1. Startseite
  2. Kassel

Streit in Kasseler SPD: Geselle stellt OB-Kandidatur unter SPD-Flagge in Frage

Erstellt:

Von: Andreas Hermann

Kommentare

Christian Geselle
Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle © Privat

Der Streit in der Kasseler SPD eskaliert. Nun stellt Amtsinhaber Christian Geselle seine OB-Kandidatur unter SPD-Flagge in Frage - und der Partei ein Ultimatum.

Kassel – Der Streit in der SPD droht zum Zweikampf zwischen dem Parteivorsitzenden Ron-Hendrik Hechelmann und Oberbürgermeister Christian Geselle zu werden. Geselle hat dazu am Dienstag das Motto „Stützen oder Stürzen!“ ausgegeben und seine Partei vor ein Ultimatum gestellt. Solange der Abbruch der Verhandlungen mit der CDU nicht revidiert sei und die dafür Verantwortlichen keine persönlichen Konsequenzen gezogen hätten, sei er nicht mehr dazu bereit, als Kandidat der Kasseler SPD für eine Wiederwahl als Oberbürgermeister zur Verfügung zu stehen, sagte Geselle.

Ob er zu der am 12. März 2023 anstehenden Oberbürgermeisterwahl in Kassel womöglich als unabhängiger Kandidat antreten oder gar auf die Kandidatur verzichten will, ließ der Amtsinhaber offen. Scharfe Kritik übte Geselle in seinem Schreiben an dem Parteivorsitzenden Hechelmann und an der Co-Fraktionsvorsitzenden Ramona Kopec. Diese seien ihm mit einer Mehrheit im Unterbezirksausschuss zum Abbruch der Gespräche mit der CDU „hinterrücks während meiner Urlaubsabwesenheit in den Rücken gefallen“.

Ron-Hendrik Hechelmann
SPD-Parteivorsitzender Ron-Hendrik Hechelmann © Privat

Für die Partei sei dies „ein folgenschwerer strategischer Fehler“, die Inhalte der Beschlüsse seien „völlig verantwortungslos“ und ein „unglaublicher Vorgang gegenüber der Stadt und den Menschen, gegenüber der breiten Mehrheit der Mitglieder der Partei, aber insbesondere auch gegenüber meiner Person“, meinte Geselle. „Ich bin über den Vorgang an sich und über die Verantwortlichen schwer verärgert und von ihnen menschlich zutiefst enttäuscht.“

Hier lesen Sie den Offenen Brief von Christian Geselle im Wortlaut (Pdf)

OB Geselle kritisierte die von Hechelmann und Kopec verfolgte Fortsetzung des Prinzips der wechselnden Mehrheiten in der Stadtverordnetenversammlung. Nur mit weiteren vertrauensvollen Gesprächen und verbindlichen Verabredungen mit der CDU könne die SPD ein Jamaika-Bündnis von Grünen, CDU und FDP in Kassel verhindern.

Geselle regt an, über die Frage einer Zusammenarbeit in der Stadtverordnetenversammlung alle Mitglieder der Kasseler SPD entscheiden zu lassen. Geselle: „Es war doch gerade Aussage einiger der Verantwortlichen für dieses Desaster, dass wir eine moderne Mitmachpartei sein wollen und Grundsatzfragen eben nicht den Funktionären oder Kreisen im Hinterzimmer überlassen.“

Lesen Sie auch: Streit in Kasseler SPD: Eigene Dezernenten kritisieren die Partei- und Fraktionsspitze

Auch interessant

Kommentare