Kassel

Lebenswert in Hessen - Mehr Grün für die Stadt

+
Die Stadt Kassel rüstet auf: „Aus dem Dornröschenschlaf geweckt“ - Die Grünanlage an den Weinbergterrassen.

Die Stadt Kassel rüstet auf: Mehr Grün auf Hauptstraßen, Plätzen, Parks und Dächern soll die Lebensqualität steigern und dem Klimawandel entgegenwirken.

  • In Kassel sollen mehr Grünflächen angelegt werden
  • Maßnahme soll die Lebensqualität steigern und dem Klimawandel entgegenwirken
  • Wahlebach-Park im Osten von Kassel soll zu einem Grünkorridor umgestaltet werden

Kassel – „Kassel wird bei anhaltender wirtschaftlicher Dynamik und reger Bautätigkeit gleichzeitig grüner und lebenswerter.“ Das betonen Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) und Verkehrsdezernent Dirk Stochla (SPD). Kassel gelte nicht nur wegen des Bergparks Wilhelmshöhe und des Staatsparks Karlsaue, sondern auch wegen des Grüns an Straßen, auf Plätzen, in Anlagen und vielen anderen Bereichen als viertgrünste Großstadt Deutschlands.

Man begreife die Weiterentwicklung von Grünflächen und -zügen als zentrale Herausforderung. Kassel solle noch grüner werden, sagen die Dezernenten – und meinen das nicht als parteipolitische Zielvorgabe. Nolda: „Der Zuwachs an Stadtgrün entlang der Straßen und auf Plätzen und die qualitative Weiterentwicklung von Grünflächen, Grünzügen und Spielplätzen sind wichtige Bausteine, dem Klimawandel entgegenzuwirken, die Lebens- und Aufenthaltsqualität zu steigern und die biologische Vielfalt zu erhalten.“

Mehr Grün ist in einer Stadt wie Kassel eine Herausforderung

Wie schwer das manchmal ist, der Natur mitten in der Stadt einen Raum zu geben, an dem sie gedeihen kann, erklärte jetzt Anja Starick bei der Pflanzung der ersten Kaiserlinde auf dem Friedrichsplatz in Kassel. Starick ist die Leiterin des Umwelt- und Gartenamtes. Sie sprach darüber hinaus von der besonderen Herausforderung, um es an solchen Standorten grün werden zu lassen.

Bei Baumpflanzungen wird daher auf bessere Standortbedingungen wie größere Pflanzgruben und Substrateinsatz geachtet. So sollen auch in Kassel gute Ausgangsbedingungen für das große Grün geschaffen werden. Die Bäume sollen groß und alt werden, obwohl sie durch den Klimawandel und damit durch Hitze, Trockenheit, Stürme und Krankheiten mehr Stress ausgesetzt sind.

Mehr Grün in Kassel - Hauptstraßen aufwerten

Als Beispiele, wie sie ihre Hauptverkehrsstraßen durch zusätzliches Grün aufwertet, verweist die Stadt Kassel auf:

  • die  Friedrich-Ebert-Straße: Der heutige Boulevard- und Alleecharakter zwischen Ständeplatz und Annastraße werde maßgeblich durch die neu gepflanzten 72 Amber-Bäume geprägt, sagte Stochla.
  • die  Wilhelmshöher Allee: Nach Abschluss der Arbeiten im vergangenen Jahr sei diese als verbindendes grünes Band sichtbar gemacht worden. „Dafür sorgen ein bewässertes Rasengleis, Hecken aus über 10 000 Hainbuchenpflanzen, 190 neue Linden und 60 mit Kletterpflanzen versehene Straßenbahn-Stahlmasten“, so Nolda.
  • die   Holländische Straße: Diese sei durch die Pflanzung verschiedener Bäume grüner geworden. Mit einem neuen Projekt zur Klimaanpassung könnten zwischen Holländischem Platz und Eisenschmiede in Kassel 50 weitere neue Bäume gepflanzt werden.
Mehr Grün in Kassel: Das grüne Band in Kassel zwischen Bergpark und Innenstadt, die Wilhelmshöher Allee (rechts).Nach dem Umbau mit „Allee-Charakter“: Die Friedrich-Ebert-Straße, dort wurde Amberbäume gepflanzt (links).

Kassel - Parks und Plätze mit mehr Grün gestalten

Weiterentwickelt werden sollen Grünflächen und Grünzüge. Als „wegweisendes Projekt“ soll der Wahlebach-Park im Osten von Kassel zu einem Grünkorridor umgestaltet werden und die Stadtteile Bettenhausen, Waldau und Forstfeld miteinander verbinden.

Neues Projekt: Grünkorridor im Osten von Kassel soll Bettenhausen, Waldau und Forstfeld miteinander verbinden.

Mit dem Programm „Zukunft Stadtgrün in Hessen“ soll für den Bereich von der Innenstadt entlang der Frankfurter Straße und im Park Schönfeld ein grünes Gesamtkonzept entwickelt und umgesetzt werden. Verwirklicht sei bereits der Motzberg-Grünzug im Vorderen Westen. Mit Sanierung der Weinbergterrassen habe Kassel eine der schönsten innerstädtischen Grünanlagen „aus dem Dornröschenschlaf geweckt“, so Nolda.

Dächer in Kassel - Mehr Grün um Stadtklima zu verbessern

Seit Jahren wird bei Neubauvorhaben ein Mindestanteil an begrünter Dachfläche festgelegt, wenn das Haus mit flachem oder leicht geneigtem Dach geplant wird. Erhofft wird sich davon eine Verbesserung des Stadtklimas - nicht nur in Kassel. Umgesetzt werde dies auch beim Neubau der Kasseler Sparkasse in der City, so Nolda. Geplant sei eine Dachbegrünung mit mindestens zehn Zentimetern Substratstärke auf mehreren hundert Quadratmetern.

Von Andreas Hermann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.