Erinnerung und Spendenaktion

Kassel: Großer Andrang beim Verkauf der Walter-Lübcke-Briefmarke

Sie gehörte zu den ersten, die sich Briefmarken mit dem Bild von Walter Lübcke kaufte: Tatjana Buck aus Kassel mit Tochter Tabea vor dem Regierungspräsidium. Im Hintergrund ist die Warteschlange zu sehen.
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Sie gehörte zu den ersten, die sich Briefmarken mit dem Bild von Walter Lübcke kaufte: Tatjana Buck aus Kassel mit Tochter Tabea vor dem Regierungspräsidium. Im Hintergrund ist die Warteschlange zu sehen.

Kurz bevor der Verkauf der Sondermarke für den vor gut einem Jahr ermordeten Dr. Walter Lübcke losging, war die Schlange vor dem Regierungspräsidium 100 Meter lang. Darunter auch viele Sammler.

Kassel – Aber die meisten Menschen wollten sich in erster Linie ihre persönliche Erinnerung an den vor gut einem Jahr ermordeten Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke abholen. Und gleichzeitig eine Spendenaktion unterstützen, so wie Tatjana Buck aus Kassel. „Ich finde es gut, dass auch mit einem Kunstwerk an Walter Lübcke erinnert werden soll“, sagt sie.

Die 54-Jährige hat gleich mehrere Exemplare der Briefmarke, die für zwei Euro verkauft wurde, und der Marke mit Sonderblatt für fünf Euro gekauft. Auch für Freunde.

Regierungspräsident Herrmann-Josef Klüber

7000 Vorbestellungen, darunter viele von Mitarbeitern der Behörde, habe man bereits, sagt Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber. Er gehörte zu denjenigen, die die Marken auf Wunsch vor Ort abgestempelt haben. Mit dem Erlös aus der Briefmarkenaktion soll ein Kunstwerk finanziert werden.

Den Stempel holte sich auch Dieter Schaumann aus Kassel ab. Der 80-Jährige kaufte ebenfalls für mehrere Freunde gleich mit ein. Walter Lübcke hat er vor Jahren mal persönlich kennengelernt. Bei einem Schlachteessen im Lohfeldener Löwenhof sei das gewesen. Da habe man zufällig an einem Tisch gesessen und sei gleich ins Gespräch gekommen.

Briefmarke und Erinnerungsfoto: Alfred Trachsel vor dem Regierungspräsidium.

Alfred Trachsel, der unter seinem Musikernamen Axel Traxel bekannt ist, hat sogar ein Foto von einem Treffen dabei. Das sei vor gut zwei Jahren vor dem Café Nenninger entstanden. „Wir hatten uns schon am Vortag bei einem Fest in Volkmarsen getroffen und dann zufällig noch mal im Café“, sagt der 77-Jährige. Lübcke habe dann seine Frau Irmgard gebeten, ein Foto zu machen. Einen Abzug davon hat Alfred Trachsel mittlerweile der Witwe geschenkt.

Für Alfred Trachsel war es am Samstag Ehrensache, sich die Briefmarke zu besorgen. Die gehört jetzt zu den Erinnerungsstücken an den mutmaßlich von einem Rechtsextremisten ermordeten CDU-Politiker. Am Samstag wäre Walter Lübcke 67 Jahre alt geworden. (Thomas Siemon)

Weitere Chance für Sammler per Brief

Die Resonanz auf die Verkaufsaktion für die Sondermarke mit dem Konterfei von Walter Lübcke war am Wochenende groß. Es seien 10 000 von insgesamt 12 000 Briefmarken verkauft worden, sagt Katrin Walmanns als Sprecherin des Regierungspräsidiums. Wer noch die Marken und Sonderblätter haben will, kann einen frankierten Rückumschlag an das Regierungspräsidium, Am Alten Stadtschloss 1, 34117 Kassel, mit dem entsprechenden Betrag (5 Euro für das Sonderblatt, 2 Euro für die einzelne Briefmarke) senden. (tos)

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