Helsa / Kassel

Mücke treibt Unwesen in Nordhessen: Frau nach Biss auf Intensivstation - ging „um ihr Leben“

Der Biss dieser Mücke kann lebensgefährlich sein. Sogar Blutvergiftungen sind möglich. Zwei Frauen hatten mit den Folgen eines Angriffs zu kämpfen.

  • Die Kriebelmücke treibt ihr Unwesen in Nordhessen
  • Der Biss kann sogar zu einer Blutvergiftung führen und lebensbedrohlich werden
  • In Kassel wurden zwei Frauen gebissen und erzählen im Video ihre Geschichten

Kassel - Ein Mückenstich ist häufig nervig, aber üblicherweise nicht der Rede wert. Die Kriebelmücke hingegen sticht aber nicht, sondern sie beißt. Dann kann es für den Menschen schnell gefährlich werden. So erging es auch zwei Frauen aus Kassel.

Die Kriebelmücke sägt mit ihrem Mundwerkzeug ein Loch in die Haut und saugt das dabei austretende Blut auf. Der Mensch bemerkt diesen Biss schnell, da ein starker Juckreiz ausgelöst wird. Wer von dem Insekt gebissen wird, sollte allerdings alles daran setzen, dem Juckreiz zu widerstehen. Kratzen verschlimmert das Ganze nur und sorgt dafür, dass Bakterien in die Wunde gelangen können. Jedoch kann auch die Mücke selbst Bakterien übertragen.

Biss der Kriebelmücke: Zwei Fälle in Kassel

So wird aus einem kleinen entzündeten Fleck schnell eine große dunkelrote Schwellung, die sogar zu einer Blutvergiftung führen kann. Dieses Schicksal erlitt eine 39-Jährige, die in ihrem Garten in Helsa (Kreis Kassel) von der Kriebelmücke gebissen wurde. Schlussendlich musste die Frau im Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt werden, wo ihr bewusst wurde, dass es „um ihr Leben“ ginge.

In der Sonne am Wasser sitzend - da passiert es schnell: Eine Mücke sticht oder beißt zu. Bei der Kriebelmücke ist das besonders gefährlich (Symbolbild).

Eine 32-jährige aus Kassel, die ebenfalls von der Kriebelmücke gebissen wurde, erlitt einen starken Ausschlag, der sich bis an die Zehen und Waden erstreckte. Zudem berichtet die Frau gegenüber dem ARD-Fernsehmagazin „Brisant“ von einem „fürchterlichen“ Brennen und Jucken.

Video - Brisant (ARD): Kriebelmücke beißt in Kassel zu

Kassel: So erkennen Sie die Kriebelmücke

Besonders fies: Die Kriebelmücke sieht auf den ersten Blick eher wie eine kleine Fliege aus. Die Mücken sind nur wenige Millimeter groß und haben nur einen kleinen Saugrüssel. Damit ernähren sich die Insekten üblicherweise vom Blütennektar, allerdings benötigen die Weibchen in Blut enthaltene Eiweiße, um Eier bilden zu können. Neben Menschen werden daher unter anderem auch Kühe und Pferde von den Plagegeistern angegriffen.

Aktiv ist die Kriebelmücke vor allem in den Morgen- und Abendstunden. Außerdem halten sich die Insekten gerne in der Nähe von fließendem Gewässer auf, wie etwa nahe der Fulda in Kassel.

Kassel: Das hilft gegen die Kriebelmücke

Wie bereits erwähnt, sollte man im Fall eines Bisses durch eine Kriebelmücke die Wunde auf keinen Fall kratzen. Das Landesumweltamt Brandenburg empfiehlt, juckreizstillende Salben und häufiges Kühlen der Wunde. Wer auf Nummer sicher gehen und es gar nicht erst auf einen Biss anlegen möchte, kann zu üblichen Mückenschutzmitteln greifen und damit unbedeckte Hautpartien schützen.

  • Die Wunde desinfizieren
  • Häufiges Kühlen der Wunde
  • Auf keinen Fall kratzen, trotz starkem Juckreiz
  • Juckreizstillende Salben und Hydrocortison lindern
  • Fieber, Schüttelfrost und rote Streifen, die sich vom Biss aus über den Körper ausbreiten, sind Anzeichen einer Blutvergiftung. Dann sollte man sofort zum Arzt

Zur kurzfristigen Abwehr dürfte sich aber auch normales Insektenspray eignen. Da die Mücken jedoch komplett lautlos fliegen und sehr klein sind, dürfte man kaum eine Chance haben, diese rechtzeitig zu bemerken. Daher wird empfohlen, bei Wanderungen lange Hosen und lange Oberbekleidung zu tragen. Auch offene Kinderwagen sollten abgedeckt werden. Besonders an fließenden Gewässern - wie an der Fulda in Kassel - sollte man vorsichtig sein.

Tipps und Tricks gegen die herkömmliche Stechmücke sind bei hohen Sommertemperaturen* ebenfalls nützlich. Auch die ungefährliche Holzbiene, oder auch blaue Biene genannt, findet man immer öfters in Nordhessen. Menschen aus Kassel entdeckten das schöne Tierchen bereits mehrfach in ihren Gärten. Im Sommer machen sich Wespen gerne im Garten breit. Doch sind wirklich alle Arten gefährlich? Und was hilft wirklich gegen die Nervensägen? Ein Experte äußert sich.(Nail Akkoyun) *op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Friso Gentsch

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