Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei über 40 Jahren

Kassel liegt bei Geschlechtskrankheiten vorn

Kassel. Anlässlich des Welttags der sexuellen Gesundheit hat die AOK Hessen ihre Versichertendaten analysiert – und herausgefunden: Kassel liegt bei Geschlechtskrankheiten vorn.

Die Zahl der von Tripper oder Syphilis betroffenen Patienten steigt in einigen Städten und Landkreisen an, in anderen dagegen sinkt sie. Erwartungsgemäß fallen die Zahlen in größeren Städten zum Teil deutlich höher aus als auf dem Land. Spitzenreiter ist die Stadt Kassel. Dort sind hessenweit die meisten Männer betroffen.

Zwar ist die absolute Zahl der Betroffenen in allen Städten und Landkreisen angestiegen, relativ betrachtet ergibt sich allerdings ein gemischtes Bild. So waren etwa im Kreis Waldeck-Frankenberg 2016 prozentual mehr AOK-Versicherte betroffen (1 Prozent) als noch 2013 (0,8 Prozent).

In Kassel dagegen, dem hessenweiten Spitzenreiter was sexuell übertragbare Erkrankungen angeht, ging die Zahl von 1,5 auf 1,4 Prozent etwas zurück. Insgesamt wurden in der Nordhessen-Metropole im Jahr 2016 737 AOK-Versicherte wegen einer solchen Erkrankung behandelt. 2013 waren es 623. Am wenigsten betroffen war 2016 der Vogelsberg-Kreis mit einer Quote von 0,6 Prozent (257 Menschen). 

Die Behandlungsquote liegt in den Städten und Großstädten deutlich über der auf dem Land. Nach Kassel kommen direkt Frankfurt (1,3 Prozent), Wiesbaden (1,3 Prozent) und Darmstadt (1,2 Prozent). Am unteren Ende bewegen sich, neben dem Vogelsberg-Kreis, der Werra-Meißner-Kreis (0,7 Prozent) und der Schwalm-Eder-Kreis (0,7 Prozent). 

Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei etwas über 40 Jahren - hier gibt es kaum Unterschiede zwischen Stadt und Land. Interessant ist der Blick auf die Geschlechterfrage. Während in manchen Regionen Männer mit Werten um 55 Prozent deutlich stärker vertreten sind als Frauen (Kassel, Frankfurt, Kreis Bergstraße), sind sie andernorts weniger stark betroffen. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg etwa machen Frauen 58 Prozent der behandelten Patientinnen und Patienten aus, im Landkreis Waldeck-Frankenberg 54 Prozent.

Dr. Christoph-Gèrard Stein aus dem Medizinischen Kompetenz-Center der AOK Hessen rät nach wie vor zu „Safer Sex“ mit Kondomen als das Mittel der Wahl, um Infektionen zu vermeiden. Der Schutz sollte sich allerdings nicht nur auf Vaginal- und Analverkehr beziehen. Auch beim Oralverkehr sei eine Ansteckung mit den meisten sexuell übertragbaren Erkrankungen möglich. (mow)

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