte Sanierung war im Herbst 2018 - insgesamt sollen in der JVA Wehlheiden 100 Millionen Euro investiert werden.

100 Millionen Euro will das Land Hessen in den nächsten zehn Jahren in die etappenweise Sanierung der JVA investieren.

JVA Kassel I wird saniert: Möbel werden in der Gefängnis-Werkstatt gebaut

Die Häftlinge werden nach der Sanierung nicht nur mehr Licht in ihren knapp zehn Quadratmeter großen Zellen haben, sondern auch einen Nassbereich mit Waschbecken und Toilette, den man mit einem Vorhang zuziehen kann.

Alle Möbel in den Zellen werden in den Werkstätten der JVA Kassel I selbst gebaut. Solch eine Musterzelle sei erforderlich, damit alle Handwerker (40 bis 45 Firmen sind bei der Sanierung eingesetzt) sich ein Bild darüber machen können, wie ein Haftraum aussehen soll, sagt Architekt Müller. Alle Zellen sollen nämlich einheitlich gestaltet werden.

Der Ist-Zustand: So sehen die Zellen derzeit noch in der Justizvollzugsanstalt Kassel I in Wehlheiden aus. ARCHIV

Ein Musterhaftraum hat laut Kühne-Hörmann auch sicherheitsrelevante Gründe. Jede Firma bekomme nur die Informationen und Zeichnungen einer Zelle, die sie für ihre Arbeit auch benötige. Damit solle von vornherein ausgeschlossen werden, dass Firmen auf die Idee kommen, sicherheitsrelevante Informationen zu verkaufen, um Geschäfte mit Ausbrüchen zu machen, so die Ministerin.

Neue Zellen in der JVA Kassel I: Es wird komfortabler

Die Zellen werden nach der Sanierung nicht nur ein wenig komfortabler als die alten Hafträume sein, sondern auch die energetischen Bedingungen würden deutlich verbessert.

Bislang ist es in dem Wehlheider Gefängnis so, dass die Heizung nur zentral gesteuert werden kann. Das hat zur Folge, dass Häftlinge, denen es zu warm in ihrer Zelle geworden ist, ihre Fenster öffnen und die Energie verpufft. Künftig könne die Heizung in jeder Zelle individuell geregelt werden.

Der Probehaftraum befindet sich übrigens im Gebäude des ehemaligen Verwaltungsgerichtshofs am Brüder-Grimm-Platz. Aufgrund der Corona-Einschränkungen in der Haftanstalt habe die Musterhaftzelle nicht innerhalb der Anstalt errichtet werden können, so die Justizministerin. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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