Endergebnis: Piraten vor FDP - Linke und FW sind drin, AUF nicht

Nach Verwirrung um Wahldaten: SPD vor Grünen und CDU im Kasseler Rathaus

Kassel. Das war ein hartes Stück Arbeit für über 600 Auszähler im Kasseler Rathaus: Um 16.39 Uhr stand gestern das vorläufige Endergebnis für die neue Stadtverordnetenversammlung fest - am Abend wurde es noch einmal geändert.

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Wahlergebnisse aus den Kasseler Stadtteilen für die Stadtverordnetenversammlung

Nach der letzten Auswertung holt die SPD 26 Sitze. Mit 36,3 Prozent der abgegebenen Stimmen stellen die Sozialdemokraten die stärkste Fraktion. Im Vergleich zur Wahl 2006 verliert die SPD 3,5 Prozentpunkte und zwei Sitze. Die meisten Stimmen bei den Sozialdemokraten erhielt der Landtagsabgeordnete Uwe Frankenberger.

Die größten Zuwächse haben die Grünen - sie legen um 9,5 Prozentpunkte zu, holen 24,9 Prozent der Stimmen und kommen auf 18 Sitze. Damit liegen sie in der Stadtverordnetenversammlung noch vor der CDU.

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Die Union erreicht 24,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Das sind 4,9 Prozentpunkte und vier Sitze weniger als 2006. Die meisten Stimmen bekam bei der CDU nicht die Parteivorsitzende und Ministerin Eva Kühne-Hörmann, die auf Platz eins der Liste stand, sondern der ehemalige Oberbürgermeister Georg Lewandowski.

Ein Verlierer dieser Wahl ist die Kasseler FDP: Drei Prozentpunkte verlieren die Liberalen, kommen noch auf 2,5 Prozent. Statt vier Vertretern entsenden sie noch zwei in die Stadtverordnetenversammlung - der Fraktionsstatus ist damit futsch. Die FDP ist schwächer als die erstmals angetretene Piratenpartei, die mit 2,7 Prozent der Stimmen ebenfalls zwei Sitze holt.

Die Kasseler Linke landet mit 6,7 Prozent bei einem ähnlichen Wert wie 2006 und holt fünf Sitze. Die Freien Wähler behalten mit 1,8 Prozent der Stimmen wie bisher einen Sitz im Rathaus, diesen wird der OB-Kandidat Bernd W. Häfner übernehmen. AUF Kassel landet bei 0,8 Prozent und erhält keinen Sitz mehr im Parlament.

Verwirrung um Kasseler Wahldaten

Verwirrung um die Zahlen zur Kasseler Stadtverordnetenversammlung am Montag Abend: Am Nachmittag hatte die Stadt ein vorläufiges Endergebnis mitgeteilt - inklusive der Namen jener Kandidaten, die in das Parlament eingezogen waren. Gegen 21 Uhr wurden jedoch neue Zahlen genannt, nachdem auch der Landeswahlleiter andere Daten veröffentlicht hatte. Die Ursache war am Montag Abend unklar.

Die Veränderungen sind bedeutsam: Die Grünen erhielten einen Sitz mehr als die CDU. Diesen Sitz verlor AUF Kassel. Es war am Abend nicht mehr möglich, eine aktuelle Liste mit den Namen der Stadtverordneten zu bekommen. Wir bitten um Verständnis, wenn es bei den Namen der Abgeordneten noch Veränderungen gibt.

Stadtverordnetenversammlung: 27 Frauen, 44 Männer

Die neue Kasseler Stadtverordnetenversammlung setzt sich nach dem vorläufigen Endergebnis der Kommunalwahl aus den folgenden 27 Frauen und 44 Männern zusammen:

CDU (17 Mandate/bisher 21)

Georg Lewandowski; Eva Kühne-Hörmann; Dr. Norbert Wett; Martin Engels; Michael Bathon; Heinz Schmidt; Wolfram Kieselbach; Dr. Maik F. Behschad; Dr. Michael von Rüden; Dominique Kalb; Bernd-Peter Doose; Barbara Herrmann-Kirchberg; Birgit Trinczek; Waltraud Stähling-Dittmann; Donald Strube; Jutta Schwalm; Marcus Leitschuh.

SPD (26 Mandate/bisher 28)

Uwe Frankenberger; Anke Bergmann; Dr. Günther Schnell; Dr. Bernd Hoppe; Christian Geselle; Ellen Lappöhn; Wolfgang Rudolph; Volker Zeidler; Dr. Rabani Alekuzei; Monika Sprafke; Wolfgang Decker; Petra Friedrich; Gabriele Jakat; Hermann Hartig; Dr. Manuel Eichler; Esther Kalveram; Harry Völler; Kaja Börner; Sabine Wurst; Dogan Aydin; Hans-Jürgen Sandrock; Heidemarie Reimann; Hajo Schuy; Norbert Sprafke; Barbara Bogdon; Brigitte Bergholter.

FDP (zwei Mandate/bisher vier)

Frank Oberbrunner; Heinz-Gunter Drubel.

Grüne (18 Mandate/bisher elf)

Karin Müller; Eva Koch; Helga Weber; Gernot Rönz; Anja Lipschik; Dr. Andreas Jürgens; Dr. Martina van den Hövel-Hanemann; Dieter Beig; Karl-Jörg Schöber; Christof Nolda; Christine Hesse; Thomas Koch; Ruth Fürsch; Boris Mijatovic; Kerstin Linne; Hans Joachim Schleissing; Annett Martin, Dirk Döhne

Kasseler Linke (fünf Mandate/bisher fünf)

Kai Boeddinghaus; Dr. Marlis Wilde-Stockmeyer; Norbert Domes; Simon Aulepp; Axel Selbert.

Freie Wähler (ein Mandat/bisher eins)

Bernd W. Häfner.

Piraten (zwei Mandate/bisher keins)

Jörg-Peter Bayer; Olaf Petersen.

Von Uli Hagemeier

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