Corona-Krise

GWH erhöht Mieten trotz Corona: Wohnungsbaugesellschaft verteidigt die Entscheidung 

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Ebenfalls betroffen: Auch GWH-Mieter an der Richard-Wagner-Straße in Wehlheiden müssen höhere Mieten zahlen.

Ende März verkündigte die Kasseler Wohnungsgesellschaft GWH, wegen der Corona-Krise die Mieten nicht zu erhöhen. In Niederzwehren, Fasanenhof und Wehlheiden wurden trotzdem Mieten erhöht. Die GWH verteidigt ihr Vorgehen. 

  • Im März kündigte dieGWH in Kassel an, die Mieten nicht zu erhöhen
  • Grund dafür sei die Corona-Krise
  • Trotzdem wurden jetzt Mieten erhöht, die Mieter reagieren verärgert 

Kassel - Kürzlich hatten wir berichtet, dass die Wohnungsgesellschaft GWH ihre Mieten in einer Niederzwehrener Siedlung erhöht. Dabei hatte die GWH Ende März angekündigt, wegen Corona von Erhöhungen abzusehen. Nun stellt sich heraus, dass die Siedlung in Niederzwehren, wo die Erhöhungen ab Juni gelten, kein Einzelfall ist. Auch aus den Stadtteilen Wehlheiden und Fasanenhof haben sich GWH-Mieter an die HNA gewandt. Ihre Mieten wurden bereits ab Mai erhöht.

GWH in Kassel erhöht Mieten trotz Corona: Mieter verärgert 

In allen Fällen hat die GWH die gesetzlich zulässige Höchstgrenze für Mieterhöhungen ausgeschöpft. Diese sieht vor, dass die Netto-Kaltmiete innerhalb von drei Jahren maximal um 15 Prozent steigen darf. Die betroffenen Mieter sind verärgert über das Vorgehen ihres Vermieters. Aus ihrer Sicht halte sich dieser nicht an seine Versprechungen.

Denn am 23. März hatte die Wohnungsgesellschaft bekannt gegeben, dass sie aus Rücksicht auf die Corona-Krise und deren Folgen für die Mieter „bis auf Weiteres“ auf Erhöhungen und Kündigungen verzichten wolle. An diese Zusage glaubten auch die Mieter in den genannten Stadtteilen. Doch nun sollten sie ab Mai beziehungsweise Juni mehr Geld bezahlen.

GWH in Kassel: Gesellschaft verteidigt Vorgehen in der Corona-Krise

Die GWH verteidigt ihr Vorgehen. Ihre Begründung: Die Entscheidung für die Mieterhöhungen in den betroffenen Wohnungen seien bereits vor Ausbruch der Corona-Krise gefallen. Tatsächlich waren die entsprechenden Schreiben, in denen die Mieter über die Mietanpassung informiert wurden, bereits im Februar und Anfang März verschickt worden, als die Infektionswelle in Deutschland noch am Anfang stand. Doch die Mieter fragen sich, warum eine Erhöhung, die erst ab Mai beziehungsweise Juni greift, nicht angesichts der Situation hätte aufgeschoben werden können. Auch der Mieterbund Nordhessen hatte sich dies gewünscht.

GWH: Nicht alle Mieter von Auswirkungen der Corona-Krise betroffen

Auf HNA-Anfrage teilte der GWH-Geschäftsführer Stefan Bürger mit: „Rechtsgeschäfte, die vor der Corona-Krise getätigt wurden, bestehen auch jetzt.“ Er vergleicht dies mit Versicherungen, die vor der Krise ihre Prämien erhöht haben oder Kommunen, die höhere Gebühren forderten. Die GWH habe mit Beginn der Krise „freiwillig“ auf Erhöhungen verzichtet. Zudem seien bei weitem nicht alle Mieter durch die Krise wirtschaftlich betroffen. Wer es doch sei, dem biete man Stundungen und Ratenzahlungen an.

Von Bastian Ludwig 

Vor der Corona-Krise haben viele große Wohnungsunternehmen ihre Mieten erhöht. Der Mieterbund kritisierte dieses Vorgehen. 

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