Nachfrage nach Eis ist rekordverdächtig - Es gibt sogar Lieferengpässe

Kassel gibt sich die Kugeln

Wer schwitzt, muss schlecken: Katja Velte hat für sich, Tochter Alia-Luisa und Sohn Jona gerade bei Guisi Polzzi (im Hintergrund) im Eiscafé Frare ein Eis gekauft. Ein oder zwei Kugeln am Tag darf man sich bei dieser Hitze ruhig gönnen. Fotos: Fischer

Kassel. Egal ob am Stiel, aus dem Tiefkühlfach, im Eisbecher oder in der Waffel, in Kassel wird zurzeit so viel Eis geschleckt, wie seit Jahren nicht. Weil der Sommer 2010 seit vier Wochen sein Bestes gibt und uns mit Sonne satt und fast ein bisschen zu viel Hitze beschenkt, stehen die Kunden zu bestimmten Tageszeiten an den Theken der Eisdielen und Kioske Schlange.

„Das Geschäft lief in den letzten Jahren ganz gut, aber dieser Sommer schlägt alles“, sagt Marcelo Chiarelli, Inhaber des Eiscafés Riviera in Niederzwehren. Temperaturen um die 25 Grad sind ihm lieber als wenn das Thermometer über 30 Grad klettert. „Dann ist es auch für Eis zu heiß, und die Kunden kommen erst nach dem Schwimmbadbesuch.“ Der Renner bei Chiarelli ist seine Eigenkreation Ananas-Prosecco. „Da kommt zu zehn Liter Eis bei der Herstellung eine ganze Flasche Prosecco hinzu.“

Aufgrund der guten Lage zwischen Kanzleien, Büros und Einkaufsläden ist das Eiscafé von Roberto Frare in Bad Wilhelmshöhe auch an ganz heißen Tagen zur Mittagszeit bestens gefüllt. Die Frage, ob es ein Rekordsommer wird, möchte Frare allerdings noch nicht bejahen. „Das Geschäft lief nach dem kalten Frühjahr bis in den Juni hinein katastrophal. Das muss jetzt erst einmal aufgeholt werden.“

Auch während vieler WM-Spiele war es in Kassels Eisdielen eher ruhig, obwohl fast überall ein Fernseher stand. Dafür lief es an den Tankstellen umso besser. „Was wir vor den Spielen der Deutschen Nationalmannschaft verkauft haben, das übersteigt jedes Vorstellungsvermögen“, sagt Karim Parlatan von der Elan-Tankstelle an der Frankfurter Straße. Doch auch danach läuft es prima. „Normalerweise hält der Eis-Vorrat zehn Tage. Zurzeit muss ich zweimal in der Woche bevorraten.“

Manuela Reuter betreibt einen Stadtteilkiosk in Wolfsanger. Auch sie freut sich über einen sehr guten Eis-Umsatz in diesen Tagen. „Das Hauptgeschäft ist bis 10 Uhr und dann wieder ab 16 Uhr.“ Reuter bedauert, dass es in letzter Zeit häufig Lieferengpässe gibt. „Viele Kunden haben ihr Lieblingseis. Wenn das nicht da ist, weichen sie nicht unbedingt auf eine andere Sorte aus.“

Zufriedenheit auch im Supermarkt. Bei Real liegt der Verkauf von Speiseeis zurzeit deutlich über dem des Vorjahres. „Wir nehmen an, dass die Kunden für die heißen Tage einen Vorrat an Eis in ihren Tiefkühlschränken lagern möchten“, heißt es seitens der Pressestelle des Konzerns.

Von Wilhelm Ditzel

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